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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eiszeit.

Höhe von nahezu 7000 m, sind in die Flnßthäler> hineingedrungeu und haben die Ströme zuweilenwie beim Niagara genöthigt einen anderen Laufru nehmen. Die Oberfläche ausgedehnter Felsenist bei der großartigen Überfluthung Amerikaswährend der E. durch die Einwirkung der Wogen^ und der mit dein an ihren: Boden angefrorenenj Sand und Geschieben scheuernden Eisberge auf! der nördl. Stoßseite spiegelglatt geschliffen od. feingeritzt n. mit tiefen Furchen versehen, währendder siidl. Abfall rauh geblieben ist. Entsprechenddem arktischen Charakter des ausgedehnten Polar-meeres, welches die zu Inseln redncirten nördl.Kontinente bespülte, waren diese n. die nördl. ge-legenen kleineren Inseln, wie Skandinavien u. a.weit mehr als jetzt von Schnee und Eis bedeckt.Ihre Hochgebirge starrten unter einer mächtigenGletschcrbedecknng, deren Ausläufer sich bis in dieEbene resp. bis in das Meer vorschoben. Sowar Skandinavien ähnlich wie noch jetzt Grönlandvöllig vereist u. unter Gletschern begraben. DisSpuren dieser Zeit sind von den Gletschern einge-graben in harten: Fels und erscheinen noch heutezum Theil so frisch, als ob sie eben erst einge-schliffen wären. Glattpolirte Kuppen, feine Ritze,parallel neben einander hinlanfende geglättete Rin-nen u. Furchen lassen sich von mehreren Centren. des skandinavischen Hochgebirges ansstrahlend inweiter Erstreckung verfolgen und bezeichnen dieBahnen, welche die Gletscher von da zun: Meeregenommen haben. Ähnliche Felstrümmer, wie die,welche von den skandinavischen Gletschern in soreichen: Maße über den Boden des diluvialen Po-larmeeres geschüttet wurden, sind als MoränenZ auf Skandinavien selbst zur Ruhe gekommen.Z Alte Seitenmoränen ziehen sich dis Abhänge der,Z Thäler entlang ::. nahe der Mündung derselbenZ setzen Endmoränen quer hinüber, wie bei LnnderrnI im Jemtland und an: Berg Staika. Absätze von! glacialem Mergel, Lehn: u. Landen bekunden, daßj die Gletscherbäche aus den: zwischen Gletscher u.A Thalboden mitgeschleiften, gerundeten od. zerdrück-et ten Schutt, mit welchen: der Gletscher seine felsigest Unterlage glättete n. ritzte, das feine Material sort-Z geführt und an ruhigen Stellen abgesetzt haben.E Skandinavien, welches zur E. höchstwahrscheinlich^ noch höher als jetzt ans dem Meere ragte, hatp! von allen Theilen Europas wol die großartigstenssi Niveanschwanknngen erfahren, denn, nachdem esW etwa in seiner jetzigen Ausdehnung vereist war,L sank es unter den Wasserspiegel; das Meer wühlteU den Gletscherschntt vom Neuen: auf, rollte die« Felstrümmer ,u. warf langlinige, wallartige, in:I Inneren häufig geschichtete,Geröll- und, Sandan-H sammlungen, Uferwälle (Äs, Plnr. Asar) ans,H welche den Küstenlinien des jeweiligen sinkendenL Skandinaviens entsprachen. Mehrfach hinterein-H ander sich wiederholend, finden sich dieselben jetztz in einer Meereshöhe bis zu 300 n. 360 m n. be-I künden, daß auf das partielle Versinken Skandi-i naviens unter die Meeresoberfläche eine hentzn-l tage noch andauernde Hebung erfolgt ist. Da-s mit wurden zugleich in der Nähe der Äsar Gla-st cialsande n. noch weiter seewärts von diesen Gla-st ciallehme Llosgelegt, welche in den: Meere ab-i gesetzt worden waren. In den feinen Lehmabsätzen,1 Pierers Universal-Conversalions-Lexiton. 8. Aufl. '

