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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elcn — Eleonore.

verwandten Arten SAmerikas. In frischem Zu-stande ist es infolge eines Gehaltes an ätherischemOl (E-öl) weich, erhärtet aber bald an der Luftund bildet gelbliche oder grünliche, undurchsichtigefettglänzende Stücke von 1 , 02 —1,os spec. Gew.,welche schon durch die Wärme der Hand erweichenu. sehr leicht schmelzen, balsamischen Geruch undGeschmack besitzen, in Wasser unlöslich, in kochen-dem Alkohol, sowie in Äther u. Terpentinöl leichtlöslich sind. Ans der heißen alkoholischen Lösungscheiden sich beim Erkalten Krystalle ans (Amyrin).Kalter Alkohol zieht ein branngelbcs amorphesHarz ans. Bei der Destillation mit Wasser gehtein klares, dünnflüssiges, zu den Camphenen ge-hörendes, bei 166—174° siedendes ätherisches Oel(E-öl) vom spec. Gew. 0,?s über, welches in grö-ßeren Mengen genommen giftig wirkt. Das E.dient zur Bereitung von Firnissen und in derMedicin. Clären.

Elen, Sängethier, so v. w. Elenthier.

Elenantilope (Loselaxims Oaama k?i'«U),Antilopenart SAfrikas, s. u. Antilopen.

Elenchns (gr.), so v. w. Beweisgrund od. Be-weis; gewöhnlich aber ein Gegenbeweis, eine Wieder-legung od. Überführung durch Beweis, auch Rüge.Ixnoratro eionoiri, der Fehler im Beweisen, deretwas Anderes beweist, als eigentlich bewiesenwerden soll und dasjenige, worauf es ankommt,ignorirt. Die absichtliche Begehung dieses Fehlersheißt auch mutakro oksuolri (Veränderung des zuBeweisenden). Elenktik, Überführnngs- oderWiderlegungskunst, kirchliche Streitlehre, Polemik.

Elenktisch, s. u. Elenchns. Specht.

Elcnn, so v. w. Elenthier.

Elenthier (Elen, Elenn, Elch, 6ervus LlossL.), altd. Elch, Original, Moosdeer, Art aus derGatt. Hirsch. Größer als das Pferd, 2Hz in lang,am Widerrist 1,» n> hoch; bis 10 Ctr. schwer; Kopslanggestreckt, mit anfgeschwollener, knorpeligerSchnauze u. Nase n. einem 15 cm langen, langbe-haarten Fleischzapfen unter der Kehle, lang- undgrobhaarig, mit kurzer Mähne u. schanfelförmigem,gleich vom Grunde an ausgebreitetem, bis zu 60Pfund schwerem, 6—12zackigem Geweihe; Läufelang, die vorderen länger als die Hinteren; Farbeim Sommer schwarzbrann, im Winter Heller, mitGrau untermischt, wie gereift; das Thier (Weib-chen) ist kleiner als der Hirsch u. ohne Gehörn u.Bart; das Kalb ist einsarbig, dunkelbraun, mitinnen schmutzig weißen Ohren; Brunst Ende An.gust, den September hindurch; trägt 9 Monatelang und wirft das erste Mal 1, die folgendenMale 2 Kälber. Das E. lebte bis ins 11. Jahrh.in Deutschland, wo schon Cäsar von demselbengehört hatte, der es so beschreibt: es gleiche anGestalt und Farbenwechsel des Felles dem Rehe,sei aber größer und habe unvollkommene Hörnerund gelenklose Beine, so daß es sich nicht legenkönne, sondern znm Schlafe sich an Bäume lehne,weshalb, wenn man diese untergraben od. ange-hauen habe, es mit diesen leicht umfalle u. eineBeute der Jäger werde. Pliuius erwähnt einesähnlichen Thieres unter dem Namen Achlis. Jetztkommt es nur noch in niedrigen und sumpfigenWäldern des nordöstl. Europa, von Sibirien u.RAmerika vor, in Deutschland nur noch zu Jben-

