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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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England (Geschichte).

recht an das protestantische Glanbensbekenntniß inder Art zu knüpfen, daß selbst Vermählung miteinem Papisten dasselbe verwirke. Beide Beschlüssewurden in das nun als Kilt ok riAÜts zumGrundgesetz erhobene Statut eingetragen. Schott-land folgte E-s Beispiel am II. April, aber Ir-land blieb in Aufstand gegen Wilhelm n. wurdedurch ein französisches Heer, welches dort 12. März1689 landete, unterstützt. Jakob zog in Dublinein n. berief dahin das irische Parlament. Aberwahrend 1. Juli 1690 die Franzosen die ver-einigte britisch-niederländische Flotte unter Tor-rington bei Beachy Head besiegten, schlug an dem-selben Tage Wilhelm die Iren u. Franzosen amFlusse Boyne. Die Wiedereroberung Irlandswurde vollendet, als 13. Juli 1691 der GeneralKinkel die Truppen Jakobs zum zweiten Malebei Aghrim schlug, die Stadt Limcrik erstürmte u.den König zur Flucht nach Frankreich nöthigte.Wilhelm III. begab sich nun, nachdem er 1692einen abermaligen Versuch der Franzosen zur Zu-rnckfiihrnng Jakobs vereitelt hatte, in die Nieder-lande, um dort den Oberbefehl gegen Ludwig XIV.zu übernehmen. Obgleich 1691 bei Steenkerkenu. 1693 bei Neerwinden geschlagen, hielt er sich,bis Frankreich, dinch den Krieg mit Deutschlanderschöpft, 1697 den Frieden zu Ryswijk schloß, inwelchem ihn Ludwig XIV. als König von E. an-erkannte. E. selbst erwuchs ans dem Friedenkein Vortheil, welcher zu den ungeheueren An-strengungen, die es gemacht hatte, in nur einigeinVerhältniß stand. Daher gab sich auch im Lande«ine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Abschlußdesselben kund. Überhaupt konnte Wilhelms Vor-liebe für die Whigs, seine Versolgungssucht gegendie Anhänger König Jakobs in Schottland undIrland und seine Abneigung gegen die HochkircheE-s, ihn in E. nicht allgemein populär machen,wenn er auch viel für die Freiheit n. den Wohl-stand der Nation that. Auch verschmähte er nicht,das Mittel der Bestechung gegen Mitglieder derOpposition anzuwenden, u. mußte deshalb, wennauch ungern, den Beschluß des Parlaments, dieDauer des Parlaments ans drei Jahre zu be-schränken, 1694 anerkennen. Weitere Parlaments-acte betrafen die Trennung des königlichen Pri-vathaushaltes vom Staatshaushalt, die Anbahn,ung der Preß- u. Glaubensfreiheit (die Tolcranz-acte von 1689 gewährte zwar den Socinianeruu. Katholiken keine Duldung, doch wurden dieVerfolgungen derselben fortan eingestellt), die Si-cherstellung der Ministerverantwortlichkeit, die An-stellung der Richter des höchsten Gerichtshofes aufLebenszeit, die Gründung der Nationalbank (hcr-vorgegangen aus dem Wachsthum der englischenStaatsschuld) und die Privilegirung der neuenOstindischen Compagnie. Mehrere Male drohteWilhelm wegen einzelner Differenzen mit demParlament abzndanken; namentlich als das Par-lament ans Abschaffung der holländischen Gardeu. Reducirung des stehenden Heeres auf 10,000Mann drang. Doch willigte er in beide Maß-nahmen. Beim Ausbruch des spanischen Erb-solgekrieges gewährte ihm das Parlament bereit-willig die Ausstellung, von 45,000 Mann gegenLudwig XIV., da dieser nach Jakobs II. Tode

(1701) dessen Sohn (den nachmaligen Prätenden-ten Jakob), als König von E. anerkannte. DerTod verhinderte Wilhelm, den Krieg mit seinemTodfeinde zu eröffnen, denn er st. schon 8. März1702. — Seine Nachfolgerin war seine Schwä-gerin Anna, Tochter Jakobs II., vermählt mitdem Prinzen Georg von Dänemark. Anna hieltan der 7. Sept. 1701 zwischen dem Kaiser, LenNiederlande» und E. geschlossenen Tripleallianzfest u. ließ sich, obwol den Tories zngethan, vondem Hauptführer der die Negierung behauptendenWhigpartei, dem Herzog von Marlborongh unddessen Gemahlin, vollständig beherrschen. Marl-borough führte den Krieg gegen Frankreich zuE-s Ruhm u. Vortheil, bis ihn eine Cabale derTories 1710 stürzte. Die Führung des Mini-steriums, welches von dem nengewählten toristischgesinnten Parlament unterstützt wnrde, übernahmder Graf von Oxford n. der Viscount von Bo-lingbroke. Diese schlossen 8. Oct. 1711 einenPräliminar, und 11. April 1713 den definitivenFrieden zu Utrecht mit Frankreich und Spanien.E. erhielt dadurch die Hudsonsbai, Neu-Fonnd-land, Nenschottland, Gibraltar u. Minorka u. denVorrang vor allen Seemächten, da die spanischeFlotte fast ganz zertrümmert war. Die prote-stantische Successionsacte wurde in diesem Frie-den gegen den Wunsch der Königin ausdrücklichanerkannt. Anna starb 10. Aug. 1714. Unterihrer Regierung wnrde dem Plane Wilhelms III.gemäß E. u. Schottland 1. Mai 1707 unter demNamen Großbritannien zu Einem Reiche vereinigtn. die Bevölkerung beider Länder in ihren politi-schen Rechten gleichgestellt.

Schon vor Annas Thronbesteigung und Wil-helms III. Tode war durch die protestantischeSuccessionsacte vom 12. Juni 1701 die fernereSuccession auf dem engl. Thron bestimmt. DaWilhelm III. kinderlos, die Kinder der KöniginAnna schon alle gestorben u. deren Bruder Jakobvon der Thronfolge ausgeschlossen war, so wurdenach ihrem Tode das Haus Braunschweig-Han-nover auf den Thron berufen, weil in demselbennoch der einzige der protestantischen Lehre treugebliebene Sprössling des englischen Königshauses,lebte, Sophie, Enkelin Jakobs I., Tochter vondessen Tochter Elisabeth u. dem Kurfürsten Fried-rich V. von der Psalz u. Gemahlin des Kurfür-sten Ernst August von Hannover. Die weitereGeschichte E-s s. n. Großbritannien.

Literatur: Sammlungen älterer Chronisten:Kerum dritaunioarum seriptorss vstnstiorss stprasolpui, von Matth. Parker gesammelt, 1587,Fol.; Kerum an^kioarum soriptorss post Lsckampraseipui, gesammelt von Sir Henry Savile, Lond.1596, Franks. 1601, Fol.; Xns-Uea, Mormaimioa,Urberuiea, Supplemente zu der vorigen Samm-lung von Camden, Franks. 1603, Fol.; KerumanKUearum seriptores veterss, v. Fell, Oxford1684, 1 . Bd., Fol.; Kistorias Lritaimieas, 8a-xcmieas, XnAlo-ckamvas soriptorss XV, von Th.Gale, Oxf. 1691; H. Wharton, XnAÜa. saora,Lond. 1723, 2 Bde., Fol.; W. Caxton, EnglischeChronik (die älteste gedruckte), 1480; Milton,Kistorio. XuAlosaxonica, 1671; Langhore, 6iiro-ureou reZum Xn^i., Lond. 1679; Carte, Hast.