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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
196
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Elbe.

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links: Aupa, Mettau, Adler, Chrudimka, Moldau(bei Melnik, wo die E. schiffbar wird), Eger u.Biela; rechts: Cydlina, Jser u. Polzen. ZwischenLetschen u. Pirna durchbricht die E. das Elbsand-steingebirge (Sächsische Schweiz). Unterhalb Her-niskretjchen in Sachsen eingetreten, fließt sie wie-derum nordwestlich u. durchströmt dnrchgehcndsin dieser Richtung (von Pirna bis Meißen in derfreundlichen Dresdener Thalweitung) das König-reich Sachsen, geht unterhalb Meißen m dasTiefland über und tritt zwischen Strchla undMühlberg in die preußische Provinz Sachsen ein.Diese durchströmt sie in vielfachen Windungen,hauptsächlich in nordnordwestlicher Richtung bisWittenberg, wendet sich oberhalb dieser Stadt,durch den Fläming dazu genöthigt, westl., dnrch-flrömt das Herzogthum Anhalt, fließt von Akenan wiederum durch die preuß. Provinz Sachsen,u. zwar zuerst in nordwestl. Richtung dis Mag-deburg, wo zum letzten Mal Felsen den Flußdurchsetzen, u. dann in norduordöstlicher bis zurHavelmündung. Von Tangermllnde an findensich in der E. Inseln. Bei Havelberg wendet siesich wieder nach NW. u. behält daun diese Richtungbis zu ihrer Mündung. In diesem Theile ihresLaufes bildet sie anfangs die Grenze zwischen denpreußischen Provinzen Sachsen u. Brandenburg,dann zwischen Brandenburg n. Hannover u. einekurze Strecke zwischen Mecklenburg u. Hannover.Unterhalb Dömitz tritt sie ins Hannoversche ein,bildet von oberhalb Boitzenburg an wieder dieGrenze zwischen Mecklenburg n. Hannover, dannvon der Stadt Lauenburg an zuerst die Grenzezwischen deni Herzogthum Laueuburg u. Hannoveru. dann zwischen dieser Provinz u. dem Gebieteder freien Stadt Hamburg. Oberhalb Harburgbei Gauert theilt sich der Fluß in die Norder-u. Süder°E., von denen die letztere sich balddarauf noch in mehrere Arme spaltet. DieseArme durchströmen z. Th. das Hamburgische Ge-biet, z. Th. die Prov. Hannover; bei Blankeneseaber sind alle Arme wieder mit dem Hauptstromevereinigt, der nun, noch viele Inseln umschließend,die Grenze zwischen den preuß. Prov. Hannoveru. Schleswig-Holstein bildet u. sich 135 km unter-halb Hamburg bei Kuxhaven in einer Breite vonüber 15 km in die Nordsee ergießt. Trotz diesergroßen Breite ist aber wegen der vielen Sand-bänke u. Untiefen das 7,^8 m tiefe Fahrwasseran der Mündung verhältnißmäßig sehr schmal u.hat durch Tonnen u. Baken sorgsam bezeichnetwerden müssen. Die Fluth steigt in der E. nochüber Hamburg hinaus bis zur lauenburgischenGrenze, im Ganzen etwa 185 km weit. ImDeutschen Reiche fließen ihr folgende Nebenflüssezn: rechts: Sebnitz (mit Poleuz), Wesenitz, Pries-nitz, Schwarze Elster (mit Kleiner Elster, Pulsnitzu. Röder), Ehle, Havel (mit Rhin, Dosse, Spree,Nnthe u. Plaue), Stepenitz, Elde, Sude, Del-venau, Bille, Alster, Pinnau u. Stör: links:Gottleuba, Müglitz, Wcißeritz, Mulde, Saale (mitWeiße Elster, Ilm, Unstrut, Wipper u. Bode),Ohre, Tanger, Aland, Jeetze, Ilmenau, Schwingeu. Oste. Von ihrer Quelle bis Dresden heißt dieE. Ober-E., von da bis Magdeburg Mittel-E. u. von hier bis zu ihrer Mündung Unter-

