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Eiszeit.
80 m hoher Blockwall, der im Bogen das Aarthaldurchsetzt. Andere finden sich am Sempacher See,Hallwyler See, u. Zürich rnht auf einem Block-walle. Alte Moränen finden sich auch in demGlattthal, Limmatthal, Reußthal u. a. In demThal des Rhonegletschers zählt man unterhalb desjetzigen Gletscherendes bis zum Hotel Gletsch,also auf einem 1 km langen Raume, etwa einDutzend solcher Wälle, deren am tiessten gelegenebereits mit Vegetation bedeckt sind. Polirte Fels-flächen, parallel verlausende Streifen u. Rillenbis zu einer bestimmten Höhenlinie an den Thal-wänden, über welcher die Felsen rauh und zackiggeblieben sind, lassen sich nur als die Spuren derGletscher erklären. Steigt man in den Thälernhinauf, so kann man die obere Grenzlinie der ge-latteten u. gerieften Felsen an den Thalwändenis dahin verfolgen, wo sie unter den Gletschernhervortritt. Auch in den Alpenthälern selbst fin-den sich weither transportirte Blöcke, deren Ur-sprung sich leicht erkennen läßt, da die Thälerin den kristallinischen Gesteinen beginnen u. sichdurch die Schiefer in die Kalke forlziehen. Mitdem Vordringen der Gletscher in der E. u. demkälter werdenden Klima schwand die in der Ter-tiärzeit einen südl. Charakter tragende Vegetationder Alpen u. die fruchtbaren Landstriche wnrdenvon Eisfeldern verhüllt. Wie die Gletscher imNorden der Alpen durch die Thäler der Arve,Rhone, Aar, Reuß, Linth und des RheinesHinabstiegen, ebenso wandelten auf der Süd-seite der Alpen Gletscher hinab und drangenbis in die Po-Ebene vor. Zwischen Turinund Rivoli im Thale der Dora riparia hatder vom Mont Cenis herabsteigende Gletscher einebogenförmige Endmoräne aufgeschüttet u. bei Pia-nezza einen der größten Findliugsblöcke, auf wel-chem gegenwärtig eine Kapelle steht, abgesetzt.Unterhalb der Seen von Candia u. Biverone findetman die End- u. Seiten-Moränen des aus derDora baltea kommenden Gletschers, dessen Firn-felder sich zwischen dem Montblanc n. dem MonteRosa ausbreiteten. Bei Como u. Orta, Vareseu. Lugano hindern die gewaltigen Wälle gleichDämmen den Abfluß der Seen, svdaß die Gewässerzur Seite sich Bahn brechen mußten. Beim Rück-züge der alpinen Gletscher, welcher in Folge zu-nehmender Erwärmung der nördl. Erdhälfte ein-trat, setzten dieselben die sog. älteren Anschwemm-ungen, Sand, Kies u. Rollsteine ab; an freienStellen wucherte eine Vegetation, welche durch dieÜberfluthungen von Gletscherbächen mit den Senk-stoffen derselben überschüttet u. im Laufe der Zeitin eine Schieferkohle nmgewandelt wurde.
