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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Elektromagnetismus.

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stellt einen hufeisenförmigen Elektromagnet nebstdem von ihm getragenen, durch eine Wagschale^ und Gewichte mäßig beschwerten Anker dar. DiePole des Elektromagnets lassen sich nach derAmpöreschen Regel bestimmen. Der Sudpol liegt^ an dem Ende, von welchem ans gesehen der Stromk im Sinne des Uhrzeigers kreist. Kehrt man mil-* tels eines Stromwenders (der in einen: besonderenArtikel beschrieben werden soll) die Richtung dess Stroms um, so wechselt der Elektromagnet diePole. Um einen Stahlstab (dauernd) zu inagneti-siren, kann man sich einer kurzen Magnetisirungs-spirale bedienen, die von einem starken Stromdurchflossen wird. Man steckt den Stahlstab durchdie Höhlung der Spirale, bewegt ihn in derselbenmehrmals bis an die Enden hin u. her, bringtihn darauf in eine solche Stellung, daß sein mitt-lerer Theil sich in der Spirale befindet, unter-bricht dann den Strom u. nimmt den nun fer-§ tigen Magnetstab ans der Rolle heraus. Eine sehr8 geeignete Form der Magnetisirungsspirale ist dieI Bandspirale, welche ans einem —2 ombrci-

» ten Streifen von Kupferblech dadurch hergestellt» wird, daß man denselben zugleich mit einen: etwasbreiteren Lochstreifen schneckenförmig (die Wind-ungen ans-, nicht nebeneinander) auswindet. ZweiZulcitungsstreifcn sind senkrecht zur Ebene derWindungen an das äußere u. das innere Endederselben angelöthct n. dicht über den Windungenrechtwinklig nmgebogcn, so daß sie parallel zurEbene der Windungen und von diesen durch die» vorstehenden Ränder der Lochstreifen isolirt neben-8 einander zu liegen kommen. Ein sehr gutes, für» gewisse Fälle das beste Mittel, Stahl zu magne-^ tisiren, ist der Elektromagnet. Man streicht, vonder Mitte anfangend, mit der einen Hälfte des; Stahlstabcs über den Nordpol, mit der anderenf, über den Südpol des Elektromagnets. Befindetsich ein Eisenstab in der Achse der Magnetisir-ungsspirale, aber theilweise außerhalb derselben,so wird er, wenn der Strom geschlossen wird, indieselbe hineingezogen, bis seine Mitte mit der-jenigen der Spirale zusammenfällt. Man kann sichl davon überzeugen, indem man einen mit Seide^ übersponnenen Knpferdraht auf eine Glasröhrek spiralig aufwickclt, welche so weit ist, daß eineStricknadel sich lose in derselben verschieben läßt.Stellt man nun die Stricknadel lothrecht auf denf Tisch, schiebt die Spirale ebenfalls lothrecht überdas obere Ende der Nadel u. befestigt sie in die-ser Stellung u. laßt einen starken Strom durchdie Windungen gehen, so wird beim Schließendes Stromes die Nadel in die Höhe gehoben u.schwebt, so lange der Strom geschlossen bleibt, inder Spirale. Die Intensität des durch eineSrromspirale erzeugten Magnetismus ist innerhalbgewisser Grenzen der magnetisircnden Kraft derSpirale, d. h. dem Products aus der Intensitätdes Stromes n. der Anzahl der Windungen, pro-portional, dagegen von der Weite der Windungenunabhängig, wenn nur das Eisen beiderseits ausder Spirale hcrvorragt. Es gibt aber für je-den Eisenstab ein absolutes Maximumdes Magnetismus, eine Grenze, über welchehinaus derselbe nicht stärker magnetisch gemachtwerden kann; dieses Maximum ist dem Quer-Picrerz Nnweri'al-Conversations-Lexikon. 8. Anfl. t

schnitt des Stabes proportional. Das Ver-halten des Stahls ist von dem des Eise:B in dop-pelter Hinsicht verschieden. Während nämlich einEisenstab unter sonst gleichen Umständen einen be-deutend stärkeren (etwa doppelt so viel) tempo-rären Magnetismus annimmt als gehärteterStahl, verliert weiches Eisen seinen Magnetismusnach dein Anshören des magnetisirenden Stromsfast ganz, während der gehärtete Stahl etwa 55 °/odes temporären Magnetismus, als remanentenMagnetismus, beibehält. Die Tragkraftder Elektromagnete hängt nicht bloßvondercnDimensionen n. der magnetisirenden Krast derSpirale, sondern auch von der Größe n. Gestaltdes Ankers ab. Das Gesetz dieser Abhängigkeit istnoch nicht bekannt. Die Tragkraft wächst im All-gemeinen mit der Masse des Ankers. Der imAnker durch Vertheilung erregte Magnetismuswirkt bedeutend auf die magnetische Vertheilungim Elektromagnet zurück. Die Vertheilung desMagnetismus im Querschnitt der Eisenstäbeist eine durchaus ungleichförmige; die äußerenSchichten zeigen sich stärker magnetisch als dieinneren, und bei schwachen Strömen bleiben dieinnersten Schichten ganz unmagnetisch. Je stärkerdie magnctisirende Krast der Spirale ist, destotiefer dringt der Magnetismus in bas Eisen ein.Jede Schicht hat ein Maximum der Erregbarkeit,welches bei den äußersten Schichten an: schnellstenerreicht wird. Deshalb ist es zweckmäßig, zu Ele-ktromagneten nicht zu dicke Eisenkerne (2 bis höch-stens 3 Zoll) zu wählen. Die magnctisirende Wirk-ung des Stromes läßt sich aus seiner Wirkungans die Magnetnadel erklären, wenn man an-nimmt, daß die Molecüle des Eisens (n. Stahls)polarmagnctisch (Molecularmagnete) u. im nnma-gnetischen Eisen derart verschieden gerichtet sind,daß ihre Wirkungen nach außen sich gegenseitigaufheben, in: magnetischen Eisen aber gleichge-richtet sind. Die verschieden gerichteten Molecnlar-magncte werden dann unter der Wirkung der denEisen- oder Stahlstab umkreisenden Ströme sichso drehen, daß sie gleiche Richtung erhalten, daßalso der Stab magnetisch wird. Im weichen Eisenkehren nach dem Anfhören des magnetisirendenStromes die Molecularmagnete (fast) sämmtlichin ihre ursprüngliche Lage zurück (das Eisen wirdbloß temporär magnetisch), im Stahl dagegenbehält vermöge der Coercitivkraft desselben einsehr großer Theil der Molecularmagnete die unterdein Einfluß des Stromes empfangene Richtungauch nach dessen Aufhören bei (der Stahl wirddauernd magnetisch). Wenn man durch Vie einenEisen- oder Stahlstab umgebende Magnctisirnngs-spirale einen starken Strom leitet, so läßt derStab bei jeder Schließung und Unterbrechung einklirrendes Geräusch hören. Ist aber der Stahlstabin einem ans einem Resonanzboden sitzenden Steghorizontal fest eingespannt u. die Spirale so an-gebracht, daß ihre innere Wand von dem Stabenicht berührt wird, so gibt letztere außer demklirrenden Geräusch noch einen deutlichen musika-lischen Ton. Dieser Ton ist von der Geschwindig-keit der Unterbrechungen n. Schließungen unab-hängig; seine Höhe hängt nur von der Länge desStabes ab, er ist dessen Longitndinalton. Am

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