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Englische Sprache u. Literatur.
maßregeln gehemmt, sich in England nicht nur zueiner literarischen, sondern auch zu einer politischenMacht ausgebildet hat, deren Wirkungen sich weitüber die Grenzen des eigenen Landes hinaus bisin die fernsten Welttheile fühlbar machen. Dieenglische Presse ist die öffentliche Meinung, es istdas laute Denken der Nation, der hörbare Puls-schlag ihres Geistes. Alle englischen Schriftsteller,die berühmtesten u. größten nicht ausgenommen,haben sich an der Presse betheiligt; aber auchalle englischen Leser ohne Ausnahme beförderndieselbe durch lebendige Theilnahme. Es ist hiernicht sowol von den politischen Zeitungen, als vonden Reviews, Monats- u. Vierteljahrsschriften(Uontlä)' anä tznartorlz' Rsvisrvs) die Rede,obwol auch von diesen eine jede eine bestimmtepolitische Färbung hat und gerade in ihnen derKamps der Parteien lebhaft fortgeführt wird. Zuden berühmtesten gehört die whigistische Däln-bur§lr Devierv, welche u. A. Sidney Smith,Lord Jeffrey u. Lord Macaulay zu ihren Mit-arbeitern zählte. Im Gegensätze zu der Däin-l>nr§lr Dovierv wurde auf W. Scotts Betriebdie lange Zeit von seinem Schwiegersöhne JohnGibson Lockhart geleitete toryistische tzuartorlz'Lsvisrv gegründet. Die unter den AuspicienJeremy Benthams 1824 entstandene u. längereZeit von I. St. Mill geleitete IVsstininsterLsvimv huldigt dem Radicalismus, ebenso dieim vorigen Jahrzehnt von Lewes gegründeteDortni§Irtl/ Dsvlsrv; die Dublin Rsvisrv, diefrüher in O'Connells Diensten stand, ist dasOrgan des katholischen, Dublin Dnivorsitz' Üsvrorvhingegen das des protestantischen Irlands. Fraser's,Gentleman's u. Blackwood's Llaxsanino folgen derkonservativen Fahne. Die Lritislr (juartsrl^Itsvrsrv gehört Len Dissentern, wogegen die 6cm-tsmporar/ Devrsrv die freiere Richtung in derengl. Staatskirche u. die 1875 gegründete 6burobtznarterlz- Dsvisrv die orthodoxe Richtung in der-selben vertritt. Das ^.tlrsnasnm endlich nimmtin der literarischen Welt eine ähnliche Stellungein, wie die Dimes in der politischen, u. eben-bürtig ihr zur Seite stehen die Laturäax Dsvisrvu. die 1869 gegründete ^.vaäsinzc.
Während sich die Dovlorvs an den gebildetenTheil der Lesewelt wenden, ist ein anderer Zweigder Literatur für die unteren Schichten der Be-völkerung bestimmt, welche in England mehr alsanderswo leselustig u. für Belehrung empfänglichsind. Verschiedene Gesellschaften, namentlich dieLooistx kor tbs äitrusion ok usekul lcnorvlsck§s,haben sich um die Herstellung und Verbreitungbilliger u. gediegener Volksschriftcn große u.bleibende Verdienste erworben. Von der genanntenGesellschaft sind u. a. das Dennzc Naxanins u.die Dennx 6z-elopaeäia ausgegangen, denen als-bald in England wie auf dem 'Festlande einewahre Fluth ähnlicher, bes. auch illustrirter Publi-kationen folgte. Unter den Verlegern, welche sichmit Ernst u. aus Liebe zur Sache diesem Litera-turzweige gewidmet haben, stehen die auch alsSchriftsteller hochgeachteten Gebrüder Chambersin Edinburgh obenan. In neuester Zeit habensogar die Eisenbahnen n. Dampfschiffe ihren Ein-fluß bis auf die Literatur erstreckt, indem sie das
Entstehen zahlreicher Bibliotheken für Reisenden. die bekannten Sammlungen von Schillings,bänden veranlaßt haben, die auf allen Dampf-schiffen u. Eisenbahnen im ganzen Lande zumVerkaufe angcboten werden, so daß auf den Eisen-bahnstationen viel sicherer ein Looü-stall als eineRestauration anzutreffen ist.
