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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
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Erdbeben.

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lanq in Unruhe, in nach dem calabrischen E. 1783wiederholten sich die Stöße noch ein Jahrzehnthindurch. Der Flächenranm, welcher bei einemE. von der Bcwequna ergriffen wird, ist ost ein

k-br" bedeutender. So erstreckten sich in Chile linearverlmisinde 159 M weit; bei dem E. von' ssabon wurden viele Städte in Marokko^erstort,

is ve rbreitete sich ferner über Skandinavien, Rkassäk'

-ti-i n. die kleinen Antillen, un Ganzen über^mehrmals 700,009 geogr. s^wc, also etwa ^ derErdoberfläche. Bei dem Ansbrnch des Tomborobildeten die Erschüttcrungswellen einen Kreis von200 geogr. M Radius. Das am genauesten ausleine Verbreitung u ntersuchte E., welches 2 9. Juli geradliniger od. zickzackförmiger, parallel od. strah

1848

^6 die Rheinaeaenden betraf u. SO tsoar zumMIbnntte liatte, vesay einen ErschutterungMrel^

von ,9 Äk Durchmen er. Die Änsbreitung und' Gcsährüchkeit der E. wird sehr wesentlich durch dieBeschaffenheit des Bodens bedingt. Lockere Sand-u. Geröllmassen leiten die Bewegungen ungleich-mäßiger fort als scste u. aus gleichartigem Ma-terial bestehende Gebirgsmassen. Zerklüftete undvon großen Verwerfungen durchsetzte Gebirgstheilcschwächen die Bewegungen ab od. heben sie gänz-lich auf. Da, wo lockerer Bod en festem Gesteinausliegt, werden die Erschütterungen am verheerend-'sten, indem die lockere Boöendecke""gleichfMkt"4ll'springende BewegüittsSerfetzOMrd. "In Cälabrienwurde "das von Bergen ümgürtete Becken, inwelchem die Stadt Oppido ans lockerem Schwemm-land liegt, derart geschüttelt, daß der Boden inihm sammt Häusern u. Menschen drehend herum-wirbelte. Sehr häufig beeinflussen die Gebirgs-kette» durch ihr Streichen und ihre Strnctur dieAusbreitung der E. In den Pyrenäen verlausendie meisten Erdstöße von W. nach O-, in Englandvon SW. nach NO. in Übereinstimmung mit denHauptstreichen der Formationen. In SAmerikagehen die Erschlltterungswellen selten quer überdie Gebirgsketten hinüber. Merkwürdig sind inGegenden, welche häufig von E. heimgcsucht wer-de», Stellen, über welche die Erschütterungen gleich-sam hmüberspringen, sog. Brücken; doch Pflegengrößere E. derartige Ausnahmen nicht zu machen.Ebenso aiissällig sind die Beobachtungen von Erd-stöße» i» der Tiefe der Bergwerke, während ander Oberfläche keine Erschütterungen gespürt wur-den, sowie der entgegengesetzten Erscheinung. Wäh-rend die meisten E. ziemlich spurlos vorübergehen,richten die heftigeren oft unglaubliche Verwüstungenan. Häuser, ja ganze Städte werden im Augen-blicke m Trümmerhaufen verwandelt u. Tausendevon Menschen unter ihrem Schutt begraben, Bäumewerden entwurzelt und geknickt, Felsmassen lösensich von den Bergen und stürzen in die Thäler,Flüsse werden durch die herabrollenden Gebirgs-trümmer in ihrem Laufe ausgehalten u. richten inanderer Richtung durchbrechend durch Überschwemm-ung Unheil an; von den Küsten weicht das MeerPlötzlich zurück, Häseu u. ganze Meerbusen wer-den trocken gelegt u. die ankernden Schiffe mitge-UMn, um bald darauf (im Mittel 535 Minutenspater) von dem mit einer bis zu mehr als 20 m,^ 70 m hohen Fluthwelle hereinbrechenden

