Eismeer -
den Allsten der es einschließenden Continente undseiner Inseln findet man große Massen Treibholz,die durch Meeresströmungen aus den Mündungender Flüsse an den sibirischen n. nordamerikanischenKüsten hierher getragen werden. In demselbenleben viele Wale, Seehunde rc.; bes. reich aberist es an Fischen, wie u. a. die sich jährlich wie-derholenden ungeheuren Züge von Heringen be-weisen, welche die Küsten Europas n. NAmerikasbesuchen. Meerestheile, Busen u. Meeresflraßendes nördl. E-s: 1) an der Küste Asiens: Kolint-schin B., Tschaun B., Omnljak B., Jana B.,Lhatanga Bucht, Taimyr B., Obischer B., Ka-risches Meer und Karische Bai (letztere an derasiatisch-europäischen Grenze); 2) an der KulteEuropas: Jugorsche Str., Karische Pforte, Po-gantscheskaja B., Bolwanskaja B., Tscheßkaja B.,Weißes Meer (Bjeloje More) Kondalaskaja-B.,Baranger Fjord, Parsangcr Fjord u. viele andereFjorde an der skandinavischen Küste; 3) an derKüste NAmerikas: Bassins B., Smith Sound,Kennedy Channel, Robeson Channel, Jones Sd.,Lancaster Sd., Barrow Str., Prinz-RegentenEinfahrt, Fury u. Hekla Str., Fox Kanal, Com-mittee B., Boothia Golf, Bellot Str., Peel Sd.,Wellington K., Penny Str., Byam Martin Str.,Melville Sd., Mc. Clintock K., Coronation B.,Delphin u. Union Str., Franklin B., NWPassage,Banks Str., Harrisons B., Kotzebue Sd. rc. InsNördl. E. ergießen sich folgende Flüsse: 1) an derKüste Asiens: Kolyma, Jndigirka, Jana, Lena,Jenissei, Ob; 2) an der Küste Europas: Pet-schora, Mesen, Dwina, Onega, Tana; 3) an derKüste Amerikas: Knpferminenfluß u. Mackenzie.Die wichtigsten Inseln: 1) zu Asien gehörig: Kel-lett-Land, Bären-Jnseln und Neusibirische Inseln;
2) zu Europa gehörig: Nowaja Semlja, Wai-gatsch I., Kolgnjew, zahlreiche Inseln an der skan-dinavischen Küste, darunter die Lofoten die bedeu-tendsten, ferner Bären-I., Spitzbergen, FranzJosephs Land, Petermanns Land u. Jan Mayen;
3) zu Amerika gehörig: Grönland, Cumberland,
Somerset, Cockbonrn, NDevon, Grinnell Land, N.Prinz Wales Land, Cornwall, Bathurst, Victorian. Prinz Ulberts Land, Banks Land, Melville I.,Prinz Patrick I. rc. Größenverhältnisse der E-es. Art. Erde VI. H- Berns.
Eismeer (Llsr äs Akaos), 1) Oberer Theildes ülaoisr äss Lois, Gletscher im Chamonny-Thal (französisches Savoyen), welches aus demZusammenfluß des Elaoior äu Osanb (Tacnl),Ciao, äs iisokmuä u. 6Iao. äs Lalskrs entsteht,am bequemsten zu übersehen von: Montanvertaus. 2) Oberer Theil des Unteren Grindelwald-Gletschers (Berner Oberland, Schweiz), der aus demGrindelwalder Viescher-Gletscher, 1800—2600 in,kommt und zwischen dein Schreckhorn und Eigerliegt.
Eispflug (Eissteg), Hemmvorrichtung für Ge-schütze u. Fahrzeuge znm Gebrauch auf glatt ge-frorenem Boden.
Eispunkt, die Temperatur des schmelzendenElses, 0"O—0°Ii^ä-32°k?.
Eisschrank, s. Eis.
Eisspath (Min.), farblose oder lichtgefärbte-Varietät des Orthoklases, s. d.
