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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elektricität.

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erfolgt nicht, wenn das Kügelchen mit einem (lei-tenden) leinenen Faden an einem mit dem Erd-boden leitend verbundenen Gestell aufgehängt ist;denn dann wird die mitgetheilte E. sofort abge-leitet. Hat man zwei solche Kügelchen an Sei-Lciisäden dicht neben einander aufgehängt u. siedurch Berührung mit einer geriebenen Glasröhreelektrisch gemacht, so werden sie nachher nichtnur von dieser abgestoßen, sondern sie stoßen ein-ander auch gegenseitig ab (Taf. I b., Fig. 2).Zwei durch Mittheilung aus derselbenQuelle elektrisch gewordene Körper sto-ßen einander stets ab, die E-sguelle magnun eine geriebene Glasröhre, Harzstange oderwas sonst sein. Nähert man aber einen, durchmit Seide geriebenes Glas el-cktrisirten Kügelcheneine mit Wolle geriebene Harzstange, so wird das-selbe von letzterer angezogen; war das Kügelchendurch mit Wolle geriebenes Harz elektrisirt, sowird es von mit Seide geriebenem Glas angezo-gen. Alle elektrischen Körper verhalten sich nunentweder wie mit Seide geriebenes Glas, d. h.stoßen mit diesem elektrisirte Körper ab u. ziehendie mit Harz elektrisirten an; oder sie verhaltensich wie das mit Wolle geriebene Harz, stoßenalso ab, was jene anziehen und ziehen an, wasjene abstoßen. Es gibt demnach, was zuerst 1733von Dufay erkannt wurde, zwei einander geradeentgegengesetzte elektrische Zustände, einen glas-elektrischen oder positiven und einen harz-elektrischen oder negativen. Aus dem bisherGesagten ergibt sich als das Gesetz der elektri-schen Abstoßung und Anziehung: gleichnamigelektrische Körper stoßen einander ab, un-gleichnamig elektrische ziehen einanderan. Auf diesem Gesetze beruht ein sehr einfachesMittel, den elektrischen Zustand eines Körpers zuerkennen. Berührt man nämlich mit demselbenzwei dicht neben einander isolirt anfgehängteleichte Körperchen, so werden diese, falls der Kör-per elektrisch ist, durch Mitthcilnng ebenfalls elek-trisch und stoßen einander infolge dessen ab. Obder Körper positiv oder negativ elektrisch ist, er-kennt man daran, ob die Körperchen von gerie-benem Glas oder von geriebenem Siegellack abge-fioßen werden. Am stärksten positiv elektrisch wirdGlas, wenn es mit einem mit KienmayerschemAmalgam überzogenen Lederlappen geriebenwird. DaS Kienmaycrsche Amalgam, welcheswir der Kürze wegen künftig kurz Amalgam nen-nen wollen, ist eine Legiruug von pulveriger Con-sistenz, aus 1 Theil Zinn, 1 Th. Zink u. 2 Th.Quecksilber. Um dasselbe auf dem Leder haftenzu machen, bestreicht man dieses vorher mit Fett.Die Namen glas- u. harzelektrisch sind übrigensnicht zutreffend; denn Glas wird nicht durch Rei-ben mit jedem beliebigen Stoffe positiv elektrisch;zuweilen wird eS z. B. durch Reiben mit Wollenegativ elektrisch, u. zwar stets dann, wenn inanes vorher durch mehrmaliges Hindurchziehen durcheine Weingeistflamme von der adhärirenden Luft-schicht befreit hat u. es dann schwach mit Wollereibt; bei starkem Reiben mit Wolle wird es da-gegen positiv. Ein Glasstab, dessen eine Hälftematt geschliffen ist, wird beim Reiben mit Wolleaus dieser Hälfte negativ, auf der anderen positiv;

durch Reiben mit Amalgam werden beide Hälf-ten positiv. Ebenso wenig werden ferner Harzeunter allen Umständen negativ; so wird z. B.Siegellack durch Reiben mit Zunder oder Korkpositiv. Ebenso werden Hartgummi u. Pyroxy-linpapier durch sanftes Reiben mit Amalgam po-sitiv, mit Wolle oder auch mit den trockenen Fin-gern gerieben negativ. Wir werden daher dieAusdrücke glas- u. harzelektrisch von jetzt an ganzvermeiden.

Beide elektrische Zustände treten immer gleich-zeitig auf; beim Elektrisiren durch Reibung nimmtimmer der geriebene Körper den einen, das Reib-zeug den anderen an. Man hat die hier in Be-tracht kommenden Körper in eine Reihe zu brin-gen versucht, derart, daß, wenn irgend zwei Glie-der der Reihe aneinander gerieben werden, immerder in der Reihe voranstehende positiv, der anderenegativ elektrisch wird. Eine solche von Faraday

Weiße Seide.

Die (trockene) Hand.Holz.

Lack.

Eisen, Kupfer, Messing,Zinn, Silber, Platin.Schwefel.

aufgestellte Reihe ist:

ff"

Katzen- u. Bärenfell.

Flanell.

Elfenbein.

Federkiele.

Bergkrystall.

Flintglas.

Baumwolle.

Leinwand.

Andere Untersuchungen haben indessen andereReihenfolgen ergeben, auch beweisen schon die obenangeführten Beispiele, daß eine wirkliche Sicher-heit in dieser Hinsicht nicht zu erwarten ist, danamentlich außer der Substanz eines Körpersauch dessen Oberflächenbeschaffenheit von Einflußans die Art der durch Reiben hervorgerufenen E.ist. Hat man von zwei in einer kleinen Entfern-ung von einander isolirt anfgehängten Kügelchendas eine positiv elektrisch gemacht, so zieht es dasandere unelektrische zuerst an und stößt es un-mittelbar nach der Berührung ab; beide zeigensich dann gleich stark positiv elektrisch, doch schwä-cher, als das erste anfangs war; dieses hat alsooffenbar die Hälfte seiner E. an das andere ab-gegeben; ganz Analoges beobachtet man, wenndas erste Kügelchen negativ elektrisch war; hatman endlich das eine Kügelchen positiv, das an-dere ebenso stark negativ elektrisch gemacht, so zie-hen sich beide an, nach der Berührung aber zei-gen sich beide unclcktrisch. Da in diesem Fallejedes der beiden Kügelchen dem anderen die Hälfteseiner E. mitgetheilt haben muß, so ergibt sichhieraus, daß die E. eines positiv elektrischen unddiejenige eines negativ elektrischen Körpers ein-ander bei der Vereinigung anfznheben im Standesind, Laß also die beiden elektrischen Zustände aufzwei einander entgegengesetzte Ursachen,auf zwei entgegengesetzte Elektricitäten,eine positive (-s- L) u. eine negative ( L)zurückgeführt werden müssen (was sich auch schonnach dem Gesetze der elektrischen Anziehung undAbstoßung erwarten läßt, da elektrische Körper dereinen Art anziehen, was diejenigen der anderenArt abstoßen u. umgekehrt). Wenn man aus eineHarzplatte mit einem stark mit E. geladenen Kör-per Funken überspringen läßt und dann aus die