IV. Englische Literatur in Amerika, s.u. Nordamerikanische Literatur.
V. Hilfsmittel. Außer den bereits obengelegentlich angeführten Werken über einzelneTh eile u. Perioden der englischen Literatur-geschichte müssen wir zum Schluffe noch einenkurzen Ueberblick über die wichtigsten Quellen undHilfsmittel zum Studium derselben hinzufügen.Vor allen Anderen zeichnet sich durch mühevollesu. gewissenhaftes Quellenstudium wie durch ge-sunde u. besonnene Kritik Thomas Warton'sDlstor^ ok DnMslr Dostr^ (4. Ausg. von Price,1840, 3 Bde.) aus, welche jedoch nur bis ansden Anfang des 17. Jahrh. reicht. Als vollstän-dige Literaturgeschichten sind hervorzuhebeu: Bou-terweks Geschichte der Poesie n. Beredtsamkeit seitdem Ende des 13. Jahrh., Gött. 1809 — 10, 7.u. 8. Bd.; Mezieres, Distoirs eritigne äs la litöra-turs ^uAluiss, Par. 1834, 3 Bde., u. Pecchio,Ltoria eritiea äslla xossia inAlsss, Hallam, In-troäuotion to tlrs litsraturs ok Duropv,, 1837bis 1839; R. Chambers Ozwlopasäia ok DnzüsbDitoraturs, Edinb. 1844, 2 Bde., enthält außerden in chronologisch geordneten und in passendeGruppen abgetheilten biographisch-kritischen Lebens-beschreibungen der Schriftsteller auch zahlreicheProben aus deren Werken; ein ähnliches Werkist G. L. Craik, Llcstelrss ok tlrs lristor/ ok lits-raturs anä lsarniu§ in DnAlanä kroiu tbs Nor-man oonguost to tbs aosssslon ok Dlmadstb,Land. 1844, 2 Bde.; biographische Hilfsmittel:Sam. Johnson, Dlvss ok tlrs most eminentLnAlislr xosts, Dunham 1779—83, n.Ausg.1872;Dlvss ok tlro most smlnont litsrar^ anä seien-title msn ok 6rsat Dritain, Lond. 1836 — 39,
3 Bde.; Rob. Bell, Divss ok tlrs most omwoutLnsslislrposts, ebd.1839, 2 Bde.; Thom. Campbell,Lpsolmons ok tlrs Dritistr posts, ebd. 1819,
7 Bde.; D. I. Reuß, Das gelehrte Englandod.Lexikon der jetzt lebenden Schriftsteller in Groß-britannien, Irland u. Nordamerika nebst einemVerzeichniß ihrer Schriften von 1770—90, Bert1791, Nachtrag u. Fortsetzung von 1790—1803, ,
ebd. 1804, 2 Bde. Handbücher sind: Collier, ,Dlistorz- ok DnZlistr äramatio Dostr^, Lond. 1831; iWm. Spaltung, Dir« Iristor^ ok DvAlislr litorn-ture, Edinb. 1833 (deutsch, Halle 1854), 11. A.1871; R. Chambers, Dllstorx ob tlrs DnglisdlanAunAs anä litsratnrs, Edinb. 1837, 4. Ausl.;Joh. Scherr, Geschichte der englischen Literatur,Lpz. 1854, 2. Ausl. 1874; Alexander Büchner,Geschichte der englischen Poesie, Darmst. 1856,
2 Bde.; Gätschenberger, Geschichte der englischenLiteratur, 2. Ausl., Lond. 1874; Jul. Schmidt,Übersicht der engl. Literatur im 19. Jahrh., Lpz.1859; Craik, Dlstör^ ok tlrs Dnsslislr Ditoratursanä lanKuaAs, Lond. 1861, n. A. 1871, 2 Bde.;Ders., Llanual ok DnZIisIr Dltsraturs, Lpz. 1874;Morley, DnZIislr IVrltsrs, Lond. 1864 — 67, n.