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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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welche über die antike E. berichten denn Bei-spiele der antiken E. haben sich nicht vorgesunden

sind: Rlinius Hist, natnr. lid. XXXV. onp.11 u. Vitrnv. äs arcllit. lid. VII sax. 9, beideaber so unbestimmt gehalten hinsichtlich der posi-tiven Angaben über das Verfahren, daß sich nichtsGewisses darüber sagen läßt. Als der Erste, vonwelchem berichtet wird, daß er mit Wachsfarbengemalt habe, wird Polhgnot (um 420 v. Ehr.)genannt,spätersolldannPraxiteles (um360v. Ehr.)die Technik vervollkommnet haben. Aus den ci-tirten Stellen geht übrigens hervor, daß das Ver-fahren für die antike Kunst, auch praktisch, inso-fern von großer Wichtigkeit war, als es einemdoppelten Zweck diente, nämlich neben der Aus-schmückung auch der Conservirnng von Flächen.So bemalte man die hölzernen Thllren u. Drei-schlitze, die Lakunarien n. Schiffswände, selbst diemarmornen Architekturornamente rc. Auch derÜberzug mit punischem Wachs, den man denManergemälden verlieh, hieß enkaustisch. Übri-gens hat man den Ansdruck Einbrennen nichtstreng zu nehmen. Das Verfahren ist im GrundeLas nämliche wie bei der Ölmalerei, nur daß, dadas Wachs größere Consistenz hat, es Lurch Wärmeerst flüssig gemacht werden muß, um mit denFarbensnbstanzen gemischt u. anfgetragen zu wer-den. Allerdings wurde nach dem Auftrag dieganze Fläche nochmals, um sie eben u. glänzendzu machen, leicht erwärmt, aber von einem Ein-brennen war bei diesem Verfahren keine Rede.Daneben gab es aber noch zwei andere Arten derE., welche als Griffelmalerei (Cestrum-E.) n. alsElsenbein-E. bezeichnet werden n. die auf wirkli-chem Einbrennen beruhten. Die elftere Art ist vondem Brennspachtel (Kestron) benannt, womit manGemälde in punisches (gebleichtes weißes) Wachseinbrannte, die zweite bestand in Einbrennenfarbiger Zeichnungen in mit Wachs getränktesElfenbein. Die Cestrnm-E. war in der Blüthe-zeit der antiken Kunst eine noch ziemlich neue Er-findung, da man sie dem Pausias, der zu PlatosZeit lebte, znschrieb. Näheres aber wissen wirauch von ihr nicht, obschon sie von den drei Ar-ten der antiken E. offenbar am meisten Anspruchaus eigentliche Kunstmalerei machen konnte. (Vgl.auch Hirt in seiner Abhandlung snr Iss äiüsrsn-bss msÜroäss äs pwinärs slisr Iss anoisns in denLlsmoirss äs I'Xeaäemis roz-als äs Lsrlin 1799bis 1800, S. 342 ff.) Die E. ging am Schlüssedes Alterthums (Ende des 5. Jahrh.) verloren.Erst in neuerer Zeit, in der Mitte des 17. Jahrh.

also 100 Jahr früher als die sog. Entdeckungdes Grafen Caylus wird von einem deutschenKünstler, Daniel Neuberger, berichtet, daß er mitWachsfarben gemalt habe. Doch blieb er ohneNachfolger, bis im Jahre 1752 der Graf Caylnsdie E. wieder aufbrachte, neben welchem Bachelierdie E. schon 1749 durch eine Auflösung des Wachsesin Terpentingeist od. in alkalischen Flüssigkeiten wie-der entdeckt haben wollte. Der spanische JesuitRequenno u. Rciffenstein in Rom vervollkommntendie E., und etwa 10 Jahre später wandten vonTaubenheim in Mannheim u. Calau in BerlinÄhnliches an. In neuester Zeit ist die E. in aus-gedehntester Weise in München in Anwendung ge-

kommen u. zwar in zwei verschiedenen Metlwe?».