forst bei Memel in einem Bestände von ca. 100Stück, welche sehr gepflegt werden. Von ihmwerden Fleisch, Knochen u. vorzüglich das weicheu. sehr dicke Fell benutzt. Das E. ist für Wald- !ringen sehr schädlich, da es zu seiner Nahrung !gerbstoffhaltiger Rinde unbedingt bedarf. Das !präparirte (gefeilte und zerriebene) Elenhorn nebst >Elenklauen war sonst als Mittel gegen die fallende !Sucht in Ruf, jetzt braucht man beide nur zumDrechseln, wozu es sich wie Elfenbein, ja nochbesser als dies, eignet, da es nicht gelb wird. Val.Schelch. Thomo.

Oooobaeis L. Lr., auch llslsoolrarrs geschr.,Untergatt. von Lorrpns; s. d.

Eleonore, weiblicher Name, bedeutet die Mit-leidige. Merkwürdig sind: 1) E., älteste Tochterdes Königs Eduard I. von Portugal u. der Leo-nore von Aragon, geb. 1437, schön u. klug; ver-mählte sich 1452 mit Kaiser Friedrich III.; starb1. Sept. 1467 in Wienerisch-Neustadt. Sie wardie Mutter des Kaisers Maximilian I. und derKunigunde, Gemahlin des Herzogs Albrecht desWeisen von Bayern. Als ihr Gemahl 1463 mitdem Stadtkämmerer Wolfgang Holzer von Wiendie schmähliche Capitnlation abschloß, um wiedernach Wien zu dürfen, beschwo^ sie den damals4jährigen Prinzen Maximilian, er möge doch einst,wenn er Kaiser sei, männlicher handeln. 2) E.Magdalena, Tochter des Kurfürsten PhilippWilhelm von der Pfalz, geb. 1655; wurde 1676die dritte Gemahlin des Kaisers Leopold I.; siegebar ihm drei Prinzen, darunter die Kaiser Jo-seph I. u. Karl VI., u. sieben Prinzessinnen; über-nahm nach dem Tode ihres Gemahls (1705) u.ihres Sohnes Joseph I. (1711) für ihren zweite»in Spanien geborenen Sohn, Karl VI., die Re-gierung der Erblande u. dämpfte die Unruhen inUngarn. Sie st. 19. Jan. 1720. Lebensbeschreib- lnng von Silbert, Wien 1837. 3) E. v. Guienne !(E. v. Aquitanien), Tochter Wilhelms IX. von ^Aquitanien, geb. 1122; erbte von ihrem Vaterdas Herzogthnm Guienne u. vermählte sich 11.Umit König Ludwig VII. von Frankreich, der sie ^zu dessen u. seines Unternehmens Schaden 1147auf dem zweiten Kreuzzuge nach dem GelobtenLande mit sich nahm. Die sittliche Strenge des ^Gemahls war der leichtsinnigen E. ein Gräuel n. ,so wurde sie bald seiner überdrüssig, sagte vonihm, er sei kein König, sondern ein Mönch, knüpfteunterwegs Verhältnisse mit Anderen an, die ihremsinnlichen Wesen mehr znsagten, u. brach endlichin Antiochia öffentlich mit ihm. Ludwig hielt sieseitdem unter strenger Aufsicht, erhob auch baldSkrupel über seine Verwandtschaft mit ihr (im 6.Grade), ließ sich aber erst 1152 von ihr scheiden.Sechs Wochen, nachdem Ludwig ihr Erbe ihr her-ausgegeben, heirathete sie den Herzog HeinrichPlautagenct von der Normandie, später Hein-rich II. König von England. Von diesem baldvernachlässigt, nachdem sie ihm 4 Söhne geboren,reizte sie Liese, gegen ihren Vater die Waffen zuergreifen, wurde aber, als sich diese mit dem Va:erversöhnt, 1174 in strenge Haft genommen, na-mentlich weil sie im Verdachte stand, die Geliebteihres Gatten, Rosamunde Clifsord, durch Gift ge-lobtet zu haben. Erst nach Heinrichs Tode erhielt