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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Elektrolyt — Elektromagnetische Uhr.

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Wasser in Essigsäure u. Sauerstoff umsetzt, letzte-rer wirkt aber sofort auf das noch unzersetzte Blei-salz, es entsteht Essigsäure u. Bleisuperoxyd, wel-ches sich in Schichten auf der Anode ablagert, dieprachtvolle, je nach der Dicke der Schicht verschie-dene Farben dünner Blättchen zeigen. Zu densecnndären Actionen ist nach der Ansicht mehrererForscher auch die Erscheinung zu rechnen, daß innicht zu verdünnten wässerigen Lösungen einesSalzes bei nicht zu großer Stromdichtigkeit nurlias Salz, nicht aber das Wasser, u. daß in ge-mischten Lösungen bei nicht zu großer Stromdich-tigkeit nur einer der gelösten Stoffe zersetzt wird,erst bei großer Stromdichtigkeit auch der andere;man nimmt an, daß zunächst der Strom sich zwi-schen den Elektrolyten je nach ihrer Leistungsfähig-keit, nach den Gesetzen der Stromverzweigung,theile, daß aber die Bestandtheile des einen Elek-trolyten wieder (unabhängig von der directenStromwirkung) auf den anderen zersetzend ein-wirken, so daß nur die Zersetznngsproducte diesesletzteren auftreten. So wird in einer Mischungaus einem Eisen- n. einem Knpfersalz nur Kupfergefällt, weil Eisen auch für sich schon das Kupferaus seinen Lösungen niederschlägt. Mehr Bei-spiele von, oft äußerst interessanten u. theoretischwichtigen, secnndären Actionen aufzuzählen, würdeuns hier zu weit führen. Die Gesetze derE.find von Faraday entdeckt. Die wichtigsten der-selben sind: die Menge der in einer gegebenenZeit zersetzten Substanz ist der Stromstärke pro.portional; u. von verschiedenen Substanzen wer-den durch einen u. denselben Strom, oder gleichstarke Ströme in gleichen Zeiten äquivalenteMengen zersetzt. Auch in den Flüssigkeiten dergalvanischen Kette selbst findet E. statt; es ist da-her nach dem Faradayschen Gesetze die Menge vonZink, welche in der Kette gelöst wird, der Mengeder in der Zersetzungszelle zerlegten Verbindungäquivalent. Theoretisch kann man sich den Vor-gang bei der E. am einfachsten folgendermaßen vor-stellen: Wie überhaupt je zwei chemisch verschiedeneKörper, so werden auch die Atome zweier Elemente,welche sich zu einer Verbindung vereinigen, imMoment des Znsammentretens entgegengesetzt elek-trisch. Und zwar lassen sich die Elemente so ineine Reihe, die elektrochemische Spannungs-reihe, ordnen, daß jedes derselben beim Zusam-mentreffen mit jedem folgenden -ff elektrisch, mitjedem vorhergehenden — elektrisch wird. DieseReihe ist (unter Weglassung der selteneren Elemente):

-ffKaliumNatriumLithiumBarynmStrontiumCalciumMagnesiumBerylliumAluminiumUranManqanZinkFluorStickstoff

EisenNickelKobaltCadmiumBleiZinnWismuthKupferSilberQuecksilberPlatinGold

Wasserstoff

Selen

Schwefel

Silicium

Tellur

Antimon

Kohlenstoff

Bor

Wolfram

Molybdän

Chrom

Arsen

Phosphor

Jod

Brom

Chlor

Sauerstoff

So sind z. B. in jedem Molecllle Wasser (LO)die in demselben enthaltenen beiden Wasserstoff-atome positiv, das Sanerstoffatom negativ elek-trisch. Sobald nun in das Wasser die beiden Elek-troden einer galvanischen Kette eingetancht sind,werden die -l- elektrischen Wasserstoffatome vonder (— elektrischen) Kathode, die — elektrischenSauerstoffatome von der (-ff elektrischen) Anodeangezogen: die Wassermolecüle werden „gerichiet,"sie wenden ihre Wasserstoffatome der Kathode, dieSauerstoffatome der Anode zu:

! 1 2 3 4!

LO 8,0 8,0 -ffI-i— -I-1-1—s

Zwischen den Elektroden u. den sie berührendenSauerstoff-rcsp. Wasserstoffatomen findet nun eineelektrische Ausgleichung statt, die Verbindung zwi-schen letzteren u. den mit ihnen verbunden gewe-senen Atomen wird gelöst, die Wasserstoffatome 1und das Sanerstoffatom 4 werden frei, dasSanerstofsatom 1 verbindet sich nun mit den Wasserstoff-atomen 2, das Sanerstoffatom 2 mit den Wasser-stoffatomen 3 u. s. f.:

8.

-ff—

OL

0

-!-

OL OL—ff —ff

Wird den Elektroden nun neue Elektricität znge-führt (wie das beim galvan. Strom immer derFall ist), so werden die noch unzersetzten Wasser-molecüle wieder „gerichtet":

8 ,

-ff-

0

--ff-

LO LO LO-l— -I— -t—u. dasselbe Spiel beginnt von neuem. Die Elek-trolyten leiten also den Strom nur, indem siedurch denselben zersetzt werden, indem die entge-gengesetzten Elektricitäten der Elektroden durch diesich trennenden u. wieder verbindenden u. so vonder einen Elektrode zur anderen wandernden Atomevon Moleclll zu Molecül übertragen werden. DieMenge der zersetzten Stoffe ist dem entsprechendauch der übergeführten Eleklricitätsmenge propor-tional Wimmenauer LI.

Elektrolyt, s. Elektrolyse.

Elektromagnet, s. Elektromagnetismus.

Elektromagnetische Bremse, s. ElektrischeBremse.

Elektromagnetisches Chronoskop, s. Elek-trisches Chronoskop.

Elektromagnetische Maschinen, s. Elektro-magnetismus.

Elektromagnetische Motoren, s. Elektro-magnetismus.

Elektromagnetischer Multiplikator, s. u

Galvanismus.

Elektromagnetische Notationsapparate,

s. Elektrodynamische Rotationsapparate.

Elektromagnetische Uhr, eine ErfindungWheatstone's, vermittels deren eine einzige Uhr be-nutzt werden kann, um an den verschiedensten u.entferntesten Stellen übereinstimmende Zeitangabenzu erhalten. Die Normaluhr ist dabei so einge-richtet, daß sie bei jeder Pendelschwingung densonst unterbrochenen Strom einer galvanischen