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Erdkunde (Gcsch.).
durch die Normannen, deren seemännischer Kühnheitunter den Christen allein in diesem Zeitraum dieFortschritte des geographischen Wissens zu dankensind, wieder entdeckt wurde. 875 wurde die Insel(zuerst Schneeland, dann Eisland genannt), mitAnsiedlern bevölkert. 983 entdeckte Erich der RotheGrönland, das schon ein Jahrh. vorher Gunnbjörngesehen hatte, ebenso wurde..Lappland in den Be-reich unserer Kenntniß gebracht n. die Kllstengcstalt-nng der Ostsee im 11. Jahrh. vollständig klargestellt.Daneben beweisen zahlreiche Fahrten im hohen N.den Unternehmnngstrieb dieses Seevolkes, so diedes norwegischen Edelmannes Ottar durch dasWeiße Meer bis zur Dwinamündung, wenngleichauch sie ebenso in Vergessenheit gerieth u. für dieE. unfruchtbar blieb, wie die Entdeckung Ameri-kas an der nördl. Küste durch normannische See-fahrer Bjarne (um 100V n. Chr.), Leis (um die-selbe Zeit) u. Thorfinn (1003), welche ohne wei-tere Wiederholung geblieben sind. Zn dieser Be-reicherung des Wissens von der Erde im N. ge-sellte sich in derselben Zeit eine bedeutende Erwei-terung und Vertiefung durch die Araber im S.Die weiten Eroberungen dieses Volks, sein regerHandel, sein Wandertrieb und Wissensdurst, dieBekanntschaft mit den von der damaligen christli-chen Gelehrsamkeit verschmähten griechischen Ge-lehrten konnten der Entwickelung dieser Wissenschaftnur förderlich sein. Begünstigt durch gelehrte Kha-lifen schufen Masudi u. Jbn Haukal im 9. Jahrh.Beschreibungen aller dem Islam unterworfenenLänder; ihnen schlossen sich an u. A. Edrisi mit seinerErläuterung der großen, dem König Roger von Si-cilien gehörenden Weltkugel im 12. Jahrh., Abul-feda mit einer mathematisch - physischen Geogra-phie und trefflichen Nachrichten über Syrien undNAfrika, Jbn Batuta über alle Theile der da-mals bekannten Welt im 14. Jahrh, endlich LeoAfricanus, der genaue Beschreiber NAfrikas (gegen1500). Nach allen Richtungen hin wurden vonihnen bisher unbekannte Länder in den Kreis desgeographischen Wissens gezogen. Nach N. hineröffnete sich ganz Rußland bis zur Petschora u.dem Ob durch die Handelsreisen mohammedani-scher Kaufleute; im O. drangen von den Küstendes Kaspischen Meeres arabische Wanderer überden Jaxartes hinaus u. legten die Lage der Step-pen um den Balkasch-See und die Richtung deruralten Handelsstraßen nach China dar, im NO.blieb der Jrtysch die Grenze für den Bereichihres Wissens. Im S. drangen die arabischenSchiffe über Indien nach China, von dessen reichbevölkerten Küstenstrichen sie die erste Kunde mit-brachten n. nach der Inselwelt des Indischen Oceansbis zu den Molukken hin, welche sie besiedelten u.durch genaue Beschreibungen der geographischenKenntniß erschlossen. Weiter noch ging ihr Vor-dringen in Afrika: an der OKllste bis zum CapCorrientes u. Madagascar, im Innern dieses Erd-theils bis zu dem 1V. Breitengrade; die Inselndes Atlantischen Oceans blieben auch ihnen nochdunkel. Äußerst genau waren ihre Ortsbestimm-ungen, durch die sie viele Fehler des Ptolemäusausmerzten, weniger gelungen ihre kartographischenWerke. Reichhaltige Nachrichten über die Ver-breitung der Thiere u. Pflanzen, über sociale u.
commercielle Verhältnisse finden sich in den er«,bischen Werken, während ihre Leistungen in dnphysischen E. unbedeutend sind.
Bei der nahen Berührung, in welche durch pj,Krenzzüge Orient u. Occident traten u. bei duregen Handelsbeziehungen, welche durch die si»,lienischen Handelsstädte vermittelt wurden, konnte»die Fortschritte des geographischen Wissens bei dmArabern nicht ohne Einfluß ans das Abendlandbleiben. Ebenso dienten zwei andere wichtige Um-stände: einmal das Aufblühen der Hansa im R.und der durch den Atlantischen Occan vermitteltedirecte Seehandelsverkehr zwischen der Nordseen. dem Mittelländischen Meere, dann das Ans-treten der Mongolen u. die durch die nähere Ver-bindung mit ihnen und durch Reisen erwei-terte Bekanntschaft mit OstAsien dazu, in derzweiten Hälfte des Mittelalters die Grenzen derräumlichen geographischen Kenntniß bedeutend zuerweitern. Im hohen N. allerdings gingen diedurch die Normannen errungenen Resultate aasUnachtsamkeit z. Th. wieder verloren, dagegenbrachte der gesteigerte Handel im Atlantischen Ocemschon im 13. Jahrh. dis Entdeckung der Cana-rischen Inseln, im 14. die der Madeira-Gruppeu. der Azoren u. versuchten, wiederholt allerdingsnoch vergeblich, Seefahrer weiter nach S. vor-zudringen. Weite Räume eröffneten im O. dieReisen der dorthin geschickten Missionäre und Ge-sandten. Auf Anordnung des Papstes Jnnocenz IV.reiste der Mönch Ascelin durch Syrien, Mesopo-tamien u. Persien zu den Mongolen n. hinterließeinen Bericht über seine Reise; der Minorit PlanoCarpini ging 1246 zum Großkhan; ebendahin1253 auf Ludwigs IX. Befehl Wilhelm vonRn-bruquis (Ruysbrock), dessen Bericht nebst demWerke des Venetianers Marco Polo (1270—12SS>,der, am weitesten damals vorgedrungen, Türke-stan, China, Tibet, Birma, Sumatra bereist n.zuerst genauere Kunde von Japan brachte, diereichsten Quellen dieser Zeit sind. Die Reisebe-schreibungen des MinoritenOdorico von Pordenone,der 1318 bis nach China vordrang, n. des Eng-länders Mandeville, der 1322 nach dem gelobtenLande ging, bereicherten die Kenntniß Asiens, wiesie Marco Polo geboten, wenig; wichtiger wurdedas Reisetagebnch des Nuy Gonzalez de Clavijo,der 1403 als Gesandter nach Samarkand ging. DerVenetianer Josafat Barbara (1436—1471) schließtdie Reihe der Reisenden, welche durch drei Jahr-hunderte das Innere Asiens zu erforschen suchten.Mit Hilfe dieser Materialien zeichneten Sannto(1306), Visconti, Bianca (I486), Brazi, FraManro (im 15. Jahrh.) u. a. jene Landkarten,auf denen man nicht allein die neueren Angaben,sondern auch die Begriffe der Alten vereinigt findet.Auf mehreren dieser Karten sieht man die dreiWelttheile als eine große Insel, dargestellt, AfrikasEnde auf der Nordseite des Äquators, gerade sowie Eratosthenes u. Strabo es sich vorgestellt hatten;dabei findet sich eine Insel Äntilia, westlich vonden Canarischen Inseln, verzeichnet, was hie undda zu der Ännahme geführt hat, man habe schondamals Kenntniß von dem Vorhandensein Amerr-kas gehabt.
Einen wesentlichen Einfluß übte wie aus kiih-