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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elektricität.

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Draht, sowie der Kork, elektrisch. Da man diesenicht gerieben hat, sie also ihre E. nicht dnrchReiben empfangen haben können, so muß sich die-selbe von der Glasröhre aus über sie ausgebrcitethaben. Man sagt in diesem Falle, der Draht seidurch Mittheilung elektrisch geworden. Ver-tauscht man den Draht mit einer Siegellackstangeoder einer (nicht zu engen n. kurzen!) Glasröhre,so findet eine solche Mittheilnng nicht oder nurin sehr geringem Maße statt. Ein an einemSeidenfaden aufgehängtes Hollundermarkkügelchenzeigt sich, nachdem es mit einem elektrischen Kör-per in Berührung war, selbst elektrisch, was mandaran erkennt, daß es ein zweites ebenso aufge-hängtes Kügelchen zuerst anzieht, nachher wiederabstößt; es hat seine E. ebenfalls durch Mittheil-»ng empfangen. Ebenso kann eine ans einemGlasfnße befestigte Metallkngel durch Mittheilnngelektrisirt werden; sie zeigt sich nach der Berühr-ung mit einem elektrischen Körper auf ihrer gan-zen Oberfläche elektrisch. Bringt man dagegeneinen nicht elektrischen Körper ans Glas oderSiegellack mit einem elektrischen Körper in Be-rührung, so zeigt sich jener nachher nur in derunmittelbarsten Nähe des Berührungspunktes,nicht aber auf seiner ganzen Oberfläche elektrisch.Über manche Körper verbreitet sich demnach dieE. leicht, während andere der Ausbreitung derE. einen mehr oder weniger großen Widerstandentgegensetzen; die elfteren nennt man Leiter od.Conductoren, richtiger gute Leiter, die anderenNichtleiter oder richtiger schlechte Leiterder E. Die besten Leiter der E. sind die Me-talle, vor Allen Silber u. Kupfer; sodann Kohlein der Form von Holzkohle, Graphit und Cokes(Diamant ist ein schlechter Leiter); ein guter Lei-ter ist ferner das Wasser im flüssigen (nicht aberim festen) Zustande, daher alle feuchten oder vonWasser durchtränkten Körper, also namentlich dielebenden Pflanzen-und Thierkörper, der stetsfeuchte Erdboden. Über die Leitung der E. dnrchfeuchte Lust s. am Schluß von ^.V. Nichtleitersind: Glas, Harze (Bernstein), Hartgummi, Schwe-fel, Wolle, Seide, Raubthierpelz, trockene Luft. Ab-solute Leiter u. Nichtleiter, also Körper, die die E.ohne allen Widerstand leiten u. solche, die sie gar nichtleiten, gibt es nicht. Die Ausdrücke Leiter undNichtleiter sind daher nicht gut; jeder Körper istein Leiter, jeder leitet die E., aber einige mit sehrgeringem, andere mit sehr großem Widerstande;die elfteren sind also als gute, die letzteren alsschlechte Leiter zu bezeichnen. Auch existirt keinescharfe Grenze zwischen beiden Kategorien, es gibtKörper, welche rücksichtlich ihrer Leitungsfähigkeitzwischen denselben stehen, u. die sich je nach derstärkeren oder schwächeren Spannung der E. alsLeiter oder als Nichtleiter verhalten u. Halblei-ter genannt werden. Die Leitungsfähigkeit derKörper ist ferner je nach der Temperatur ver-schieden; so wird Glas in der Hitze (schon von80" 6. an, bes. aber bei Rothglut) zum gutenLeiter; während die Leitnngssähigkeit der Metalledurch Erwärmen vermindert wird. Soll die einemKörper mitgetheilte E. nicht abgeleitet werden, somuß derselbe isvlirt, d. h. ringsum von schlech-ten Leitern umgeben sein. Man nennt die schlech-

ten Leiter deshalb auch Isolatoren. Ein aneinem Seidenfaden aufgehängtes Hollundermark-kügelchen, eine ans einem Glasfuße befestigte Me-tallkugel sind isolirt, vorausgesetzt, daß die Luftnicht zu feucht ist, weil dieselben nur mit schlech-ten Leitern in Berührung sind; die diesen Körpermitgetheilte E. bleibt auf denselben einige Zeit,bis sie durch einen Leiter, am einfachsten durchBerührung mit der Hand, ans den Erdboden ab-geleitet wird, oder bis sie sich in der umgebendenLuft verbreitet hat was immer nach längereroder kürzerer Zeit eintritt. Eine Glasröhre, eineSiegellackstange rc., die man in der Hand hält,können nur deshalb durch Reiben elektrisch ge-macht werden, weil sie schlechte Leiter sind; wärensie gute Leiter, so würde sich die E. von der ge-riebenen Stelle durch den in der Hand gehaltenenTheil u. von da dnrch die Hand u. den übrigenKörper auf den Erdboden ausbreiten. Gute Lei-ter kann man daher nur dann dnrch Reiben elek-trisieren, wenn sie isolirt sind. Der Unterschiedvon Leitern u. Nichtleitern wurde in den Jahren17281731 von Stephen Gray entdeckt. Wirgeben hier ein Verzeichniß von Leitern, Halblei-tern u. Nichtleitern, die (annähernd) nach ihrerLeitungsfähigkeit (die besseren Leiter vor denschlechteren) geordnet sind:

Nichtleiter:

Leiter:

Metalle.

Holzkohle.

Graphit.

Säuren.

Kochsalzlösung.

Seewasser.

Quellwasser.

Regenwasser.

Schnee.

Lebende Pflanzentheile.

thierische Theile.Lösliche Salze.

Leinöl.

Baumwolle.

Metallopyde.

Fette Öle.

Asche.

Eis bei 25° 0.Phosphor.

Kalk.

Kreide.

Bärlappsamen.Kautschuk.

Kampher.

Ätherische Öle.Porzellan.

Leder.

Trockenes Papier.Federn.

Haare.

Wolle.

Seide.

Edelsteine.

Gümmer.

Glas.

Wachs.

Schwefel.

Harze.

Bernstein.

Schellack.

Metalle sind demnach die besten, Schellack istder schlechteste Leiter (der beste Isolator).

III. Das Vorhandensein zweier entge-gengesetzten elektrischen Zustände. Elek-trische Abstoßung u. Anziehung. Wir ha-haben vorhin schon gesehen, daß ein an einemSeidenfaden ausgehängtes Hollundermarklügelchendurch Berührung mit einem elektrischen Körperselbst elektrisch wird und daß es daun von diesemKörper abgestoßen wird. Überhaupt wird jederdurch Mittheilnng elektrisierte Körper von demelektrisirenden Körper abgestoßen. Die Abstoßung

Halbleiter:Alkohol.

Äther.

Glaspulver.Schweselblnmen.Trockenes Holz.Marmor.

Papier.

Stroh.

Eis bei 0°.