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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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England (Geschichte).

losen Hast steuerte der König auf sein Ziel los,den Papismus wieder einzuführen, ließ die Je-suiten in London eine Schule eröffnen, übergabmehrere Kirchen dem öffentlichen Gottesdienste verKatholiken, schickte einen Gesandten nach Rom,empfing dagegen von da einen Nuntius, ließ dieFreiheit der Ausübung der katholichen Religionoffen proclamiren, schickte den Erzbischof von Can-terbury u. 6 Bischöfe, die hiergegen protestirten,in den Tower, ließ ihnen den Proceß machen u.dankte eine große Anzahl von angeblich republi-kanisch gesinnten Offizieren ab, um Katholiken eiu-zuschieben. Als endlich der König aus eigenerMachtvollkommenheit die Gewissensfreiheit (1687)proclamirte, begann der passive Widerstand desVolkes zur That überzngehen. Die protestantischePartei erhielt von außen mächtigen Beistand, daWilhelm von Oranien erklärte, er und seine Ge-mahlin würden nie in die Aushebung der Testactewilligen. Als darauf Jakob 6 engl. Regimenter,welche Karl II. in holländische Dienste gegebenhatte, znrückrief, weil er von dem Oranier nichtsGutes argwöhnte, leisteten die Truppen keine Folge,sondern blieben im Dienste der Generalstaaten,welche außerdem zur See zu rüsten begannen, daJakob das BUndniß mit Frankreich u. Las Jahr-gehalt von Ludwig XIV. beibehalten hatte. Dererste erfolgreiche Widerstand gegen die königl. Ge-walt ging von den Bischöfen aus, welche sich ingroßer Anzahl weigerten, der 4. Mai 1688 ver-ordneten Ablesung der die Glaubensfreiheit enthal-tenden Proclamation nachzukommen. Sie wan-derten sämmtlich in den Tower. Bald darauf (10.Juni 1688) gebar die Königin, Maria von Mo-dena, einen Sohn. Dies Ereigniß setzte das ganzeVolk in Aufregung, man glaubte allgemein, dasKind sei untergeschoben. Bis jetzt hatte man ge-hofft, daß die Begünstigung des Katholicismnsmit Jakods Tode enden würde, indem dann dieGemahlin des Prinzen Wilhelm von Oranien,Erbstatthalters in Holland, eine eifrige Protestan-tin, zur Regierung kommen mußte. Nun war LieseHoffnung vereitelt. Inzwischen zeigten sich dieVorboten des nahenden Sturmes. Die eingeker-kerten Bischöfe wurden unter dem Jubel des Vol-kes von den Geschworenen freigesprochen. DerPrinz von Oranien hatte indessen seine Rüstungenziemlich beendet. Schon lauge war er im gehei-men Einverständnisse mit mehreren der angesehen-sten Persönlichkeiten E-s, als er von sieben zudiesem Zwecke zusammengetretenen Männern, denGrafen v. Shrcwsbury, v. Devonshire, v. Danby,dem Bischof von London, Lord Cowley, HenrySidney und Admiral Russell 30. Juni in einerAdresse förmlich aufgefordert wurde, zum Schutzedes Protestantismus nach E. zu kommen unsJakob II. zu entthronen. Der König, völlig ver-blendet, glaubte den Versicherungen seines Schwie-gersohnes, die holländischen Rüstungen seien gegenLudwig XIV. gerichtet, da dieser in der That, dieVerschwörung durchschauend, zur Verhinderungdes Angriffes auf E. zu rüsten begann, ohne beiJakob mit seinen Warnungen Gehör zu finden.Der Krieg Ludwigs mit Deutschland gab indessenWilhelm von Oranien völlig freie Hand. Nunerst gingen Jakob die Augen auf. Plötzlich von

Furcht ergriffen, nahm er öffentlich alle Maßregelnzurück, durch welche er das Vertrauen u. die Acht-ung des Landes verscherzt hatte. Es war zu spät.Am 5. Novbr. 1688 landete der Erbstatthalter,Wilhelm von Oranien, mit 14,000 Mann unterdem Jubel des Volkes zu Torbay. Mehrere be-deutende Offiziere, u. A. auch Churchill, späterunter dem Namen Marlborough berühmt, gingenzu ihm über. Prinz Georg von Dänemark unddessen Gemahlin Anna, zweite Tochter des Königs,schon lange im Einverständniß mit dem Prinzenvon Oranien, verließen den König 25. November.Wenige Tage darauf erklärte der Admiral Dart-mouth, er könne für die Treue der Flotte nichtinehr einstehen, während ans dem stk. Berichteüber Aufstände zu Gunsten Wilhelms einliefen. Am30. Nov. berief der König, auf die Gewalt derWaffen nicht mehr trauend, ein Parlament zum15. Jan. u. begann mit Wilhelm zu unterhandeln.Dieser verlangte, daß, während das Parlamentznsammentrete, Jakob London verlasse, oder ihmgestatte, sich dort gleichfalls einzufinden. Darauffloh die Königin 9. Decbr. nach Frankreich. Ingleicher Absicht schiffte sich der König II. Decbr.auf der Themse ein, wurde aber zu Favershamanfgehalten. Inzwischen hatte sich in London dieWuth des Volkes gegen die Katholiken u. den An-hang des Königs in blutigen Gewaltthaten Lustgemacht. Dreißig Peers ergriffen provisorisch dieRegierung u. ließen den König unter dem Schutzevon 2000 Garden nach London 16. Dec. zurück-bringen. Am folgenden Tage rückten die Holländerin London ein, u. Wilhelm ließ den König auf-fordern , nach Ham, einem Schlosse der Herzoginvon Landerdale, zu gehen, allein der König bat,sich nach Rochester zurllckziehen zu dürfen, wasihm zugestanden wurde. Von da entfloh Jakob2. Jan. 1689 auf einer Fregatte und begab sichnach St. Germain, wo er sich von nun an anshielt.

Während dieser Tage versammelte Wilhelmdie Lords u. ließ sich von ihnen die höchste Staats-gewalt bis zum Zusammentritt des Parlamentsübertragen, welches auf 22. Jan. 1689 berufenwurde. Dasselbe, ohne alle u. jede Beeinflussungvon Seiten Wilhelms gewählt, trat aber, da dieBerufung des Königs mangelte, nicht als Parla-ment, sondern als außerordentliche Nationalver-sammlung (Convention) zusammen, verlängertedie Vollmacht des Regenten u. erklärte 28. Jan.den Grundvertrag zwischen Volk u. König für ge-brochen u. den Thron für erledigt. Am 6. Fcbr. ^übertrugen beide Häuser das Thronrecht aus Ja- skobs älteste Tochter Maria und deren Gemahl ,Wilhelm III. In der sogen. Oselarutiou ok ^riAÜts wurden zugleich, unter Einfluß des nach-maligen Lordkanzlers Somers die schon bisher gel-tenden Grundprincipien der englischen Constitution(das Besteuernngs- und freie Vsrsammlungsrechtdes Parlaments, das Recht der Bürger, ihre Ver-treter frei zu wählen, die alleinige Zuständigkeitder Gerichte in allen bürgerlichen Verhandlungen)nochmals festgesetzt n. feierlich verkündigt. Dannerst nahm die Versammlung mit Zustimmung desKönigs den Namen Parlament an und beschloßnun noch, jede Dispensation von einem Gesetzefür null u. nichtig zu erklären u. das Thronfolge-