Druckschrift 
Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen
 

212

Elektricität.

stellt (s. Fig. 7). Die an dem verticalen Stabern steckenden überzähligen Conductoren rtb u. nvvlassen wir vorläufig unberücksichtigt, sie seien soweit zurückgezogen, daß ihre Saugapparate tb u.vv ohne Wirkung sind. Uni den Apparat in Thä-tigkeit zu setzen, schiebt man die Drähte ln u. spso weit zusammen, daß die Kugeln n u. p sichberühren, versetzt die Scheibe 8 in rasche Rotationim Sinne der Pfeile Fig. 7 (den Kartenspitzenentgegen) u. theilt dann einer der Belegungen E.mit; wir wollen annehmcn, der Belegung o seidurch eine mit Pelz geriebene Platte von Hart-gummi 8 mitgethcilt worden. Entfernt mandann nach einigen Umdrehungen der Scheibe 8die Kugeln n u. p von einander, so tritt, so langedie Entfernung der Kugeln eine gewisse Grenzedie Schlagweite, nicht übersteigt, ein ununter-brochener Funkenstrom zwischen denselben auf; u.zwar geht -l- 8 von x nach n, 8 von n nachp über. Die Kugeln p u. n werden auch Elek-troden genannt; hier ist x die positive u. n die

negative Elektrode. Entfernt man die Kugeln bisüber die Schlagweite von einander, so verliert sichdie Ladung der Maschine rasch. Zur Erklärungbemerken wir Folgendes. Die der Belegung omitgetheilte 8 wirkt durch die Scheibe 8 hin-durch vertheilend ans den Conductor M; aus denSaugspitzen desselben strömt die angezogene -i- 8aus der Vorderseite der Scheibe 8, die dadurch,indem sie sich dreht, in ihrer unteren Hälfte aufeinem der Breite von entsprechenden Halb-ringe elektrisch wird, während die von o ab-

gestoßene 8 durch den oben erwähnten Metall-bügel nach I n. von da über n, p, s nach ii ge-leitet wird, von wo sie durch die Saugspitzen ansdie vorbeigehenden, mit -l- 8 geladenen Theile derScheibe 8 strömt; diese wird dadurch auf der obe-ren Hälfte ans einein Halbringe von der Breiteii elektrisch. Ehe aber die -i- elektrischen Theileder Scheibe dem Couductor ii gegenüber ankom-men, gehen sie an dem Ausschnitte b der festenScheibe ^ (Fig. 6 n. 7) u. der in denselben nachunten hineinragsnden Kartenspitze der Belegung ävorüber; hier wirken sie vertheilend auf diese Be-legung: aus der Kartenspitze strömt die angezogene

8 auf die Rückseite der Scheibe 8, währenddie Belegung ä sich mit der abgestoßenen -s- 8lädt; diese Ladung wirkt nun ans den gegenüberbefindlichen Conductor ii vertheilend, sie ziehtdessen 8 au, begünstigt also das Ausströmenderselben auf die soeben am Ausschnitt b vorüber«gegangenen Theile der Scheibe 8, während sie die-l- 8 des Conductors ii abstößt, welche nun vonda über s, p, u, I nach dem Conductor AA geleitetwird, von dessen Spitzen sie, weil von der 8der Belegung e angezogen, aus die Scheibe 8 strömt.Mittlerweile sind die bei ii elektrisch geworde-nen Theile der Scheibe vor dem üher der Bele-gung e befindlichen Ausschnitte s, der sesten Scheibeii angelangt, in welchen die Kartenspitze der Be-legung o nach oben hineiuragt; sie wirken alsoauf diese wiederum vertheilend, -l- 8 strömt ausder Kartenspitze auf die rotirende Scheibe, die Be-legung e erhält dadurch eine verstärkte Ladung von

8, wodurch sie auf den Conductor W in der-selben Weise, aber stärker wie vorhin, vertheilend

wirken muß u. s. f. Es verstärken sich also wäh-rend der Rotation sowohl die elektrische Ladungvon v als auch die -l- elektrische von ck sehr raschbis zu einer von der Vollkommenheit der Isola-tion abhängigen Grenze, während die Leitungisxnk § m der Richtung i § von einem positiven,in der entgegengesetzten Richtung Z i von einemnegativen elektrischen Strom continuirlich durch-flossen wird. Wenn nun, nachdem die elektrischenLadungen des Apparates eine hinreichende Stärkeerlangt haben, die Kugeln n u. p von einanderentferntwerdsn, so treten zwischen denselben die E-enin einem ununterbrochenen Fnnkenstrom über, solange die elektrische Spannung des Apparates denLeitungswiderstaud der Luftschicht zwischen ihnennoch überwinden kann; die größte Entfernung, aufwelche dieß noch möglich ist, haben wir vorhin alsSchlagweite bezeichnet; wird diese überschritten, soströmen die 8 der Belegung o n. die -l- 8 derBelegung ck durch die Kartenspitzen ans die Scheibezurück, wodurch sich die Ladung derselben raschverliert. Will man den Apparat dann wieder inThätigkeit setzen, so muß man die Kugeln abermalszur Berührung bringen u. die ganze Operationvon Neuem beginnen. Man kann aber diesemdurch Überschreiten der Schlagweite eintretenden >Verlust der elektrischen Ladung Vorbeugen, u. zwar !mittels des überzähligen Conductors rbb. Dieserwird, bevor der Apparat in Gang gesetzt ist, bisnahe an die rotirende Scheibe vorgezogen u. durcheinen Metallbügel mit dem Conductor tzg ver-bunden. Wird nun die Schlagweite überschritten,so daß die bei ii abgestoßene -s- 8 nicht mehrüber p u. n nach u. die 8 von M nichtmehr über n u. p nach sii übergehen kann, soströmt -i- 8 von der rotirenden Scheibe erst beitb in die Spitzen des überzähligen Conductors u.von da nach AA, während die 8 von nachrtb gelangt u. von da auf die (jetzt bis dahin noch-l- elektrische) Scheibe ausströmt. Die Bewegungder E-en bleibt also ununterbrochen n. der Apparatbleibt geladen. Im Dunkeln sieht man an denStellen, wo -p 8 aus den Saugspitzen auf dieScheibe 8 überströmt, lange Lichtbüschel, da wo 8 ausströmt, kleine Lichtpünktchen. Um diezwischen p u.n auftretenden Funken zu verstärken,verbindet man I u. s mitden äußeren (resp. inneren)Belegungen zweier kleinen elektrischen Flaschen(s. u. IV.), deren innere (resp. äußere) Belegungengut leitend verbunden sind. Hierzu dient gewöhn-lich eine weite Glasröhre, die quer über die bei-den Conductoren gelegt u. an den Berührungs-stellen außen und innen mit Stanniol belegt ist.Die inneren Belegungen werden mit einem Stan-niolstreifen verbunden. Anstatt der festen Scheibemit 2 Elementen, d. i. Ausschnitten u. Belegun-gen, kann man auch eine solche mit 4 Elementen(außer den beiden bisherigen Elementen noch jeeines oben n. nuten) nehmen; es werden dann diebeiden überzähligen Conductoren rbb u. nvv bisgegen die rotirende Scheibe vorgeschoben. Dannladen sich die Belegungen rechts u. links mit 8,die obere u. untere mit -j- 8; man nimmt daherden §§ mit I verbindenden Drahtbllgel weg, ver-bindet mit ii, r n. n mit I; Dadurch wird na-türlich n zur positiven, x zur negativen Elektrode.