E. Die E. ist 1165 km (155 M) lang undvon Melnik in Böhmen an 842 km weit schiff-bar; davon entfallen auf das Königreich Sachsen124 km und auf das Deutsche Reich 562 km.Seeschiffe können bei Fluth bis Hamburg 135 kmweit hinaufgehen. Das Stromgebiet der E., zuder gegen 50 Flüsse n. 300 Bäche gehören, um-faßt 144,044 sUKm (2616 HW), von denen96,305 >Wm (1749 HW) auf das DeutscheReich kommen. Bei Melnik ist sie 94 m, beiDresden 216, bei Torgau 316, bei Magdeburgnur 242, dagegen bei Wittenberge schon 503 m,unterhalb Hamburg aber 3 km und bei ihrerMündung sogar über 15 km breit. Ihr Wasser-spiegel liegt bei Hohenelbe 460 m, bei Melnik164 m, an der sächsisch-böhmischen Grenze ISS,bei Dresden 113, bei Torgau 83, bei Witten-berge 20 n. bei Hamburg nur 1 in ü. d. Meere.Das Gefälle beträgt zwischen Dresden u. Meißen1,^ m, zwischen Meißen u. Mühlberg 2,^, zwischenMühlberg n. Torgau 1,^, zwischen der Havel-Mündung u. Wittenberge 1 ,^, zwischen Lauenburg u.Hamburg 0,52 u. zwischen Hamburg u. Glückstadtnur 0,ig m auf 7,z km (1 deutsche Reichs-Meile).Die E-schiffahrt geschieht meist auf E-kähnen,d. i. einmastigen, mit Segeln versehenen Fluß-kühnen, die stromaufwärts meist gezogen werden.Bis Hamburg gehen viele Dreimaster, bei Fluthvon See aus kommend, die E. auf- u. abwärts.Ein großes Hinderniß des freien Verkehrs ansdieser wichtigen Lebensader Deutschlands warehemals der E-zoll; gab es doch zur Zeit desalten Deutschen Reiches auf der E. nicht wenigerals 35 Zollstätten. Am meisten aber wurde dieSchifffahrt belästigt durch die Erhebung des Stader-oder Brnnshäuser Zolles. Nachdem indeß in dieWiener Congreßacte allgemeine Grundsätze überdie Flußschifffahrt ausgenommen waren, traten3. Juni 1819 zu Dresden die Abgeordneten derElb- ,uferstaaten, Österreich, Preußen, Sachsen, Anhalt,Hannover, Mecklenburg, Hamburg u. Dänemark szusammen, welche nach zweijährigen Verhand-lungen eine Convention, die Elbschifffahrtsaltevom 23. Juni 1821 , zn Stande brachten, die mitdem 1. März 1822 in Kraft trat. Dieser Ver- ^trag bestimmte, daß die Schifffahrt auf dem ganzenStrome bis in die offene See frei sein u. alle >Stapel- u. Zwaugsnmschlagsrechte, alle Zollab-gaben rc. aufgehoben sein sollten, gestattete aber,daß eine Schifffahrtsabgabe, u. zwar theils vonder Ladung (Elbzoll), theils von den Fahrzeugen(Recognitionsgebühr) eingeführt würde. Alleinstatt daß nun, wie man hätte erwarten sollen,eine Entlastung des Verkehrs eingetreten wäre,stellte sich vielmehr bald heraus, daß letzterer durch ;höhere Zollauflagen noch mehr belastet wurde.Vergeblich bemühten sich auf der ersten Revisions-conserenz 1824 die meisten Elbnfcrstaaten, eineZollermäßigung u. Abschaffung der Recogiiitions-gebühren zu bewirken. Hannover aber bezeigtekeine Lust, den Stader Zoll herabzusetzen u. Mbspäter nur in einigen unwesentlichen Punkten nach.Inzwischen wurde in Preußen, Sachsen u. Anhaltdie Elbfahrt sehr erleichtert; Preußen hob die Elb-zölle von u. nach seinen Staaten ganz auf, thatinfolge des Zollvereins dasselbe mit Anhalt und