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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Massen ihrer Excremente, sowie die Neste vonElefanten, Rhinoceros, Flußpferd, Büffel, Hirsch,Wolf, Bür und Tiger. Die Zahnspuren an denKnochen der dort gefundenen Pflanzenfresser, so-wie das Vorhandensein der leicht zerstörbarenHyänen-Excremente beweisen, daß die Funde derKrkdalc-Höhle nicht von Wasser eingeschwemmtworden sind, sondern daß die genannten Ranb-thiere die Höhle bewohnt haben. England besitztnoch zwei bedeutende Höhlen, nämlich diejenigevon Bristol und die Kentshöhle bei Torquay, so-wie noch zahlreiche andere in den Gebieten desJura und Kohlenkalk. Abweichend von den deut-schen u. englischen umschließen die Höhlen SFrank-reichs außerordentlich massenhafte Anhäufungen vonKnochen und Geweihstücken des Renthieres. Be-sonders reich an Höhlen ist der Jura längs deröstlichen Grenze bei Besannen, sowie die Jura- u.Tcrtiärkalke der Umgegend von Montpellier. Ähn-lich den Höhlenvorkommnissen sind die Knochcn-breccien der Mittelmeerländer, welche an zahl-reichen Orten Vorkommen u. häufig Landschneckenund Knochen von Wiederkäuern und Nagethieren,namentlich eines Pfeifhasen (ImAomzm Laräns),dessen Verwandte nur noch in Sibirien Vorkommen,in erstaunlicherMenge enthalten. Einehäufige Fund-stelle diluvialer Reste sind Ablagerungen von Löß,welche in den unteren Theilen der Flüsse, an derenMündung oder in lagunenartigen Weitungen der-selben sich aus dem Flußwasser absetzten. InLiese haben die Flüsse die Hartgebilde der Land-bewohner eingeschwemmt. In dem riesigsten Maß-stabe sind jedoch in dem Schwemmlande NSibiriensKnochen des Mammnth eingelagert; ein sehr be-deutender Theil des in den Handel gebrachtenElfenbeins stammt von dort her. Die nordamcri-kanifchen Diluvial-Ablagerungen, Sande, Kiese n.Moore weisen Skelette eines riesigen Mastodon(Uastoäcm ZiAantous) auf. In den StaatenNew-Iork n. Skew-Jersey und an den Ufern desMissouri sind in den Torfmooren einige vollstän-dige Skelette des Mastodon gefunden worden. Indem südlichen Theil des nordamerikanischen Con-tinents scheint das Mastodon von einem Elefanten(Lleplnw amerieamis) vertreten worden zu sein.Riesenhirsche, Pferde, Biber, Löwen und Bären,sowie einige Faulthiere (Llzlocion, Ns^alonz'L, Ns-xatiiorium od. Riefenfaulthier) belebten dieselbenGegenden. SAmerika besitzt in seinen offenbardein nordamcrikauischen Diluvium gleichaltrigenLehmschichten und Kalktnfscn, welche die Pampasdes La Plata bilden, zahlreiche Reste von Bibern,Pferden, Tapiren, Lamas, Mastodonten, Wölfen,Panthern, Riesenfanlthieren und Gürtelthieren(Ki^ptoäou). Das Glyptodon maß vom Kopfebis zur Schwanzspitze 3 m u. sein schildkrötenähn-licher Panzer 2 m in der Länge. In den rochenThonen Brasiliens hat man bereits mehr als hun-dert Arten fossiler Sängethiere ausgefnnden, nament-lich Asien, Naubthiere, Nager, Bentclratzen (V1-äelpdz-s) n. Edentaien; neben den Sängethierenmehrere Stranßarten, andere Vögel, Schlangen, Ei-dechsen, Krokodile, Batrachier u. auch Überreste vonMenschen. In Australien lebten wie auch heut-zutage keine anderen Sängethiere als Beutelthiere,so das Diprotodon, an Größe einem Hippopotamus