welche eine zonenweise Anhäufung von Mollnsken-resten besitzen, hat die darin in mehr als 60 Artenvertretene Fauna einen durchaus nordischenCharakter. Nachkommen arktischer Krnstenthiereleben noch heute in den bei der Hebung des jetzi-gen Hochplateaus zwischen Wener- und Wetterseevon: Meere abgeschlossenen u. ansgesüßten Seen.Ähnliche,: Oscillationen wie Skandinavien warenEngland, Wales, Süd-Irland n. Schottland unter-worfen. Ebenfalls von Gletschern bedeckt, welchenicht minder deutliche Spuren wie die skandinavi-schen hinterlassen haben u. nur der Südhälfte Eng-lands von London ab fehlten, sanken diese Ländertheilweise unter das Niveau des Meeres, sodaß nurdie höheren Berge von Schottland, Wales, Cum-berland u. Irland ans den: Wasser hervorragtenn. jene Massen von Lehn: mit geritzten Rollsteinensich ablagertcn, welche als Blocklehm (daulcksr Ola^)bezeichnet werden n. skandinavische Geschiebe ent-halten. Sie tauchten dann daraus wieder empor,so zwar, daß zeitweise Schottland ::. das europäi-sche Festland in Verbindung traten und erst nacheinigen geringeren Schwankungen ihre jetzige Höheerlangten. Über den bei der Snbmersion Schott-lands abgesetzten Meeressanden finden sich mächtigeThonlager, welche, reich an erratischen Blöcken,doch selten organische Reste umschließen. Ans denAblagerungen an der Mündung des Forth u. Taysind jedoch 35 Mollusken bekannt geworden, welchejetzt sämmtlich nur noch in arktischen Meeren, wieum Melville, Island und Spitzbergen Vorkommen.Island u. Grönland waren znr E. ebenfalls vonSchnee- u. Eisfeldern bedeckt. Dasselbe war mitden inselartigen Kontinenten, NAmerika n. Eu-ropa der Fall. Die Hochgebirge derselben warenunter mächtiger Eisbedecknng verhüllt. Die hö-heren Theile des Alleghany-Systems u. die SierraNevada trugen Gletscher u. in Europa speisten dieFirnfelder der Pyrenäen, der Vogesen, der Au-vergne und vor Allem der Alpen gewaltige Eis-ströme; von den Thälern der Hochalpcn ergossensich die Gletscher in die flachen mit südländischerVegetation geschmückten Theile der Schweiz n. derbenachbarten Länder und verhüllten sie mit einerznm Theil über 1000 m dicken Eisdecke, währendjetzt die Gletscher der Alpen nicht unter 1000 mSeehöhe hinabsteigen. An den Abhängen undselbst auf dem Kamme des Jura finden sich er-ratische Blöcke, welche aus den: Hochgebirge vonWallis, vom St. Bernhard, vom Monte Rosa,Simplon, der Jungfrau und von: St. Gotthardstammen u. also 20, 30 u. mehr M. Weges zu-rückgelegt haben. Bei Zürich finden sich Felstrüm-mer der Glarner-Alpen n. an dem Nordnfer desBodensces in Bayern und Baden solche ans denhintersten Thälern Graubündtens. Ihre Größe istzuweilen enorm; so besitzt der Pfingsten: bei Zürich,ans den Glarner-Alpen stammend, eine Höhe vonmehr als 20 m, Pierre-ä-bot bei Nenenbnrg ausWallis eine Länge von ca. 16 m, ist 13 m hochn. 5 m breit. Pierre-des-Marmetles bei Montheyin Unterwallis, aus dem Thale von Ferret, ist20 m lang, fast 10 m hoch n. ebenso breit. Aneinigen Orten hat man die Blöcke wie in denThälern der Alpen zu Wällen znsammengehänf«gefunden. Das Hühnli bei Bern ist ein solcher üb er:n. B-md. 12