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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Enncberger-Thal Emuus.

Linneschen Systems, die neunmännigen Pflanzenenthaltend.

Enneberger-Thal (Gaderthal), ein romanti-sches Seitenthal des Pnsterthales in Tirol (Öster-reich) vom Gaderbach durchflossen. Die sich haupt-sächlich mit Holzfällerei beschäftigenden Bewohner(etwa 7000 in 6 Gemeinden) reden die rhäto-ro-manische Sprache, jedoch findet die deutsche Spracheauch immer mehr Eingang.

Ennemoscr, Joseph, philosophisch-medicini-scher Schriftsteller, geb. 15. Nov. 1787 zu Schö-nau (nach A. im Hintersee) in Tirol, studirle seit1806 in Innsbruck Medicin, machte 1809 denJnsnrrectionskrieg als A. Hofers Schreiber mit,setzte dann seine Studien in Salzburg, Erlangenund Berlin fort, trat 1812 in das LützowscheCorps, in dem er sich mehrfach anszeichnete u. daseiserne Kreuz erwarb, ging nach Beendigung desKrieges wieder nach Berlin, promovirte 1816,practizirte eine Zeit lang, ging dann auf Reisen,lernte durch Wolfart Las magnetische Heilverfahrenkennen, erhielt 1819 eine medicinische Professuran der Bonner Universität, wo er Anthropologie,Psychologie und Pathologie las, kehrte aber ansHeimweh 1837 nach Innsbruck zurück, siedeltewegen mangelnder literarischer Hilfsmittel 1811nach München über u. st. 19. Sept. 1854. Vor-züglichen Ruf erwarb er sich als magnetischer Arzt;sein Verfahren gründete sich auf die Ansicht, daßabnorm veränderte, gehemmte und geschwächteKräfte am sichersten durch den Gebrauch der all-gemeinen Elementarkräfte, des Lichtes, der Wärme,der Elektricität und des Magnetismus unter An-wendung einer richtigen Diät geheilt werden könn-ten. Er schrieb: Der Magnetismus, Leipz. 1819,2. Anfl. 1844 (als Geschichte der Magie); Überden Ursprung und das Wesen der menschlichenSeele, Bonn 1824, 2. Anfl., Stuttg. 1851; Überdie nähere Wechselwirkung des Leibes u. der Seele,Bonn 1825; Anthropologische Ansichten, ebend.1828; Der Magnetismus im Verhältniß zur Na-tur u. Religion, Tüb. 1842, 2. Anfl. 1853; DerGeist des Menschen in der Natur, Stuttg. 1849;Was ist die Cholera? ebd. 1850; Anleitung zurMesmerschen Praxis, 1852. Er redigirte auch1848 u. 1849 die Innsbrucker Zeitung. Thamhayn.*

Euncnda Marktfl. im schweiz. Kanton Glarus,a. d. Linth und am Fuß des Schilt, mit demHauptflecken Glarus zusammenhängend; 2800 Ew.,Kattun- u. Schnupftuch Druckerei, Färberei undAlpenwirthschaft.

Enncn, Friedrich Hubert Leonhard, deut-scher Geschichtsforscher, geb. 5. März 1820 zuMünstereifel, studirte 18411844 zu Münster,Bonn u. Köln Theologie, Philosophie, Geschichteu. Diplomatik, promovirte in Würzbnrg als vr.xkil., war von 184557 Vicar und Leiter derhöheren Stadtschule zu Königswinter u. 1855 bis1858 Mitglied des preuß. Hauses der Abgeordne-ten u. ist seit 1857 Archivar n. Bibliothekar derStadt Köln. Er gründete mit dem PfarrerMooren zu Wachtendonk den Historischen Vereinfür den Niederrhein, zu dessen Vorstand er ge-hört. Außerdem ist er Vorsitzender des Vereinsvon Alterthumsfreunden in Köln und Vorstands-mitglied des Hansischen Geschichtsvereins. Er ver-

