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das Herzogthum Sachsen-Meiningen. Wiederholtwurde es von großen Feuersbrünsten verwüstet.
Eisfuchs, s. U. Fuchs. IH. B-rnL.
Eisglas, eine farblose, aber wegen ihrer un-ebenen Oberfläche undurchsichtige Glassorte, die zuLuxusgegenständen sehr beliebt ist. Man erhältes, indem man Glas auf die gewöhnliche Weisemittels der Pfeife etwas ausbläst u. so lange inkaltes Wasser taucht, bis die Oberfläche vonzahlreichen Sprüngen durchzogen ist. Darauf wirddas Stück in der Arbeiisöffnung nochmals glühendgemacht n. fertig aufgeblasen; dabei öffnen sichdie Klüfte, die Ränder schmelzen rund und dieOberfläche erhält das Ansehen von im Thalienbegriffenen Eise. Manchmal werden die zwischenden Klüften befindlichen Erhöhungen noch rauhgeschliffen.
Eisgrnb (Lednice), Marktflecken im Bez. Gö-ding der österr. Markgrafschaft Mähren, an derThaya; prachtvolles Liechtensteinisches Schloß mitTheater und großen Orangerie- u. Glashäusern;Pottaschesiederei, 4 Jahrmärkte; 2061 Ew. Andas Schloß stößt der berühmte Park, einer dergrößten und herrlichsten in Europa, mit exotischenForstbänmen, einem Seebecken, in dem 10 Inselnliegen, sehenswerthen hydraulischen Maschinenwer-ken, dem orientalischen Thurm mit prächtiger Aus-sicht, dem Sonnen- u. Musentempel rc.
Eisgrube u. Eiskeller, s. u. Eis.
Eisjacht, ein kleines Fahrzeug, das man statteines Schlittens gebraucht, um damit auf demEise zu segeln. Es wird durch ein Steuer regiert,das, an seiner Unterkante mit Eisen beschlagen,ins Eis einschneidet; durch einen scharfen, eisernenBolzen, den man hinten ins Eis drückt, wird eszum Stillstand gebracht.
Eisklüfte, so v. w. Frostrisse.
Eiskraut, ist Llsssmbr^antlismum or/stak-limim.
Eisleben, Kreisst. im Mansfelder Seekrcis despreuß. Regbez. Merseburg, ehemals Hauptstadt derGrafschaftMansfeld, Station derHalle-Nordhansen-Kasseler Eisenbahn, besteht aus der Altstadt, derNeustadt u. 3 Vorstädten; Volksbank, Kreisgericht, 4evangel. Kirchen, darunter die Andreaskirche mitden Büsten Luthers u. Melanchthons u. Denkmä-lern der alten Grafen v. Mansfeld u. die Peter-Paulskirche niit dem Taufsteine, an dem Luthergetauft worden sein soll; kathol. Kirche, Synagoge,Schloß der alten Grafen v. Mansfeld, Gymna-sium (am 16. Febr. 1546 gestiftet), Schullehrcr-seminar, höhere Lehranstalt (in der Entwickelungzu einer Realschule I. O.), Bergschule, Sitz derDirektion der Mansfeldischen kupserschiefcrbauen-den Gesellschaft; Vitriolwcrk (E-er Grün), Bier-brauerei, Gartenbau, Samenhandel, Gasanstalt,Bergbau auf Kupfer u. Silber, 2 Kupferhütten,besuchte Viehmärkte; 1875: 14,378 Ew. DieStadt ist berühmt als Geburts- und SterbeortLuthers. Sein Geburtshaus, das 1689 bis aufdas untere Stockwerk abbrannte, aber von mildenBeiträgen wieder aufgebaut worden ist, enthälteine Freischule (seit 1693) u. mancherlei auf denReformator bezügliche Reliquien. Sein Sterbe-haus liegt bei der Andreaskirche. Auf dem Markt-Platze soll dem Reformator (1877) ein marmornes
- Eismeer.
