Erdkunde (Gcsch.).
457
nere Schiffszüge so auch auf die Gestaltung derKarte» die in dieser Periode den Chinesen ent-lehnte Kenutniß der Eigenschaften der Magnet-nadel, von der es noch nicht feststeht, ob sie dnrch die4- Krieasznge der Mongolen od.durch die Vermittelung^der Araber nach Europa gekommen ist. Nicht zuunterschätzen sind auch die naturwissenschaftlichenForschungen einzelner Gelehrten dieses Zeitraumes,vor Allem von Albertus Magnus, Roger Bacon,sBincenz von Beanvais; die größten Fortschrittemachte wieder die Thier- u. Pflanzengeographie,ans die überhaupt im Mittelalter besonderer Wertherlegt wurde.
Noch war der Glaube an die Unfehlbarkeit desMeniäischen Systems die allgemeine Grundlagealles Wissens von der Erde, als die im 14. und15. Jahrh. in rascher Folge sich häufenden Ent-deckungen sowol im theoretischen Wissen der Natur,als auch in der räumlichen Gestaltung der Kennt-niß eine totale Umgestaltung herbeifiihrten. Denersten Anstoß gab dazu der portugiesische PrinzHeinrich, der Seefahrer, der seit 1415 unermüdlichsich beeiferte, das Cap Bojador umschiffen zu lassen,aber erst 1434 dnrch Gil Cannes seinen Wunscherfüllt sah. Der Zweck dieser Fahrten war, ausdiesem Wege nach der irrigen Anschauung der Zeitdurch das Negerreich Ganuya zu Wasser nach demchristlichen Abessinien zu gelangen, über dessenLage der Jnfant ebenso wie über die Existenz desMandüigv-Negerreiches bei Timbuktu durch ara-bische Kanfleute unterrichtet war. Die fortgesetztenExpeditionen, nach dem Tode des Jufanten 1460durch den König Johann II., entschleierten all-mählich die Küste Afrikas, bis 1487 durch Bar-tholomeo Diaz die Südspitze dieses Erdtheils, dasCap der guten Hoffnung gefunden wurde. Jahreder Unthätigkeit vergingen noch nach dieser wich-tigen Entdeckung, bis Vasco de Gama 1498 esglückte, durch eine Umsegelung des Caps den Wegnach Ostindien für immer sestzustellen. Von derKüste von Zanzibar aus bis Cialicut begleitetenihn Piloten aus dem arabischen Volke, dem dieseuralte Handelsstraße schon längst bekannt war. Nachn. nach wurden die Inseln des Atlantischen (St.Helena, Ascension, Tristan da Cunha) u. des Indi-schen Oceans, wie Madagascar, 1505 durch AntaoGonsalves gesunden, in den Kreis des europäischenWissens hineingezogen. Parallel gingen damit dieEntdeckungen in westl. Richtung der Erde. Schon1474 hatte der Floreutinische Astronom Tosca-uelli in einem Gutachten an Alphons V. vonPortugal unter Einreichung einer Karte darauf^ hingewiesen, daß quer durch den Atlant. Oceander kürzeste Weg nach dem fabelhaften Wunder-laude Zipangu (Japan) u. Indien führen müsse,welche Fahrt noch durch die vermeintliche InselAntilia, die aus der Mitte des Weges liegensollte, begünstigt würde. Gestützt auf dieses Gut-achten unternahm der Genuese Christophoro Co-lombo in spanischen Diensten die Fahrt, nachdemme portugiesische Krone ihn abgewiesen hatte, u.entdeckte so Amerika, 1492 die Bahama-Jnseln u.S. Domingo, 1494 Cuba und eine Anzahl derkleineren Antillen, 1498 Trinidad u. das Festlandam Orinoco, 1502 das centralamerikanische Fest-land an der Küste von Costa-Rica. In rascher
Folge enthüllten nun spanische und portugiesischeSeefahrer, von der Begierde nach Gold u. demBestreben getrieben, das Monopol des Handelsmit den kostbaren Producten jener Länder zu er>langen, die im Wege liegenden noch unbekanntenInseln n. Länder. 1500 stieß der Portugiese Ca-bral auf der Fahrt nach Indien bei Porto Se«gnro ans Brasilien, welches im nächsten Jahrebis zur Bucht von Cananea erforscht wurde, 1513sah zum erstenmal ein Europäer, Nunez Balboaan der Spitze eines Haufens golddnrstiger Aben-teurer, den Stillen Ocean (die Südsee von ihmgenannt) an dem Isthmus von Panama, dessenWKüste nun mit dort gebauten Schiffen befahrenwurde, fand 1513 Ponce da Leon Florida, 1517Fernandez de Cordoba endlich das Festland beider Halbinsel Jucatan, 1521 eroberte FernandoCortez Mexico u. erweiterte dadurch die Kenutnißdes centralen Amerika beträchtlich. Zahlreiche Schisseliefen von der WKüste Mexicos aus, um die Ge-stalt dieses Landes näher zu bestimmen; so erreichteFrancisco Ulloa 1539 den kalifornischen Meer-busen, Rodrignez Cabrillo 1542 den Hafen Mon-terey und 1543 das Cap Mendocino, nach langerRuhe endlich kam 1602 Sebastian Vizcaino biszum 43. Breitengrade, wo die spanischen Ent-decker seitdem anfhörten und die Aufhellung dernördl. Länder einem anderen Volke u. einer vielspäteren Zeit überließen. Ebensowenig hatte mangerastet, auch die Gestaltung des südl. Amerika fest-znstellen; 1515 versuchte es Diaz de Svlis, fandaber seinen Tod schon an der La-Plata-Mllndnng,
5 Jahre später erreichte es der in spanische Dienstegetretene Portugiese Magelhaens, der am Vorge-birge de las Virgines die schwierige Passage amSüdrande Amerikas fand, und sofort quer dnrchden Stillen Ocean seinen Weg verfolgend dieLa-dronen u. Philippinen entdeckte; da er auf Matanseinen Tod fand, führte Sebastian d'Elcano dasGeschwader nach den Molukken, wobei er Borneoentdeckte u. kam von dort 1522 wieder in Spa-nien an. 1526 umsegelte Garcia de Loaysa dasFeuerland u. nahm die Richtung dnrch den StillenOcean weiter; nur ein Schiff, dnrch Sturm ver-schlagen, erreichte glücklich die WKüste Mexicos.Der Golddnrst von Abenteurern, wie Pizarro,Almagro, eröffnete unter unsäglichen Anstrengungenn. Gefahren 1526 Peru, 1535 Chile der euro-päischen Kenutniß, 1539 stellte Alfonso de Camargodie dortige Küste bis zu ihrem südl. Ende fest n.1580 gelang es endlich Pedro de Sarmiento, ausdem Stillen Ocean durch die Magelbaensstraßeden Weg nach dem Atlantischen zu finden. Sowaren im Zeitraum ungefähr eines halben Jahrh.die beiden Küsten Amerikas bis hinauf nach Floridan. dem 43. Breitengrade erforscht und festgestelltmorden. Von nun an wandten sich die Spanierder Sicherung u. Verbesserung ihrer Handelswegeim Atlantischen Ocean u. vorzüglich in der Südseezu, wodurch die polynesische Inselwelt allmählichsich dem Bereich des menschlichen Wissens ent-hüllte. So fand Saavedra 1528 die Carolinen,1529 die Marschallsinseln, Lopez de VillaloboS1542 die Nevillagigedo-Gruppe, 1543 die Pelew-Jnseln u. Bonin-Jnseln, 1567 Mendana de Neyradie Salomousgruppe , 1595 die Marquesas- und