230 Elementarklasse — Elemente.
Elementen herrschten, bisweilen mit den Menschenverkehrten u. ihnen neckend Gutes erwiesen, wenngereizt, aber auch Böses zufügten. In der mystisch-kabalistischen Philosophie waren diese vier Elementepersonificirt. Sie zerfielen nach derselben in Erd-(Gnomen), Wasser- (Undinen), Luft- (Sylphen) u.Fenergeister (Salamander). Sie kommen übrigensin den Sagen aller Völker vor. Paracelsus hateine eigene Abhandlung von ihnen geschrieben.Sie spielen in Feenmärchen u. Geistergeschichtenheute noch eine Rolle. Specht.
Elcmentnrklaffe, s. Elementarschule.
Elcmentarkriifte, 1) die Natnrkräste der Ele-mente, in den Elementargeistern personificirt;3) die Quellen der Elementarfunctionen,d. h. die Grund- u. Hauptthätigkeiten der Seele,z. B. Denken, Wollen rc.
Elementarlehre, 1) Unterweisung in den Ele-menten (Anfangsgründen) einer Wissenschaft;3) Darstellung der ans den Principien der Wissen-schaft selbst abgeleiteten Lehrsätze, im Gegensatzzur Methodenlehre, welche die Regeln angibt, wiejene Lehrsätze behandelt od. angewendet werden.
Elementarorgane der Pflanzen und Thierefind die Zellen, weil alle Organe derselben nach-weislich aus Zellen bestehen od. aus solchen ent-standen find. Engter.
Elementarschule (in Frankreich u. der SchweizPrimärschule), soviel wie niedere Volksschule,ist eine Anstalt zur Ertheilung des Elementar-unterrichts, d. h. ersten Unterrichts der Kinder inden Elementen, d. h. den nothwendigsten u. ein-fachsten Gegenständen des Wissens, wie Lesen,Schreiben, Rechnen, Naturkunde, Weltknnde, Re-ligion rc. Die unterste Klasse dieser Schule wirdspeciell Elementarklasse genannt, der darinUnterricht ertheilende Lehrer heißt Elementar-lehrer und seine Schüler heißen Elementar-schüler. Comenius, Basedow, vor Allem Pesta-lozzi find die Begründer des heutigen Elemen-tarunterrichts. Derselbe ist, da er die Grund-lage der gesammten Bildung abgibt, von höchsterWichtigkeit u. es wird ihm daher in der Gegen-wart von den Behörden sowohl, wie von Elternu. Lehrern sorgsame Beachtung zu Theil. DerElementarunterricht ist vor allen Dingen Anschau-ungsunterricht und seine Aufgabe ist, die Kinderunterrichtssähig zu machen, durch Schärfung undÜbung der Sinne, besonders des Auges u. Ohres,durch Gewöhnung zur Aufmerksamkeit, durch Bil-dung des Gemllthes u. Denkvermögens, der Aus-sprache u. des Sprachgefühles, Stärkung des Ge-dächtnisses durch Lesen n. Schreiben einfacher Sätzeu. Rechnen mit den Grundzahlen in allen vierSpecies. Sorgfältig ist aber darauf zu achten, daßdas Kind körperlich u. geistig nicht zu sehr äuge-strengt werde; wöchentlich 16—20 Stunden sinddas Maximum der Unterrichtsstunden der Elemen-tarklasse. Vgl. Klauwell, Das erste Schuljahr,Leipz. bei Jul. Klinkhardt; Knaus, Das ersteSchuljahr, Stuttg. Liesching; Schlotterbeck, Sinn-bildung, Gl^au Flemming; Wiedemann, DerLehrer der Kleinen, Neu-Ruppin Öhmigke. Stöpier.
Elementarunterricht, s. Elementarschule u.Unterricht.
Elementartiersicherung, Versicherung gegen
Elementarschäden, eine in Österreich vereinzelt vor-kommende Art der Assecuranz, die sich jedoch nicht iauf alle Elementarschäden, sondern nur auf diedurch Feuer, Wasser, Hagel u. durch den Verkehrentstehenden erstreckt. Es betreiben die Elemen-tarversicherung die drei Triester: AssicurazioniGenerali, Azienda, Riunione; die Wiener: Donauu. Österreichischer Phönix; in Prag die Slavia;in Reichenberg die Concordia; in Pest die ErsteUngarische n. die Pester; in Debreczin die Tisza.Als Gegensatz zur E. gilt die Lebensversicher-ung, welche die genannten Gesellschaften regel-mäßig mitbetreiben u. worüber sie getrennte Kasseführen u. Rechnung legen. Dagegen werfen diemeisten, namentlich die älteren Anstalten, ihreElementarversicherungen buch- u. rechnungsmäßigzusammen u. geben Details über die einzelnenSpecies, nur ausnahmsweise (Donau, Slavia,Pester). In Deutschland u. anderen Ländern mitausgebildeter Assecuranz ist diese Vermischungmehrerer Species nicht gestattet oder doch nicht !gebräuchlich u. gilt sie sogar als Zeichen der Un- !solidität. Jedenfalls wird dadurch der wahre j
Status solcher Versicherungsgesellschaften Verdun- skelt u. es ist dabei dem Publikum unmöglich, !
einen Einblick in ihre Situation zu gewinnen.
Wo sie in Deutschland von einer Gesellschaft(cumulativ) betrieben werden, trennt man sie inAbschlüssen u. Berichten auf das Sorgfältigste.Eine eigene (Allgemeine) Elementarversicher-ung sbank entstand 1870 in Wien, Anfangs ausGegenseitigkeit beruhend, später (1872) zur Aktien-gesellschaft mit 2 Mill. fl. umgestaltet, mußte sienach kurzer sehr geräuschvoller Thätigkeit wegenhoher Deficits u. unsolider Geschäftsführung ihreLiquidation eintreten lassen u. endete 1875 vordem Schwurgericht damit, daß ihr Gründer zn ,3jähr. Kerker verurtheilt wurde. Wallmmm. )
Elemente, 1) (Chem.), einfache Stoffe, Urstoffe, 'Grundstoffe, diejenigen Stoffe, welche bis jetztweder aus materiell verschiedenen Bestandtheile»(durch Synthese) hergestellt, noch in materiell ver-schiedene Bestandtheile (durch Analyse) zerlegt wor- lden sind, sich also als chemisch unzersetzbar erwic- ^sen haben. Ein Verzeichniß derselben s. Bd. II, !T. 305. Ihre Zahl (63) ist, verglichen mit derendlosen Reihe der aus ihnen bestehenden Ver-bindungen, verhältnißmäßig klein und ändert sichmit den jeweiligen Fortschritten der Wissenschaft;so sind in neuerer Zeit (1860—63) rasch hinter-einander mit Hilfe der äußerst empfindlichen Spek-tralanalyse vier neue E. entdeckt worden, die manbis dahin, weil sie sich immer nur in sehr gerin-ger Menge finden, übersehen hatte. Ob es spätergelingen wird, auch solche Körper, die wir augen-blicklich als E. ansehen, in Bestandtheile zu zer-legen n. dadurch die Anzahl der E. auf eine viel-leicht sehr kleine zu reduciren, muß dahingestelltbleiben, vorläufig fehlt den dahin zielenden philo-sophischen Spekulationen jede erfahrungsmäßigeGrundlage. Über die Constitution der E. ausAtomen u. die Gesetze, nach denen sie sich verbin-den, s. d. Art. Atome, Äquivalent und chemischerProceß.
Eine nach allen Richtungen befriedigende wissen-schaftliche Eintheiluug der E. gibt es zur Zeit