Denkmal gesetzt werden. E. ist ferner der Geburtsortdes Theologen Johann Agricola oder Schneider(1492—1566) u. des Erfinders der Schnellpresse,Theodor König. Die Altstadt von E. kommt ur-kundlich schon 994 vor, erhielt 1045 Münz- undMarktrechte, gehörte den Grafen von Mansfeld.1081 war hier ein Convent deutscher Fürsten,welche den Herzog Hermann von Luxemburg, derhier residirte, zum deutschen Könige wählten;1083 wurde deshalb E. von den Bremern undHildesheimern, den Feinden Hermanns, erobertu. verbrannt. 1115 am nahen Welfesholz Schlachtzwischen den Kaiserlichen unter Mansfeld u. densächsischen Fürsten n. Erzbischöfen. 1362 wurdeE. vergebens vom Markgrafen Friedrich zu Mei-ßen belagert. Nach den Bauernnnrnhen 1525,in denen die Stadt znm Theil zerstört wordenwar, wurde die Neustadt angelegt. 1579 wurdehier der E-sche Tanschreceß zwischen Kursachsenund dem Erzstift Magdeburg abgeschlossen. 1780nach dem Anssterben der Grafen v. Mansfeld kamE. an Sachsen n. 1815 an Preußen. H- Berns.Eismaschinen, s. Eis.
Eismeer (Polarmeer), der Name derjenigenTheile des Weltmeeres, welche die beiden Poleumgeben, und als deren Grenze man gewöhnlichdie beiden Polarkreise annimmt; demnach ist einSüdl. u. ein Nördl. E. zu unterscheiden. L) Das»Südliche E. (Antarktischer Ocean) wird vonkeinen Landmaffen begrenzt, sondern steht in offe-ner Verbindung mit dem Großen, Atlantischen u.Indischen Ocean. Nur der allerkleinste Theildesselben ist bekannt, u. dieser auch nur noch höchst sunvollkommen. Zwar sind mehrfache Versuche zur »Erforschung desselben gemacht worden (s. Südpolar- lreisen), allein mit wenigem Erfolge, da die hier vor-handenen Eisfelder u. Eismaffen von ungeheurerAusdehnung dem Vordringen in dasselbe die größ-ten Schwierigkeiten entgegenstellten. Ob innerhalbdes Südlichen E. ein antarktischer Continent, wieman vermuthet hat, vorhanden sei, od. ob, wasallerdings wahrscheinlicher ist, die bis jetzt um denSüdpol liegenden Küsten nur Inselgruppen seien,kann nach unserer heutigen Kenntnis) noch nichtentschieden werden. Am weitesten gegen den L-üdpolvorgedrungen ist der engl. Admiral James ClarkRoß, der rm Febr. 1842 die Breite von 78° 10'erreichte.L)Das Nördliche E. (Arktischer Ocean)bespült die NKnsten der Erdtheile Asien, Europau. Amerika u. steht durch die Behringsstraße mitdem Großen Ocean, durch die Davis-Straße(zwischen dem amerikan. Festlande u. Grönland),die Dänemark-Straße (zwischen Grönland u. Is-land) und durch das Meer zwischen Island undSkandinavien mit dem Atlantischen Ocean in Ver-bindung. Auch dieses Meer ist von gewaltigenschwimmenden Eismassen, Eisfeldern u. Eisbergenungefüllt, so daß es nur schwer, znm Theil selbstgar nicht befahrbar ist; weite Streckeü seiner Küstensind auch mit einem Walle von Eis umgürtet. IAllein so ganz und gar unzugänglich, wie man 'früher glaubte annehmen zu müssen, ist cs jeden-falls nicht, wie die zahlreichen Erforschungsexpe-ditionen der neueren u. neuesten Zeit (s. Nordpo-larreisen) bewiesen haben. Mehrere Strömungensind in dem Nördl. E. beobachtet worden. An