Das organische Leben der E. war durchauseigenartig. Moore mit dichtem Gestrüpp u. ver-wachsene Laub- u. Nadelwälder bedeckten das Tief-land. Seltsame Thiergestalten wie das Mammuthu. das zweihörnige Nashorn, mit dicht behaarterHaut für das nordische Klima ausgerüstet, mächtigeHyänen, Bären u. Löwen, Hirsche mit breitästigemGeweih und das Renthier belebten die Landschaft.Ihre Neste sind in den Höhlenaussüllungen, inden Torfmooren, in Ablagerungen von Kalktuff,Kies u. Lehm der diluvialen Zeit erhalten. Kalktuffemit Blattabdrückeu von Eichen, Buchen, Pappeln,
Linden, Weiden, Rohrstengeln von Arundo undBlätter von Scolopendrium finden sich in denKalktuffen von Mühlhausen und Weimar in Thü-ringen. Bei Burgtonna kommen mit diesen Pflan-zenresten Skcletttheile des Höhlenbären, vonvorweltlichen Pferden, Schweinen, Nashörnern u.des Mammnths (Ilrsus spslasus, Lguns ackami-bieus, Lus xroaritus, Rinnoosros bioiwrknmig,iAsvüas xrimi^onius), Geweihstücke des Hirsches(Osrvus slaxlms kossiiis), Schneckeugehäuse (vonUolix, lUanorbis, I-imnasus), in großen Massenvor. Ähnliche Siißwasserkalke fanden sich beiKannstadt in Württemberg. Reste eines Fluß-pferdes (Uippopotamus) sind diesseits der Alpenin Deutschland selten, kommen dagegen häufiger inEngland vor u. namentlich im Arnothal (Italien),sowie in Sicilisn. In den alten TorfmoorenEnglands u. Irlands findet sich zuweilen in voll-ständigen Skeletten das irische Riesenelenn (dls-Aaesros knborvieus), dessen Geweih fast 3 m spannt.Die Schieferkohlen der KantoneZürich u. St. Gallensind werthvolle Fundstellen diluvialer Reste. Ab-gesehen von einigen Varietäten u. dem Vorkom-men nordischer Formen, insbesondere norwegi-scher Torfpflanzen, ist die Flora dieser Kohle die-selbe wie sie heutzutage die dortige Gegendausweist. Aus dem Umstande, daß die Schiefer-kohle zwischen zwei Geröllschichten eingelagert ist,hat man aus eine Zeit erneuten Vorrückens derGletscher nach bereits begonnenem allgemeinenRückzuge derselben geschlossen; doch haben auchdurch locale Ursachen Plötzlich anschwellende Glet-scherwasserdieseÜberschüttuughervorbriugen können.
Besonderes Interesse für die Kenntniß der Thier-welt der E. haben die Höhleufunde erlangt. DerUntergrund dieser in großer Zahl aufgedecktenHöhlen bildet eine wahre Fundgrube diluvialerNeste, welche in einem röthlicheu, sandigen undGeröll führenden Lehm eingelagert sind und voneiner schützenden Kalksinterdecke, welche auch dieKnochen häufig zu einer Breccie verkittet hat, über-deckt werden. Theils sind die verschiedenartigenReste, Knochen, Koprolithen n. a. von Fluthe»gerollt n. in die Höhlen eiugeschweinmt, theils ha-ben aber auch die Höhlen größeren Naubthierenzum Aufenthaltsorte gedient. Das westfälisch-rheinische Mitteldevou n. der Fränkische Jura sindin Deutschland am reichsten an derartigen Knochen-höhlen. Ersteres besitzt die Dechenhöhle, die Höhlenvon Balve u. Sundwig, letzterer die Müggendorf«,Gailenrenther und Hohlenfelser Höhlen; aus demHarz sind die Baumannshöhle u. Bielshöhle ambekanntesten. Die Reste des Höhlenbären (Ursusspolasus) überwiegen meist; so sind der Gailen-reuther Höhle die Überbleibsel von mehr als SOSExemplaren entnommen. Weniger häufig findetsich die Höhlenhyäne (Azmsng. spsiasa), der Höhlen-löwe (Pslis spslass,), der Höhlenhnud (Oanis sxo-iasns), u. von den Naubthieren dorthingeschlepptu. verzehrt, finden sich die Neste von Nashörnern,Hirschen u. Rindern. Auch in den älteren belgi-schen Höhlen der Provinz Lüttich ist der Höhlenbärhäufig, während die jüngeren reich an Renthier-resten sind. Eine der berühmtesten Höhlen ist dievon Kirkdale unweit Jork in England; dieselbebeherbergte die Reste von 300 Hyänen und große