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Erdgarbe — Erdkunde (Begriff).
schädlich. Wegfangen der Käfer früh Morgens,spät Abends od. an kalten Tagen, sowie Begießender befallenen Strecken mit Wermuthabkochnngsind als Gegenmittel empfohlen worden (Genaue-res in Kaltenbach, Pflanzenseinde, u. TaschenbergsEntomologie). Thomö.
Erdgarbe, die bei einer Minensprengung durchdie Explosion der Pulverladung über die Erd-oberfläche hinausgeschleuderten Bodentheile, welchein der Luft einen Kegel (Erdkegel) zu bilden pfle-gen. Die Basis u. Höhe desselben wächst mit derGröße der Ladung und ist je nach der Boden-beschaffenheit verschieden.
Erdgeschoß, s. n. Stockwerk 1).
Erdgrille, s. Maulwurfsgrille.
Erdgürtel, so v. w. Erdzone.
Erdharze, kohlenstoffreiche Mineralien, welchenicht krystallisirt Vorkommen, leicht schmelzen undmit rußender Flamme verbrennen; man rechnetzu ihnen: Asphalt, elastisches Bergpech, Bergtheer(s. u. Erdöl), Erdöl (Bergnaphtha), Bernstein,Piauzit, Jxolyt rc. Sie sind theils fest, theilsweich od. flüssig.
Erdig, von Mineralien gebraucht, um derenstaubartigen od. sandartigen Bruch zu bezeichnen.
Erding, Städtchen im gleichnam. Bez.-Amt desbayerischen Negbez. Oberbayern, an der Sempt,Station der Bayer. Staatsbahn; Bezirksamt,Landgericht, 4 Kirchen, darunter die Wallfahrts-kapelle zum Heiligen Blute, Kranken- u. Waisen-haus; Wolldeckenweberei, Gerberei; Getreidehan-del; 2693 Ew. Schon 950 war E. Hauptorteines Gaues; während des Dreißigjährigen Krie-ges wurde es wiederholt verheert.
Erdingen Moos, eine mit Riedgras bewach-sene Sumpfebene im Regbez. Oberbayern, haupt-sächlich im Bezirksamt Erding; erstreckt sich aufdem rechten Ufer der Isar von Riem (östlich vonMünchen) 45 üm weit nach NNO. bis Moosburgu. hat eine Breite von 6—12 lrm; ist nur zumgeringen Theil cultivirt.
Erdkegel, hohle Kegel aus Pappe oder Holz,mit einer kegelförmig projectirten Karte einerErdhemisphäre, die nach Art der Globen die Erdedarstellt. Himmels(Steru-)kegel (Astroskope),Kegel, auf deren unterer Seite die Sternbilderdargestellt sind; wenn die Stellen der Hauptsternedurch kleine Löcher Largestellt sind, so erhält man,den Kegel gegen das Licht gehalten, ein Bild desgestirnten Himmels.
Erdkobalt (Kobaltmanganerz, Schwarzer E.,Min.), bildet weich-zerreibliche, auf dem Strichesettglänzende Massen, ist bläulichschwarz, grau,braun, auch gelblich, etwas abfärbend, erscheinttrauben- u. niereusörmig, derb u. staubartig alsÜberzug u. eingesprengt, mit erdigem oder flachmuscheligem Bruche; spec. Gew. 2,^; besteht ausKobaltoxyd, Mangansuperoxyd u. Wasser; findetsich in Saalfeld in Thüringen, Geyer in Tirol u.anderen Orten; er wird zur Bereitung der Smaltegebraucht.
Erdknnde(Erdbeschreibuug,Geographie,v.Gr.).L.. Begriff. E. ist die Wissenschaft, deren Gegen-stand die bildliche u. beschreibende Veranschaulich-ung unseres Planeten in astronomischer, physi-scher und politischer Hinsicht bildet. Demgemäß
hat man sie auch eingetheilt in astronomische, phy,fische u. politische E. Die astronomische E. bi.trachtet die Erde als Himmelskörper, speciell alsGlied des Sonnensystems, n. behandelt die Bn>hältnisse u. Beziehungen, in welchen sie zu diese«,steht. Hilfswissenschaften sind hier die MathematikTechnik, Geodäsie u. Astronomie. Vgl. auch dieArtikel Erde und Sonnensystem. Die PhysischeE. betrachtet die Erde als physiologisches Objeäund zwar: in ihrer geologischen Beschaffenheit; i»ihrer Configuration (Oberflächengestaltung) in Bk-zug auf Wasser u. ans Land; in ihren klimatische»Verhältnissen; in ihrer Bodenbeschaffenheit u. de«mit derselben u. den klimatischen Verhältnissen be>dingten Erscheinungen und organischen Prodmte»(Pflanze, Thier, Mensch). Als Hilfs- bezw. M-theilungswiffeuschaften sungiren hier Geologie,Orographie, Hydrographie, Oceanographie, Ki>matologie, Meteorologie, Geognosie, Chemie,Physik, Botanik, Zoologie u. Ethnographie. Aepolitische E. endlich, indem sie speciell de»Menschen in der Gesammtheit seiner Wirksamkeitzum Gegenstände hat, betrachtet die Erde gleich-sam als psychologisches Subject. Hier figmire»als Hilfswissenschaften: Ethnologie, Anthropologie,Linguistik, Statistik, Volkswirthschaft, Geschichte»,Staatswissenschaften. Gefördert wird die E. haupt-sächlich durch Entdeckungsreisen, durch Ortsbestimm-ungen u. Vermessungen, durch naturwissenschaftlicheund culturhistorische Sammlungen, Lurch Reise-beschreibungen, Karten, Globen, geogr. Gesellschas-ten rc. Auch sind u. waren Haudelsunternehme»stets kräftige Förderer der E.
Diese 3 Abtheilungen sind jedoch keineswegsdurch strenge Grenzen von einander geschieden,vielmehr stehen sie mit einander in der engste»Verbindung u. in den innigsten Beziehungen. Meastronomischen Verhältnisse sind, die Beschaffenheitder Erde als Gegebenes betrachtet, selbstredend hierbis in das geistige Leben der Menschheit die WSbestimmenden u. bedingenden, während der Ein-fluß der klimatisch-localen, obwol auf die orga-nische Welt beschränkt, kaum geringer anziischlage»sein wird. Diese beiden Elemente bilden die mäch-tigen Puls- n. Lebensadern, welche die Abtheit-ungen der geographischen Wissenschaft zu einem;festgeschlossenen Ganzen verbinden. Und so schließtsie denn auch die Aufgabe ein, die Wechselwirk-ungen der einzelnen Factoren, aus denen >ie zu-sammengesetzt ist, zu verfolgen, u. die Vorhand«n. werdenden Verhältnisse in ihrem inneren Zu-sammenhänge und der ursächlichen Verkettung zueinem Ganzen darzustellen.
Seitdem man der Einsicht Raum gegeben, Wder Mensch in seiner so oder so gearteten AM»-ung u. Entwickelung zum großen Theil ein Pro«der klimatisch-localen Verhältnisse sei, hat sich euchdie frühere Ansicht, wonach die E. als Hilssnnsseu-schaft der Geschichte aufgefaßt wurde, verloren, Pes hat sich die entgegengesetzte gebildet, bes. M-dem die Culturgeschichte sich einen ebenbürtigeRang mit der politischen Geschichte erobert h(vgl. den Art. Cnltur). Die E. in ineser dmyKarl Ritter u. Alexander ».Humboldt angevWten Auffassung muß als Vorbedingung der gsammten Geschichtsforschung betrachtet werden,
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