? verheerenden Meer weit hinein ans Landgeschleudert zu werden. Bei dem E. von Peru

1868 wurde die kleine Hafenstadt Mexilloncs nördl.von Jquique bis auf ein Haus sortgeschwemmt;bei dem E. von Pisco (1690) wich das Meer 2M zurück u. kehrte erst nach 3 Stunden wieder,ja bei dem E. von Santa (18. Juni 1678) brachdas wieder zurückfluthende Meer erst nach 24 Stun-den herein. Auf der hohen See Pflegt von dieser'Bewegung des Meeres nichts wahrgenommen zuwerden; Loch werden E., deren Erschütterung sichebenso gut durch das Wasser wie durch den Erdbodenfortpflanzen (Seebeben), zuweilen auf Schiffen em-pfunden, als ob die Schiffe aufFelsen aufliefen. Einehäufige Erscheinung bei den E. ist Las Entstehen

lig verlaufender Spalten, welche theils sehr baldsich wieder schließen und alles in ihren SchlundStürzende zerquetschen, theils dauernd geöffnet blei-ben. Nicht selten verschieben sich dabei die gegen-über liegenden Ränder der Spalte, so zerbarst beidem E. von Calabrieu ein Thurm durch einenvertikalen Riß in zwei Hälften, welche 5 m gegen-einander verschoben wurden. Das Versiegen vonQuellen u. ihr Hcrvorbrechen an Orten, wo frühersolche nicht waren, hängt wol ebenfalls mit Spal-tenbildungen zusammen. Bei dem E. von Cnmanabrachen aus Quellen u. Brunnen wahre Spring-brunnen hervor, bei einem E. in den , Abruzzen'wurden bei Aquila aus trichterförmigen ÖffnungenWasser, Schlamm und Steine emporgeschleudert,was wol durch vermehrten Druck der Erddccke aufwasserreiche Schichten zu erklären ist. Der Zu-sammenhang der E. mit vulkanischen Ausbrüchenhat sich mehrfach deutlich gezeigt, so zwar, daßdie Kraft der E. gleichsam durch Eruptionen ge-brochen n. dieselben beschlossen wurden. Doch istdie Bezeichnung der Vulkane als Sicherheitsventileder Erde nicht zutreffend; denn E. u. Vulkanaus-brüche bedingen einander nicht, sie sind verschiedeneÄußerungen einer u. derselben Kraft.

Als E-messer (Seismometer, Seismograph)verwendete Dom. Sa lsano ein schweres, nach allenSeiten drehbares Pendel, welches bei einem Erdstoßmit einem Pinsel auf einem Papier die Richtung des-selben abzeichnet. Cacciatores E-messer bestehtaus einem flachen Becken von Holz, dessen Rand mit8 Löchern in gleichen Abständen versehen ist, unterwelchen 8 Becher stehen. Das Becken wird mitQuecksilber gefüllt, welches bei der geringsten Er-schütterung ausfließt und durch die Richtung desAusflusses die Richtung des E-s anzeigt. KreilsE-messer (1855) besteht aus einer Pendelstange,die in jeder Richtung schwingen, aber sich nichtdrehen kann und einem an derselben befestigtenCylinder, welcher durch ein Uhrwerk binnen 24Stunden um seine verticale Achse gedreht wird.Gegen diesen Cylinder wird ein Bleistift gedrückt,welcher auf demselben eine unnnterbrochme Linieverzeichnet, so lange das Pendel in Ruhe ist; wirdletzteres in Schwingungen versetzt, so zeichnet derStist Striche, welche die Zeit des Eintrittes undzugleich Stärke u. Richtung der Erschütterung an-geben. Ein sehr zweckmäßiges u. einfaches Seis-mometer (Seismochronograph) hat vor KurzemLassaulx construirt. Dasselbe kann an jeder Pen-deluhr leicht angebracht werben u. beruht darauf,daß durch die Erschütterung des E-s eine Kugel