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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Erbschaftsklage Erbsen.

! in einer Reihe von Gesetzbüchern u. deren Com-^ mentnren niedergelegt sind. Erhaltung n. Fort-Pflanzung der Familie war ein durch die Religiongebotener Hauptzweck des brahmanischen Hindu,daher die Adoption bei mangelnder männlicherNachkommenschaft geboten wurde. Die Verwickelt-heit der geltenden Bestimmmungen wird dadurchsehr groß, daß auf die verschiedenen Kasten Rück-sicht genommen werden mußte u. daß 12 adoptirteDattaka genannte Söhne rechtlich zulässig sind.Gewöhnlich erfolgt die Jntestaterbfolge, wonachdie Söhne nach dem Tode des Erblassers in ge-meinschaftlichem Besitze bleiben oder, wenn dieTrennung durchgesührt wird, unter sich mit derMaßgabe theilen, daß der älteste die beste Sachedes Nachlasses vorweg erhält. Im Falle desTodes von Söhnen erben deren Söhne, Enkel u.Urenkel; erst nach diesen tritt die weibliche Erb-folge ein. Eine letztwillige Verfügung ist insofern! gestattet, als der Hausvater das erworbene Fa-miliengut immer vertheilen darf, das ererbte nurin der Aussicht, keine Kinder mehr zu erhalten.Der Lauf der Zeit u. die Veränderungen der Ver-hältnisse haben übrigens eine ganze Reihe speciellcr,durch die Umstände oft modificirter Erbregcln her-! vorgebracht. (RechtLW.) Lagai. (Gesch.) Thielemami.

Erbschaftsklage, s. u. Erbrecht.

Erbschaftssteuer, die Abgabe, welche der Erbes von der ihm zugesallenen Erbschaft an den Staat> oder die GcmeinLekasse, insgemein nach einem be-stimmten Procentsatz des Werthes derselben zuentrichten hat. Je entfernter der Erbe dem Erb-lasser in der Verwandtschaft steht, desto höher steigtdie Abgabe. Ausgenommen von dieser Steuersind nur die Descendenten des Erblassers. Vgl.Hoyer, die E. u. der Werthstempel von Schenk-ungen unter Lebenden. Gesetz v. 30. Mai 1873.Mit Kommentar herausg. Berl. 1875.

Erbschatzmcister u. Erbschenk, s. n. Erbamt.

Erbschilling, s. n. Erbpacht.

Erbschleicher, der auf eine unmoralische oderwiderrechtliche Art eine Erbschaft zu erhalten sucht;strafbar ist derselbe nur, insofern er eine der imStrafgesetzbuch vorgesehenen Strafhandlungen (Be-trug, Untreue, Diebstahl rc.) begangen; die Erb-schleicherei ist an sich nicht eine strafbare Handlung.Erbse, s. u. ftisnm u. Erbsen.

Erbsen, die Pflanzengatt. l?isnm; dann dieeßbaren Samen der gemeinen Erbse (l?isnin sa-tivum). Die E. werden in vielen Abarten, ausFeldern (Feld-E.) und in Gärten (Garten-E.) ge-baut. 1) Die Feld-E. werden eingetheilt in Winter-u. Sommer-E. Die Aussaat der Winter-E. ge-schieht vom Sept. bis Mitte Oct. auf gegenrauhe Winde geschütztes, kräftiges Feld; die Erntefällt Anfang Juli. Die Wintcr-E., die man vor-theilhaft auch unter Winterrvggen säen kann, ge-ben höhere Erträge als die Sommer-E. Beson-ders empfehlenswerth ist die französische graueWmter-E. Bei den Sommer-E. unterscheidet manFrüh- u. Spät-E., von denen die letzteren mehrStroh u. weniger Körner liefern als die ersteren.Die gebräuchlichsten Sorten der Sommer-E. sind:die westpreußische hochgelbe Wachs-E., dünnschalig,mehlig, ^cht gut, ist ergiebig an schmackhaftenKornern u. Stroh und artet nicht leicht aus; ost-

