458
Erdkunde (Gesch.).
Santa-Cruz-Jnseln, 1603 Quiros die Neuen He-briden, wobei sein Steuermann Torres die nachihm benannte Straße znm ersten Male durchfuhrn. die Jnselgestalt Neu-Guineas darlegte. Daslange vergeblich zu lösen versuchte Problem, derRückweg durch den Stillen Ocean von W. nachO. wurde 1565 von Francisco de Urdaneta ge-löst, nach dessen Vorschriften die regelmäßige Ver-bindung von den Philippinen entlang der japa-nischen Küste u. von dort südl. nach Mexico her-gestellt wurde.
Nicht weniger thätig waren die Portugiesen,nachdem einmal der Weg nach Indien gesundenwar, in ihrem Bestreben den Handel mit denkostbaren Erzeugnissen jener Länder vollständig ansich zu ziehen u. deßhalb die Wege in den indi-schen Gewässern und die Inseln und Küsten desIndischen Oceans, über die sie allerdings schondie Kunde vom Alterthum geerbt, näher festzu-stellen. 1503 setzten sie sich auf Malabar, 1509in Diu, 1510 in Goa, 1515inOrmns fest; schon1503 lenkten sie ihre Schiffe zum Rothen Meere,erreichten 1541 Massaua in Abessinien u. 1541unter Estevan da Gama Suez. Auch im weiterenO. rasteten sie nicht; von dem seit 1506 gefunde-nen Ceylon aus stürmte Alfonso d'Albuqnerque1511 Malakka, von dort erforschte Duarte Fer-nande; 1512 Siam, gelangte 1511 Antoniod'Abreu nach Banda, Francisco Serrao zu denMolukken, nachdem Sumatra und Java schon be-kannt geworden waren. 1516 erreichte Peresd'AndradaChina unterhalb vonCanton, 1542 kamendie ersten Europäer, drei gescheiterte Matrosen,nach Japan. Da der Zweck der portugiesischenRegierung, sich die Märkte der kostbaren Productsdes Orients zu sichern, damit erreicht war, sohörten die eigentlichen Entdeckungsfahrten auf;nur einzelnen vom Sturm verschlagenenExpeditionenfiel es zu, noch unbekannte Gestade zu entdecken,wie 1526 Neu-Guinea dem Jorge de Menezes.In frühester Zeit hatten portugiesische Seefahrerauch nach N. ihre Schiffe gelenkt, vor Allen Cor-tereal, der 1500 nach Grönland, 1502 nach Neu-fonndland u. Labrador gelangte, aber ohne dauern-den Erfolg; die Erforschung dieser Gegenden bliebniit wenigen Ausnahmen (u. A. den französischenExpeditionen unter Verrajano an der Küste derVereinigten Staaten u. unter Cartier in den Lau-reutigolf u. den St. Lorcnzstrom) Angehörigen Bri-tanniens überlassen. Gleich nach Empfang der Kundeder Entdeckungen von Columbus verließen John u.Sebastian Cabot, Vater u. Sohn, zwei in briti-schen Diensten stehende Italiener, 1497 Englandu. erreichten über Island nach siebenwöchentlicherFahrt die öde Küste Canadas, 1498 befuhr Se-bastian allein die Küste bis nach Florida. Diedurch die verschiedenen Fahrten klar gelegte That-sache, daß der lang gestreckte Continent Amerikasden Seeweg nach China versperre, legte den Ge-danken nahe, durch eine Durchfahrt im NW. einekürzere Handelsstraße dorthin zu finden, ein Ziel,welches von den Engländern mit rastlosem Eiferverfolgt worden ist, bis die erweiterte Bekannt-schaft mit den dortigen Verhältnissen, u. die all-mählich aufgedeckte Thatsache, daß Amerikas Fest-land sich weit in die Eisregion erstreckt, die Un-