gleichend; sein Schädel maß nicht weniger als Imin der Länge. Außerdem hat man Beutelwölfe,Wombats, Insektenfresser u. Vierhänder gefunden,die sämmtlich zu den Beutelthiercn gehören undden heutigen Arten sehr nahe stehen. Auf Ren-Seeland hausten stranßartige Riesenvögel, dieMoas (Diuornis n. a.), deren außerordentlich starkentwickelte Beinknochen anstatt Luft, wie bei denheutigen Vögeln, Mark enthielten; dagegen fehltenauch zur E. die Sängethiere, wenn nicht einekleine Ratte als einheimisch betrachtet werden muß.Am bemerkenswerthcsten ist, daß in der E. jetzt inihren Wohngebieten weit entfernte Arten znsammen-lebten. Das Elcnn, das Renthier, der Eisfuchs,der Vielfraß, der Lemming haben sich bei demVerschwinden des Eises nach N. gewandt, währendder Stein! ck, die Gemse, das Murmelthier sich indie Hochgebirge zurückgezogen haben.

Die wichtigste Thalsache, welche durch die Höhlen-fnnde zweifellos erwiesen wurde, ist diejenige, daßder Mensch bereits Zeuge jener glacialen Weltwar. Er lebte u. wohnte zum Theil zusammenmit jenen furchtbaren Raubthieren und kolossalenDickhäutern, jagte sie u. bearbeitete in roher Weisedie verschiedenen Theile ihres Skeletts, um sieseinen Zwecken dienstbar zu machen. In dendiluvialen Ablagerungen verschiedener Gegendenbei Hoxne in England, im Thale der Somme beiAbbeville, bei Chatillon-snr-Seine, bei St. Acheulin der Nähe von Amiens, bei Precy im Oisethalewurden rohe Töpserwaaren und Werkzeuge ausThon oder Stein zusammen mit Überresten vonkSlspims xrimiALuius, Wiinoooros tüestorluims,llippopotamuo mnjor u. Lsrvns ms^aooros, so-wie mit (Z'rona stuminakis, einer jetzt auf dasnördliche Afrika beschränkten Süßwasserconchylie,gefunden. Ein Aufschluß bei der Abtei Schussen-ried im schwäbischen Saulgan, welcher durch einenGraben im dortigen Torfmoore entstand, beweistgleichfalls überzeugend die Existenz des Menschenwährend der E. Hier fand sich nämlich unterTors u. Kies, sowie zum Theil unter einer Kalk-tufsdecke mit Resten diluvialer Süßwassermnschelneine Culturschicht, aus alpinen od. arktischen Moos-arten, Sand und Knochen, sowie den Prodnctenmenschlicher Kunstfeoligkeit bestehend. Neste vomRenthier überwiegen die übrigen, daneben fandensich diejenigen des Vielfraßes (6rüo spslaous), desnordischen Bären (llrsrw Lretos), des Wolfes,des Eisfuchses und Goldfuchses, des Hasen, desSingschwanes und mehrerer Moorenten. Aufge-schlagene Markröhren u. Schädel der Nennthicreu. Pferde, bearbeitete Geweihe, Feuersteinmesser,vom Feuer geschwärzte Schiefer- und Sandflein-platten, welche offenbar als Schüsseln n. Pfannendienten, Stadeln ans Holz und Knochen, Knollenrother Farbe — wol zum Bemalen des Körpersbenutzt — beweisen unwiderleglich die Existenz desMenschen zu jener Zeit, obwol Skelette des Men-schen selbst dort nicht gefunden sind, sowie ferner,daß die Bewohner dieser Gegend bereits auf einerniederen Cnlturstufe standen, aus welcher ihnendie Töpferei u. der Gebrauch der Metalle jedochnoch fremd war. Im südlichen Frankreich fandensich neben ähnlichen Resten wie bei Schnssenriedbereits rohe Zeichnungen, welche deutlich Renn-

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