preußische große graue E., hat viereckige, gelb-braun gesprenkelte oder graugrüne ziemlich großeKörner, artet nicht leicht aus, wenn sie auf stren-gem Boden angebant wird u. liefert viel Stroh;Kapuziner-E., aus Holland stammend, ist sehr ein-träglich u. eignet sich besonders zum Anbau alsFuttererbse; frühe große grüne E., sehr ergiebigu. liefert bes. große Samen; frühe Citronen-E.,von üppigem Wuchs, reichlich im Schotenansatz u.Strohertrag; Kronen- oder Büschel-E., hat dickeStengel, niedrigen Wuchs, büschelförmigen Scho-tenansatz, reift sehr gleichmäßig, lagert sich nichtleicht, ist ertragreich, artet aber leicht ans, wennman ihr nicht einen leichten Boden anwcist; ge-wöhnliche große weiße Feld-E-, nur zu Viehfutterbrauchbar. Abarten der großen weißen Feld-E.sind: die kleine weiße späte E., dickschalig, wenigertragreich; die kleine weiße Früh-E., trägt reich-lich, liefert gutes Futtcrstroh, artet aber leichtaus; große gelbe E., von hochgelber Farbe unddicker Schale. In neuerer Zeit wird besondersdie Victoria-E. gerühmt. Die Erbse liebt einenmürben, weichen, kalkhaltigen Lehmboden u. mildesKlima; nach frischer Düngung wächst sie zu sehrins Stroh und lagert sich leicht. Die Saat ge-schieht breitwllrfig od. in Reihen, pr. Im 2>/s bis3 bl. Am besten bringt mau sie mit dem Pflugoder Exstirpator unter, doch dürfen sie nicht tieferals 1013 om bedeckt werden. Die Erbse hatviel von dem E-käfer, Lrnobns kisl, und demMehlthau zu leiden; gegen letzteren empfiehlt sichfrühe Saat u. Gemengsaat. Die Ernte muß vor-genommen werden, wenn die E. unten gelbreifsind und daselbst reife Hülsen haben. Das Ab-bringen geschieht mit der Sichel und der Sense.Die abgeschnittenen, abgemähten E. bleiben aufSchwaden liegen, bis das Stroh trocken und dieKörner hart sind, dann werden sie in Reihen oderauf Haufen zusammengebracht u. eingefahren;auch kann man dieselben auf Kleereutern trocknen.Ausgebracht werden die E. durch Dreschen s. d.Ausgcdroschen lassen sie sich dann mehrere Jahreaufbewahren. In Seestädten (von Polen ausüber Danzig) wird damit ein bedeutender Handelfür Schiffsladungen getrieben. Der Ertrag kannbei zusagendem Boden auf 1420 bl Körner u.80100 Ctr. Stroh pr. ba, steigen. Die E. sindmit sich selbst sehr unverträglich, u. mau darf siedeshalb erst nach 69 Jahren wieder auf dem-selben Acker anbaueu. Planche E. kochen sich sehrschwer mürbe, bes. in dürren Sommern auf kali-armem Boden. gewachsene, alle aber leichter inTeich- oder Flußwasscr als in Brunnenwasser.Kann mau Teichwasser nicht haben, so läßt mandas Brunnenwasser vorher aufkochen. Gewöhnlichwerden die E. 1218 Stunden lang vor demKochen in Wasser eingeweicht. Die Schalen wer-den nach dem Kochen durch einen Durchschlag od.Lurch einen Löchertopf (Erbsentops) gesondert. DieE. gehören zu den nahrhaftesten Früchten. Manbenutzt sie als Gemüse, zu E-muß oder E-suppe;auch kommen sie geschält als E-graupe in denHandel. E-mehl unter Roggenuiehl gibt ein dauer-haftes, aber hartes Brod. Die Eigenschaft reiferE., in Wasser bedeutend aufzuquellen, macht die-selben fähig, während des Aufquellens in hohle