Elektrometer — Elcmcntargeister.
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viel größere Menge von Wasserdünsten zu Bläs-chen gerinnen muß, als wenn eine bereits kalteLust noch kälter wird. Bei dieser Bläschenbildnngmuß die -s- O der Dünste sich an der leitendenOberfläche der Bläschen ansainmeln. Beim Ver-dichten der Wolken werden letztere einander sehrgenähert u. die Wolken stellen einen zusammen«hängenden Conductor vor. Demgemäß wird sichalle Elektricität der Wolke auf deren Oberflächeauhäufen u. eine große Spannung annehmen.Kommt nun diese mit einer anderen der Erdenäheren Wolke in Berührung, so erregt sie indieser — D, die noch außerdem durch die auSLen Hervorragungen der Erde strömende — Overmehrt wird. Möglich ist es auch, daß beizwei Luftströmcn von verschiedener Temperaturdie erwärmte Luftschicht -p- O aunimmt, die käl-tere — O. Eine durch zwei verschieden erwärmteLuftströme entstehende Wolke kann daher bald —,bald -j-, bald unelektrisch sein. Das Gewitterkündigt sich durch die elektrischen Funken an,welche von einer Wolke auf die entgegengesetztelektrische überspringen (vgl. Blitz u. Donner). Beider schlechten Leitung der Wolken für die Elcktri-cität ist ihre Entladung nicht vollständig; es sam-melt sich daher neue Elektricität an ihrer Ober-fläche, welche zu neueu Entladungen Anlaß gibt(s. Gewitter). Die Wirkung einer sehr elektrischenWolke auf die Erde od. das Wasser muß die derElektricität überhaupt sein. Wenn sich daher dieelektrische Wolke der Erde hinlänglich nähert, sowird sich die entgegengesetzte Elektricität am gegen-übcrstehenden Orte anhäufen u. Wasser, Staubu. andere bewegliche Körper emporheben, bis eineEntladung stattfindet. So entstehen wahrscheinlichdie Wasserhosen. Auch das Wetterleuchten,das St. Elmsfeuer (s. d.), das Leuchten vonfallendem Schnee (s. Schneeleuchten), derHagel (s. d.) sind E.; sie finden in besonderenArtikeln ihre nähere Erklärung. Specht.*
Elektrometer, s. Elektricität O.
Elektromotoren, Körper, welche in Berühr-ung unter sich, bes. in der galvanischen Kette,Elektricität erregen. Sie zerfallen in E. ersterKlasse (Metalle, Kohle, einige Metalloxyde), welcheder Spannungsreihe angehören und in E. zw eiterKlasse (leitende Flüssigkeiten), welche der Span-imngsreihe nicht angehören. Vgl. Galvanismus.
Elektromotorische Kraft, die bei der Be-rührung zweier Elektromotoren an der Berühr-uiigsstelle anftretende Kraft, welche die beiden bisdahin vereinigten Elektricitäten trennt, so daß diePositive Elektricität nach dem einen, die negativenach dem andern Elektromotor sich hinbewegt.
Elektrophor, s. Elektricität 8. I.
Elektropnnctnr, Überführung des elektrischenStromes mittels einer feinen Nadel in den mensch-lichen Körper zu Heilzwecken. Vorzugsweise ist esdie Verschließung von Arterien u. insbesonderevon Aneurysmen, wo die E. in Anwendung ge-zogen wird. Zn diesen Zwecken ward die E. zu-erst von Liston (1838) praktisch angewandt u. dieschnelle Gerinnung des Blutes durch die E. con-statirt. Kunze.
Elcktroskop, s. Elektricität O. I.
Elektrostatik (Phys.), die Lehre von den Ge-
setzen der Elektricität im Zustande der Ruhe; sieist Gegenstand des Artikels Elektricität.
Elektrotherapie, elektrische Behandlnngsweise,ist die kunstgemäße Anwendung der Elektricitätals Heilmittel gegen Krankheiten. Der Beginn derE. ist erst seit der Entdeckung der Jnductions-elektricität durch Faraday (1831) zu datiren. Bisdahin hatte man zu unvollkommene u. unhand-liche Apparate, als daß sich ein Heilverfahren cul-tiviren konnte, welches selbst bei unseren jetzt soguten Apparaten noch viel Mühe u. Sorgfalt er-heischt und deshalb noch jetzt eine fast specialistischeRichtung erfordert. Besondere Verdienste um dieEntwicklung der E. hat Duchenne de Boulogne,dessen vortreffliches Werk: Os l'slsobrisation 1c>-ealisss sts. von Erdmann durch eine deutscheÜbersetzung (Leipzig 1856, 3. Ausl. 1860) denDeutschen zugänglicher gemacht wurde. Ziemssenerwarb sich dadurch Verdienste um die E., daß erdie sogenannten motorischen Punkte am mensch-lichen Körper anfsuchte u. feststellte, die von denElektroden berührt werden müssen, wenn der elek-trische Strom einen motorischen Nerv erreichensoll. Es stellte sich heraus, daß die motorischenPunkte keineswegs immer den Eintrittsstellen desmotorischen Nerven in der Muskel entsprechen, son-dern oftmals Stellen sind, unter welchen der Nervoberflächlich genug verläuft, nur von dem elektri-schen Strome erreicht zu werden. Neben derJn-ductionselektricität ward durch Remak u. späterdurch Benedict, M. Meyer, Erb rc. die Therapiemittels galvanischen Stromes cultivirt und hatsich herausgestellt, daß die Jnductionselektricität u.die Galvanoelektricität ihre speciellen Wirkungs-kreise haben u. man nicht beliebig die eine oderdie andere anwenden kann. Die Krankheiten,welche durch die E. Heilung oder Besserung ver-sprechen, gehören besonders den nervösen Störun-gen an u. bilden namentlich die Lähmungen inihren verschiedensten Formen die Hauptobjecte.In zweiter Reihe erst können die Störungen derEmpfindungsnerven (Anaestheste, Hyperaesthesie)genannt werden, bei welchen wenigstens öfters dieAnwendung der E. von Nutzen ist. Außer diesennervösen Störungen wird die E. besonders nochbei chronischem Rheumatismus und zur Aussaug-ung von Ausschwitzungen in die Gelenke angewen-det. Die neuere Lit. der E. ist etwa folgende:Ziemssen, die Elektricität in der Medicin, 4. A.,Berl. 1872; M. Rosenthal, Elektrotherapie, 2.A., Wien 1873; Moritz Meyer, Die Elektricitätin ihrer Anwendung auf praktische Medicin, 3.Lufl., Berl. 1868; M. Benedikt, Nerveupatholo-gie u. Elektrotherapie, 2. Ausl., Lpz. 1874; Alt-haus, a trsatiss cm mockioal Oisetrielt/, 3. Oä.,London 1873. Kauze.
Elcktrotypie, die Abformung von Lettern,Stereotypplatten, Holzschnitten rc. auf galvano-plastischem Wege, s. Galvanoplastik.
Elemcntarannlyse, die Ermittelung der Zu-sammensetznng organischer Körper (Kohlenstoffver-bindungen) durch Bestimmung der Mengen ihrerElemente (Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stick-stoff, Schwefel rc.). Vgl. Analysis (Chem.). Clörea.
Elcmentargeister heißen im Volksaberglaubendes Mittelalters die Geister, welche in den vier