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Elektromagnetismus.
Batterie schließt; indem das Pendel an einer Stelleseines Laufes ein Metall berührt n. dadurch dieleitende Verbindung herstellt. Auf die Weise er-hält man im Leitrmgsdraht einen in jeder Se-cnnde (resp. Minute u. s. f.) wirksamen Strom.Dieser Strom macht ein oder mehrere Eisenstücke inden von der Normaluhr abhängigen e-n ti-en injeder Sec. (resp. Minute n. s. s.) einmal magne-tisch, indem er so geleitet wird, daß er dieselbenin einer Drahtspirale umkreist. Durch den Mag-netismus wird ein in der e-n U. befindlicher Ankerangezogen u. bewegt. Diese Bewegung wirddnrcheinen Sperrkegel mit Sperrrad auf den Uhrzeigerübertragen, so daß derselbe in jeder Secnnde(resp. Minute u. s. s.) nm einen Theilstrich weiterspringt u. dabei den anderen Zeiger der Uhr durchein gewöhnliches Räderwerk mitnimmt. Die Rllck-wärtsbewegung des Ankers erfolgt, sobald derStrom nachläßt, durch eine Feder n. wird meistnicht auf das Uhrwerk übertragen. E. U-en, welchein einer ganzen Stadt vertheilt sind n. mit einerNormaluhr in Verbindung stehen, sind zuerst vonStöhrer eingerichtet worden; solche Einrichtungenbestehen u. a. in Leipzig, Brüssel und an sehrvielen Bahnhöfen. Bain in Edinbnrg hat auche. U-en erfunden, in denen der Elektromagnetis-mus statt der Gewichte, oder statt der Elasticitätder Feder ursprünglich die Triebkraft bildet. SolcheUhren brauchen nicht aufgezogen zu werden, nurist etwa binnen Jahresfrist die Füllung der Bat-terie zu erneuern. Gicseler.
Elektromagnetismus, (hierzu die Tafel Elek-tricität V.) die Gesammtheit der Erscheinungen,welche auf einer Wechselwirkung zwischen strö-mender Elektricität und Magnetismus beruhen.Di» Einwirkung des elektrischen Stromesauf die Magnetnadel wurde von Örsted1820 entdeckt. Befindet sich der Schließnngsdrahteiner galvanischen Kette über einer magnetischenDeclinationsnadel und parallel derselben, so er-folgt bei Schließung des Stromes, wenn derpositive Strom von S. nach N. gerichtet ist,eine Ablenkung der Magnetnadel mit dem Nord-pol nach W. Ein Strom von gleicher Richtung,aber unterhalb der Magnetnadel, lenkt den Nord-pol nach O., ein von N. nach S. gerichteterStrom lenkt den Nordpol, je nachdem der Schließ-ungsdraht sich oberhalb oder unterhalb derNadelbefindet, nach O., oder nach W. ab (ÖrstedsFnndamentalversuch). Ampbre hat eine Regel an-gegeben, nach welcher man die Ablenknngsrichtungder Magnetnadel für jede Lage des Schließungs-drahtes leicht vorausbestimmen kann. Man denkesich eine mit dem (positiven) Strom schwim-mende menschliche Figur, mit dem Kopfevoran u. das Gesicht nach dem Stützpunktder Magnetnadel gerichtet; so wird derNordpol nach der linken Seite der Figurabgelenkt. In dem ersten der beschriebenenFälle liegt z. B. die Amperesche Figur mit demKopf nach N., mit dem Gesicht nach unten ge-wendet, die Linke zeigt dann nach W.; im zweitenFalle liegt sie mit dem Kopfe ebenfalls nach N.,mit dem Gesicht aber aufwärts, im dritten Fallemit dem Kopfe inich S., mit dem Gesicht nachunten; in diesen beiden Fällen zeigt also ihre
Linke nach O.; im letztgenannten Falle ist der !Kopf der Figur nach S., ihr Gesicht nach obengerichtet, dann zeigt ihre Links nach W. Auch fürbeliebige andere Stellungen gibt die AmpbrescheRegel die Ablenkungsrichtung der Magnetnadelan. Befindet sich z. B. der Schließnngsdraht nördl.vom Nordpol der Magnetnadel in lothrechterStellung, und geht der Strom von unten nachoben, so steht die Figur aufrecht u. wendet dasGesicht nach S., ihre Linke zeigt also nach O.,u. dem entsprechend wird denn auch in der Thaider Nordpol nach O. abgelenkt, geht der Stromvon oben nach unten, so wird der Nordpol nachW. abgelenkt u. s. w. Geht insbesondere derSchließnngsdraht in der Verticalebene rings unidie Declinationsnadel herum, so geht zwar derStrom unterhalb der Nadel nach entgegengesetzterRichtung als oberhalb, doch muß die AmpörescheFigur im oberen Theile ans dem Bauch, im un-teren auf dem Rücken schwimmen, um den Mag-neten anznsehcn, daher der obere u. untere Theildes Stromes die Nadel in gleichem Sinne ab- ^lenken; auch die vertical auf- u. abwärts gerich-teten Theile des Ringes lenken in diesem Falle, !wie sich leicht aus der Ampöreschen Regel ableiten !läßt, die Nadel in demselben Sinne ab. Für einendie Nadel in einer vsrticalen Ebene umgebendenStromkreis läßt sich die Amperesche Regel auchin folgender Weise anssprechen: Der Südpolwird von einem Kreisstrom, in dessenAchse sich die Nadel befindet, immer nachder Seite hin abgelenkt, von welcher ausgesehen der Strom sich im Sinne desZeigers einerUhr, also rechts, dreht. Be-greiflicherweise wird die Wirkung des Stromesauf die Magnetnadel bedeutend verstärkt, wennman den stromführenden Draht in vielen Wind-ungen in verticaler Ebene um die Nadel herum-führt. Darauf beruht der von Poggendorff und iSchweigger gleichzeitig erfundene Multiplikator(s. Galvanismus). Befindet sich die Nadel außer-halb der Windungen des stromführenden Drahtes,so erfährt sie, wie schon aus dem oben Gesagtenhervorgeht, gerade die entgegengesetzte Ablenkung,als wenn sie sich innerhalb befände.
Der Strom wirkt aber nicht allein richtend auf ldie Magnetnadel, er vermag auch weiches Eisenn. Stahl magnetisch zu machen. Wenn maneinen Stab ans weichem Eisen mit einem mitSeide oder Wolle umsponnenen Leitungsdrahtemehrfach spiralig umwindet, so wird der Eijenstabauf so lange, als die Drahtwindnngen von einemStrom durchflossen werden, zu einem Magneten.Man kann auch den Draht auf eine hölzerneSpule anfwickeln, in deren Höhlung das zu mag-netisirende Eisen hineingeschoben wird. Wird derStrom unterbrochen, so wird der Stab, sofern erans weichem Eisen besteht, alsbald wieder un-magnetisch; vertauscht man aber denselben miteinem Stahlstabe, so wird dieser infolge derCoSr-citivkraft des Stahles dauernd magnetisch. Einvon spiraligen Drahtwindungen (Magnetisirungs-spirale) umgebener Stab von weichem Eisen (Eisen-kern), der durch den Strom temporär (nur sllrdie Dauer des Stromes) magnetisch wird, heißt einElektromagnet. Fig. 3 der Taf. Elektricität V