Die eine, durch v. Klenze eingeführre, heiß:eigentlich so, da das Einbrennen bei ihr wcasainu. sie nur des Wachses sich bedient, das" miteinem Harz vermisch! wird. Die andere Melheinist eine Erfindung Fernbachs (Die Enkanmstye ^Malerei, Münch. 1845). Die Materialien des- !selben sind Terpentinöl, Wachs, Terpentin, Beul- ustein n. Kautschuk. In Paris, sowie hier u. dain Italien, wird die E. häufig bei großen Wann,gemälden angewendet; ebenso in Berlin, wo unterAnderem die schönen landschaftlichen Wandgemäldeim Atheniensischen Saal des Neuen Museums(von Pape, Schirmer, Biermann, Max Schmidt)in Wachsfarben ausgeführt sind. Die dortige»Künstler befolgen die Methode von Tanbenheim,modificirt durch Montabert, wobei Elemi- u. Da.maraharze mit Wachs vermischt werden; in München(wo vornehmlich die Malereien im neuen Königsbau, !die Wandverzierungen im Corridor der Pinakothek, ! 'die Odyssee im unteren Geschoß des Saalbaues ^u. die griechischen Landschaften von Rottinan» inE. ausgeführt sind) bedient man sich außerdembeim Farbenauftrag flüchtiger (auch wol anderer)

Öle. Weitere Literatur: Aldobrandini im kis- !Arssso äslls ssisiws; Roqueno, 8rrM sul ois-tadiliirrsntlo äoll' antisg. arts äs' 6rsvi st äs'Romani xittori, 1787; Walter, Die wiederher-gestellte Malerei der Alten; Roux, Die Farbe»;Montabert, Iraits eomplst äs la psiutnrs, Bd.

8, S. 507 n. 659; Wiegmavn, Über die Malereider Alten, 1836. 3) Auch die in neuester Zeitin Anwendung gekommene Laoamalerei, sowiedas Einbrennen von Farben auf Porzellan undGlas nennt man E. Max Sch-Mr. i

Enke, E., Bildhauer, geb. 26. Jan. 1813 z»Berlin; besuchte daselbst die Akademie u. bildetesich unter dem Professor Alb. Wolfs aus. Ermodellirte das Jahndenkmal in der Hasenheide zuBerlin n. die Kolossalstatue Friedrichs I. Burg-grafen zu Nürnberg für das Berliner Rathhausin Bronze u. ist mit der Ausführung des Königin-Luisen-Denkmals in Marmor für den Thier-garten zu Berlin beauftragt. Lehftldt.

Enkhuyzen, Stadt im Gerichtsbez. Hoornder nieder!. Prov. NHolland, an der Znidersee;

4 Kirchen, der Domburg- oder Dromeüarthurinmit einem der schönsten Glockenspiele der Nieder-lande, schönes Rathhans (von 1688), Kantonal'geeicht; Fischfang, Fischhandel, Werfte; 5377 Ew. , jGeburtsort des Malers Paul Pottcr. E. kommt ^ ^urkundlich erst im 13. Jahrh. vor, wurde 1355 I ivom Grafen Wilhelm von Holland zur Stadt er- ) 'hoben, 1537 von den Gentern vergebens äuge- >griffen; cs war die erste niederländische Stadt, )die 1572 von den Spaniern abfiel. Im Mittel- ;alter war es eine blühende volkreiche Stadt; ihr ^Verfall wurde hauptsächlich durch Versandung desHafens veranlaßt. Ehemals beschäftigte E. beimHäringsfang gegen 400 Schiffe.

Enkirch, Flecken im Kreise Zell des preuß.Regbez. Koblenz, an der Mosel; 2 Kirchen; Wein-bau, Blei- u. Kupsererzgruben, Dachschieserbrüche;1875 2062 Ew. E. gehörte früher zu Kurlricr. :

Enkliisis (gr.), in der griech. n. lat. Gram-matik Las Zurllcktreten des Accents eines Wortes