öffentlichte u. A. Geschichte der Reformation inder Diöcese Köln, Neuß 1849; Frankreich u. derNiedcrrhein, Köln und Neuß 185556, 2 Bde/Zeitbilder ans der neuen Geschichte der StadtKöln, Köln 1857; Über den Geburtsort des Pe,ter Paul Rubens, Köln 1861; Die Familie DuMont (als Manuscript) 1869; Quellen u. Urkun-den zur Geschichte der Stadt Köln, Köln 1860 ff.(bis Mitte 1876 5 Bde.); Geschichte der StadtKöln, Köln u. Neuß 1863 ff. (bis jetzt 4 Bde.);Der Dom zu Köln, Köln 1872. Schroot.

Ennepe (Empe), kleiner Fluß im preußischenRegbez. Arnsberg, entspringt bei Halver, nimmtden Milsper- u. Hasper-Bach auf u. mündet un-terhalb Hagen in die Volme (Nebenfluß derRuhr). Das 11 km lange u. 1 km breite Thalan der unteren E. zwischen Milspe u. Hagen, vonder Bergisch - Märkischen Eisenbahn durchzogen,wird Enneperstraße genannt und ist berühmtdurch seine außerordentlich zahlreichen, zum Theilgroßartigen Fabrikanlagen und Werkstätten, inLenen namentlich Eisenwaaren fabricirt werden.

Enningdal, Dorf im norweg. Amt Smaa-lenene. Hier am 10. Juni 1808 Sieg der Nor-weger unter Herzog Christian von Schleswig-Holstein über die Schweden unter General Armfeld.

Ennis, Hauptort der Grafschaft Cläre in deririschen Provinz Munster, am Fergus; 4 Kirchen,Kloster, lateinische Schule, Gerichtshof, Stadthaus,Markthalle, Denkmal O'Connells, Krankenhaus;Getreide- und Ölmühlen, Bierbrauerei, Kalkstein-brllche, Productenhandel; 6500 Ew. In derNähe das E-College.

Enniscortht), Stadt in der Grafschaft Wex-ford der irischen Provinz Leinster, am schiffbarenSlaney; Gerichtshof, Kloster, Arbeitshaus, Markt-halle, Brauereien, Brennereien, bedeutender Korn-handel; 5800 Ew. 1649 wurde die Stadt vonCromwell genommen, 1798 von den irischen Re-bellen erstürmt u. niedergebrannt.

Enniskillcn, Stadt in der Grafschaft Ferma-nagh der irischen Provinz Ulster, auf einer Inseldes Erne zwischen den beiden Erneseen, durchBrücken mit den Vorstädten an beiden Ufern desFlusses verbunden; 2 kleine Forts, 5 Kirchen,lateinische Schule, Gerichtshof, Stadthaus (mit denin der Schlacht am Boyne eroberten Fahnen),Arbeitshaus, Krankenhaus, Markthalle, Fabrika-tion von Messerschmiedwaaren, Strohflechtereien,

Branntweinbrennereien,Bierbrauereien,Gerbereien,

Handel mit Flachs, Getreide, Schweinefleisch undButler; 5906 Ew. Unterhalb der Stadt ans dernahen Devenish-Insel ein runder Thurm undRuinen von kirchlichen Gebäuden; oberhalb amUfer des oberen Ernesees die Ruinen der AbteiLisgool. H- Berns.

Enurus, Quintus, röm. Dickrer, geb. 2SSv. Ehr. zu Nudiä in Calabrien; studirte die grie-chische Literatur und diente im zweiten PunischenKriege als röm. Soldat; aus Sardinien brachteihn der ältere Cato 204 nach Rom, wo er baldden Scipionen, dem Fulvius Nobilior n. a. Vor-nehmen befreundet wurde und vom Unterricht unGriechischen u. der Bearbeitung griech. Dramenfür die röm. Bühne lebte; mit Fulvius machteer 189 den ätolischen Feldzug und durch dessen