ausführbarkeit dieser Bestrebungen dargelegt h«>1517 versuchte es Sebastian Cabot u. wurde di,Entdecker der Hudson-Straße, nach einer laiimPause gelangte 1576 M. Frobisher zu der Mihm benannten Bai unter 63°, 1585 lief IchDavis durch die seinen Namen tragende Straßbis zum Gilberts Sund, die er 1586 u. 1587 -,wiederholten Malen bis zum 73 ° durchfuhr. IWgelangte Henry Hudson in die Hudsonsbai, m«er einfror u. durch seine meuterische Mannschaftder Kälte preisgegeben 1611 sein Leben verlor-1616 endlich drangen Bylot und Baffin in de,!Lancaster-Sund, ohne die Bedeutung dieser Strchfeststellen zu können. Noch weniger glückten die Ver-suche, aus dem nordöstl. Wege die Durchfahrt „achChina zu finden, welche als intellectueller Urheberhauptsächlich Sigismund von Herberstein ins Werlsetzte. R. Chancellor gelangte 1555 bis zur Dwina-Mündung, wo bereits die Russen sich angesiedelthatten, Bourrough 1556 nach Novaja Semljau.der Insel Waigatsch; nach mehreren unfruchtbare»Fahrten entdeckte 1595 der Holländer Miau,Barent die Bäreninsel u. Spitzbergen u. umsegelteNovaja Semlja, wo er sein Grab fand; löül!unternahm auch Hudson auf diesem Wege vorzn-!dringen, aber konnte nur constatiren, daß alle Ver-suche, hier durchzudringen, vergeblich seien (Nähe-res s. u. Nordpolfahrten). Endlich enthüllte sichauch das noch ganz unbekannte Sibirien demschrittweisen Vordringen der Kosacken, welche 1SUden Ural überstiegen, 1578 Tobolsk gründete,,,1619 den Jenissei, 1628 die Lena u. 1639 dar ,Ochotskische Meer erreichten. Ebenso segelte ISIS sDeschnew ans der Kolyma durch das Eismeer indie Beringsstraße, ohne daß diese Entdeckung weiter ^beobachtet worden wäre. Auch nach S. in diegroßen Steppen drangen einzelne Kosackenschwärme !u. bereiteten die spätere Bekanntschaft u. Erober-ung dieser Länder vor. Auch die Holländer ließenvom Ende des 16. Jahrh. an die erlangte politischeSelbständigkeit u. der erwachende Handelsgeist nachneuen Gestaden suchen und führten sie damit vo»selbst in die Südsee. 1616 entdeckte van SchontenCap Hoorn, in demselben Jahre Dirk Hartog ander WKüste Australiens das Eendragtsland; 1K1Su. 1629 wurden die noch übrigen Theile dieserKüste, 1622 die SWEcke, 1627 die SKnste ge- sfunden. 1642 endlich fand Abel Tasman Vau-Diemensland oder Tasmanien, befuhr die Küstenvon Neu-Seeland, u. kehrte von da nach Bataviazurück, wobei er noch die Inseln Neu-Britannien >u. Neu-Irland fand. Auf einer zweiten Reise sisis1644 erforschte er den Carpentariagolf, ließ aber Msdie OKllste Australiens im Dunkeln u. fand auch )nicht die Neu-Guinea davon abtrennende Torres-straße. Auch nach N. drangen holländische See-fahrer vor; de Vries entdeckte 1643 die Kurilenund die Insel Tarakai (Sachalin) und fuhr anJeso vorbei, ohne jedoch die japanesische Geographieaufzuhellen. Mit dieser Zeit erlischt der Eifer fürErweiterung des räumlichen Wissens von der Erde, ,an dessen Stelle eine Periode ruhiger Verarbeitung lder gewonnenen Resultate tritt. Die Sättigung lau erfolgreichen Entdeckungen, der Verfall dersüdenropäischen Staaten, die Unruhen u. Kruge ider Engländer u. Holländer u. die dadurch de- l