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Erdkunde (Gesch.).
ders ausgedruckt, hat die Geschichtsforschung, diskailiurhistorische mehr noch als die politische, im-uier auf die Elemente znrückzugehen u. dieselben,m Geltung kommen zu lassen, welche die Gründ-en der geographischen Wissenschaft ausmachen.<rs> auf diese Grundlagen sind alle anderen Dis-chlinen, mit alleiniger Ausnahme etwa der abs-^tralten, genöthigt zurückzugreifen. Anderseits kann« die E. ohne die realen Wissenschaften zu keinem«Mtiven Resultate gelangen, u. nur durch derenWeihilse kann sie ihre Bestimmung, wie sie obenMstrinulirt ist, erreichen,
M 8. Geschichtliches. Wie in beinahe allen«Wissenschaften, ruhen auch in der Kenntniß derIkErde die Ansangsgründe u. Fundamente unseres» Wissens auf den Leistungen der beiden elastischenMWer: Römer u. Griechen. Was den Orient be-Mtrisst, so haben sich die geographischen LeistungenAder Chinesen einestheils auf OAsien und IndienDbeschräukt, anderntheils sind sie bei der Abge-M schlossenheit des Volkes gänzlich ohne Einfluß aufM die Gestaltung unseres Wissens geblieben, u. ha-»ben maßlose Speculaüon u. übertriebene Phan-Ritas,e den in anderen Wissenschaften schöpferischenWEeist der Inder nicht zur nüchternen Betrachtung«der Erde gelangen lassen; die Ägypter hielt die«Kigenthümlichkeit ihres Staatssystems von derD UiiZdehilung ihrer Kenntnisse über fremde LänderD'it; der Phönizier und Karrhager weit ausgedehnte»Mandelsfahrten im Indischen und im Atlantischenhaben endlich eine verhältnißmäßig geringe'Mi. wenig zusammenhängende Erweiterung des geo-Wzraphischen Wissens herbeigeführt, die allein inN den zusammensassenden Werken des elastischen Älter-Mhnnls uns überliefert ist. Die Basis der Kennt-der alten Geographen bildete das Mittel-Wlndijche Meer mit den es umgebenden Ländern,Mieren entgegengesetzte Grenzen meist im DunkelnWegen; die Erweiterung des Wissens brachten dieWellzüge Alexanders d. Gr. nach O. u. die zahl-reichen Kriegszllge der Römer, sowie die Entdeck-ungsreisen gelehrter Forscher und unternehmender
Die älteste griechische Anschauung, wie sie HomerUertritt, stellte die Erde als eine vom WeltenmeerScheibe dar, deren MittelpunktjlMiechenlaiid bildete; ihre Länderkenntniß endigte»Mi W. bei Sicilien, im O. an den politischen undKüsten, u. reichte im S. bis nachLibyen u. Äthiopien, freilich in sehr nn-.MMkonimenem Zustande. Erweitert wurde in der^MWnden Zeit bis auf Herodot (im 5. vorchrist-WnchmJahrh.) diese Kenntniß durch die griechischeni inr W. bis nach Spanien und
>< durch die Fahrten der Karlhager in das
«wiet des Atlantischen Oceans (Hanno um 470. As zu der Sierra-Leona-Kllste in WAfrika, Hi-,, bis nach Britannien), wenngleich diese
i, M Einfluß auf die Erweiterung
damaligen E. blieben, nach O. durch dieBe-!» Ta L» ^ ausgeblühten Persischen Reiche,,t Mn ü Darins schon 500 v. Ehr. durch den4 ^ylax das Rothe Meer und den Lauf
Ml,« ^?^boschen ließ. Auch systematische Dar-e< ^^^der damals bekannten Erde, in 3 Erd-Europa, Asia, Libya, wurden in dieser
Zeit, freilich in sehr lückenhafter u. das Wahrevon dem Mythischen wenig trennender Weise, vonden alten griechischen Logographen, vorzüglich vonHekatäos von Milet, versucht. Die erste Grund»läge der beschreibenden E. gab im 5. Jahrh. v.Ehr. der durch weite Reisen gebildete, durch nüch-terne Beobachtung u. klare Darstellung in gleicherWeise ausgezeichnete Herodot von Halikarnaß. DieErde erscheint bei ihm als eine Ebene von unbe-stimmter Begrenzung, gctheilt in dis 3 TheileEuropa, Libya und Asia, deren Größenverhält-nisse ihm allerdings unklar waren. In Europaerstreckte sich sein Wissen bis nach Britannien n.die Weichselmündung, in Asien kannte er die pon-tisch-kaspische Landenge u. das Kaspische Meer alsBinnensee n. die Landschaften bis zum Indus, inAfrika die Küstenländer des Mittelländischen Mee-res bis nach Äbessinien u. in die Sahara hinein.In dieselbe Zeit fallen auch die ersten Versuchephilosophischer Specnlation über die Gestalt derErde und ihr Verhältniß zu anderen Gestirnen.Schon Thales soll sich damit beschäftigt haben;ihm folgten die ionischen Philosophen, namentlichAnaximander (im 6. Jahrh. v. Ehr.), der Ver-fertiger der ersten Landkarte, u. Anaximenes, dannPythagoras mit seiner Schule, welche die Kugel-gestalt der Erde in Konsequenz ihres Systemsbehaupteten, ohne sie zu begründen. Anaximenesu. selbst noch Anaxagoras (im 5. Jahrh.) theiltendie Ansicht Herodots, daß die Erde eine Scheibesei, über welche sich eine krystallene, mit den Fix-sternen gezierte Scheibe wölbe. Der Erste, wel-cher ans mathematischen Gründen die Kugelgestaltder Erde annahm, ist der Eleate Parmcindes (im5. Jahrh.), dem dann Aristoteles folgte, ohne daßübrigens diese Ansicht eine durchgreifende Bedeut-ung u. große Verbreitung unter den Gebildetendes Alterthnms gefunden hätte. Überhaupt warin dieser Periode die nationale Anschauung derGriechen, die übrigen Nationen für barbarisch u.untergeordnet u. Griechenland für den geistigen n.localen Mittelpunkt der Erde zu halten, der Ent-wickelung des geographischen Wissens in vielenBeziehungen hinderlich.
Die unmittelbar auf Herodot folgende Zeit (Endedes 5. u. Anfang des 4. vorchristl. Jahrh.) botwenig für die Erweiterung der E. Die kosmi-schen Theorien der Pythagoräer u. Platons bliebenohne Bedeutung und Einfluß, wie sie überhauptmehr ans systematischer Specnlation als answissenschaftlicher Natnrbeobachtnng hervorgegangenwaren; abgesehen von einigen bedeutungslosenAhnungen des wahren Verhältnisses blieb die An-schauung, daß die Erde im Mittelpunkt der Weltruhe, die schulgerechte u. herrschende, u. ihr folgteauch Eudoxos von Knidos (367 v. Ehr.), der erstewissenschaftliche Astronom des Alterthnms. Ebensotheilte sie Aristoteles, mit der Modificalion, daßdie Kugelgestalt der Erde als Grundlage der ma-thematischen E. angenommen ward. Ein Zeitge-nosse von ihm, Pytheas aus Massilia (334 v. Ehr.)soll zuerst das Verhältniß von Ebbe u. Fluth zuden Mondphasen beobachtet haben; außerdem be-suchte dieser das äußerste Grenzland des damaligenEuropa, die Insel Thule (wahrscheinlich eine derShetlandsinseln, n. A. Island). Doch ist zu wenig