— Eiszeit. 175
Eissturmvogel (UroosIIaria, glaoisäis), s. u.Sturmvögel.
Eis-Sund, Meerbusen des nördl. Eismeeresan der WKüste Spitzbergens; Station u. Anker-platz der Grönlandsfahrer.
Eistaucher, s. Seetaucher.
Eisvogel (Eisfalter, Inmnsbis F«br.), Schmet-terlingsgatt. ans der Familie der Nymphaliden,Gruppe der Tagfalter; Fühler von halber Körper-länge, Fühlerkenle allmählich verdickt. Dahin derPappeleisfalter (I>. popnki L.) 8 om, welchermitunter der Zitterpappel schädlich wird. Thoms.
Eisvögel, ^.losäräas, Fam. der Ordnungder kuknksartigen Vögel, Schnabel stark, lang,gerade, 4kantig, scharf zngespitzt; Zunge kurz,breit und scharf; kurze Schreitfüße, 4zchig, dieÄußere Vorderzehe mit der mittleren zusammeu-gewachsen; Aufenthalt am Wasser der alten undneuen Welt, wo sie von Fischen u. Jnsecten leben;ihre Nahrung erbeuten sie stoßtanchend. Die mei-sten haben glänzendes blaues od. grünes Gefieder.Einzige europäische Art: Gemeiner Eisvogel(Königsfischer, Ufer-, Wasser-, Seespecht, Martins-vogel, ^äosäo iopiäs, L.), 16 ein lang, lasurblau,grün spielend; Unterleib rostroth; Schwanz kurz,Kehle und ein Halsstreif weiß, Füße korallenroth;nistet am Wasser in tiefen Löchern unter Baumwnr-zeln mit 6 — 8 weißen Eiern, lebt von kleinen Fi-schen und Jnsecten. Bei uns Stand-, höchstensStrichvogel, vermehrt sich trotz großer Fruchtbar-keit wenig, weil der Winter sehr viele wegrafft.Seine Neströhren (finden sich an gänzlich nnbe-wachsenen Uferwänden; sie sind ungefähr ein mlang u. erweitern sich an ihrem Ende; diese Er-weiterung enthält nie ein eigentliches Nest, sie istGegenstand vieler Fabeln geworden. Thoms.
Eisvögel, 6rsbs8, sind die Unterseiten derPelze der größeren Arten der Schwimmvogelgatt.Haubentaucher, welche als beliebtes Pelzwerk viel-fach in den Handel gebracht werden. Thoms.
Eiszeit (Glacialperiode), geologische Periode,welche die Grenze zwischen der Gegenwart oderQuartärzeit und der letztverflosscnen geologischenEpoche, der Tertiärzeit, bildet. Wiewol die E. erstkurz vor dem Auftreten der Menschen begann u.daher im Vergleich mit dem mesozoischen u. palä-ozoischen Zeitaltern der Erde eine jüngst verlaufenePeriode ist, so ist doch die historische Zeit ein un-bedeutender Zeitraum gegen ihr Alter, und ihreeinstige Existenz ist durch keine menschliche Tradi-tion erhalten. Obgleich in der Tertiärzeit nochzahlreiche Thiere lebten, welche jetzt ausgcstorbensind, so waren doch bereits die meisten der unsererZeit ungehörigen Thiere u. Pflanzen oder derennahe Verwandte vorhanden. Die Existenzbeding-ungen für die organische Welt waren den heutigensehr ähnlich, zumal die Eigenwärme der Erde gegendie Erwärmung durch die Sonne nicht mehr in demvorwiegenden Maße wie in den früheren Periodenzur Geltung kam, wo noch von Pol zu Pol eingleichmäßiges warmes Klima herrschte. Die Pole,nur durch schiefe Bestrahlung erwärmt, waren be-reits kälter als die von senkrechten Sonnenstrahlengetroffenen Äquatorialgegenden, und es hatte sichdaher gegen Ende des Tertiärs eine Differcnzir-ung der Klimate nach Zonen auf dem Erdball