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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eiserne Maske — Eisfeld.

eorona äi kerro), der aber schon mit NapoleonsSturz wieder erlosch 1814. Kaiser Franz I. vonAsterreich stellte ihn 12. Febr. 1816 zur Ber-leihung an Civil- und Militärpersonen sür Ver-dienste um Italien, Anhänglichkeit an die Krone,hervorragende wissenschaftliche und künstliche Leist-ungen wieder her, aber unter neuer Form: überder E-n K. ist der kaiserliche doppelte Adler mitdem Buchstaben § u. der Jahreszahl 1816 an-gebracht n. wird an einem goldgelben, blau ein-gefaßten Bande getragen. Die Kriegsdecorationträgt zu beiden Seiten des Adlers auswärts ge-richtete grün emaillirte Lorbecrzweige. Die 1.Klasse trägt einen Stern mit der Inschrift: Xvitaet anota (alt und erweitert). Die Ritter der 1.Klasse zählen znm Range der Geheimräthe, die2. Klasse werden ans Ansuchen in den erblichenFreiherrnstand, die 3. Klasse in den erblichenRitterstand erhoben. Ordcnstag 7. April. Dis Sol-daten n. Unteroffiziere tragen die E. K. als Me-daille, ans der einen Seite einen Degen, ans deranderen die Inschrift: i?ro virtnts militari. Lagai.*Eiserne Maske, Benennung für eine myste-riöse Persönlichkeit, die unter Ludwig XIV. in dasSchloß Pignerol gebracht wurde; der Gefangenetrug eine eiserne, mit Sammt überzogene Maske,nach Anderen Sammet, u. von Dritten für Eisengehalten, die er bei unverzüglicher Todesstrafe nichtabnehmen durfte. St. Mars, Commandant vonPignerol, nahm ihn bei seiner Versetzung mit ansdie Insel Ste. Marguerite, behandelte ihn zwar mitder größten Achtung, ließ jedoch Niemand zu ihm n.trug ihm das Essen selbst auf. Auch Lonvois be-zeigte ihm bei einem Besuche Hochachtung. 1698nahm ihn St. Mars, welcher Commandant derBastille geworden war, mit nach dieser; am 19.Nov. 1703 starb er nach kürzer Krankheit undwurde unter dem Namen Marchiali in dieTodtenliste eingetragen und den folgenden Tag,nachdem sein Gesicht durch Messcrschnitte unkennt-lich gemacht worden war, begraben, sein Zimmeraber aufs Genaueste durchsucht, die Wände auf-gekratzt n. die Dielen anfgerissen, um etwa vor-handene geschriebene Nachrichten von ihm zu ver-nichten. Das Geheimnißvolle beschäftigte die da-malige u. spätere Zeit ungemein, jedoch hat manbis jetzt noch nicht zur Wahrscheinlichkeit ausge-mittelt, wer es gewesen. Offenbar irrige Mein-ungen sind, daß es der Graf von Vermaudois,der Sohn Ludwigs XIV. und der Herzogin laValiöre, welcher dem Dauphin eine Ohrfeige ge-geben habe und dafür mit ewiger Hast bestraftworden sei; oder Fonqnet, der Herzog von Mon-mouth, der Herzog von Beaufort n. A. gewesenseien. Andere meinen, daß es ein Bruder Lud-wigs XIV. gewesen sei, der von Anna von Öster-reich außer der Ehe (mit dem Herzog von Bucking-ham oder mit Mazarin) gezeugt und noch so baldnach dem Tode Ludwigs XIII. zur Welt gekom-men sei, daß er, als rechtmäßiger Sohn desselben,Ludwig XIV. habe gefährlich werden können; oddaß er ein ehelicher Zwillingsbrnder Ludwigs ge-wesen; Andere glauben, daß derselbe ein GrafMattioli, Minister des Herzogs von Mantua, ge-wesen sei, welchen Ludwig XIV., weil er einenCourier an den französischen Gesandten in Rom

wegen der Papstwahl anffing, unter dem Vorwände,ihm die Depeschen wieder abzukanfen, 1677 aufdie savoyische Grenze lockte und dort aufhob. UmReklamation des Herzogs von Savoyen, den manschonen wollte, zu vermeiden, nahm man die Sacheso geheimnißvoll. Andere geben auch an, daßMattioli ein Project, nach welchem sein Herr fran-zösische Truppen in die Festung Cassale aufneh-men, auch ein Commando über französische Trup-pen in Italien erhalten sollte, im Augenblick derAusführung an Spanien verrathen habe. Nachder neuesten Ansicht von Th. Jung (Im vöribs snr1s Lla-rgns cio ksr, Par. 1873) war die E. M. einChevalier von Harmoises aus Lothringen gewesen,welcher in den Niederlanden eine Verschwörunggegen das Leben Ludwigs XIV. anstiftete, aber29. März 1673 bei Peronne verhaftet n. wegenseiner zahlreichen Verbindungen mit einflußreichenPersonen in geheimem Gewahrsam gehalten wurde.Zuerst wird die Geschichte erzählt in Nsmoirosssorstv ponr ssrvir n I'trivtoirs äs ?erss, Am-sterdam 1745 f., 2 Bde. Voltaire stellte Unter-suchungen über die E. M. an, und seitdem sindsehr viele Schriften über diese Persönlichkeit er-schienen; zuletzt von Riese, Die E. M., Greifsw.1876. Zschokke,Arnonldn.Fonrnieru.Alex.Dnmasbenutzten den Stoff zu dramatischen Dichtungen.

Hemie-Am RIM '

Eisernes Thor, 1) (Eiserner-Thor-Paß) Paßim siebenbürg. Erzgebirge zwischen der PojanaRuska im N. und dem Petri im S., an derSWGrenze des siebenbürg. Comitats Hnnyad,führt in einer Höhe von 500 m aus dem Streel-Thale in das der Bißtra u. mar ehemals durchein eisernes Thor geschlossen; hieß bei den Rö-mern 1?on8 iluAusti und im Mittelalter ?orta>Vasril. Durch diesen Paß drang Trajan 101 n.Ehr. u. brachen später die Türken wiederholt inSiebenbürgen ein. 2 ) S. Demirkapu. 3 ) Kü-stenpaß bei Derbent in Daghestan (Kaukasien),zwischen dem östl. Ende des Kaukasus und demKaspischen Meere (ebenfalls Demirkapu gen.). 4 )(Biban) Beschwerlicher Engpaß an der WGrenze derProv. Constantine in Algier (NAfrika). H. Berns.

Eisernes Zeitalter, s. u. Zeitalter.

Eisessig (Xeiänm aostiouin glaoials), sehrconcentrirte Essigsäure (s. d.).

Eisfeld, Stadt im Kreise Hildbnrghausen desHerzogthums Sachsen-Meiningen, an der Werra,Station der Werrabahn; Volksbank, Landgericht,altes Schloß; Wollspinnerei, Tuchweberei, Far-ben- und Spielwaarensabriken, Gerberei, Schuh-macherei, Bierbrauerei, viele Märkte; 3091 Ew.E. ist Geburtsort des Dichters Otto Ludwig;hier war Justus Jonas Superintendent, oessenGrabmal in der Gottesackerkirche. E. wird schon791 genannt, erhielt 1223 Stadtrechte, kam 1227durch Heirath an die Grafen von Henneberg,dann unter Balthasar an die Landgrafen vonThüringen u. 1420 an Knrsachsen. Während desDreißigjähr. Krieges wurde die Stadt 1632 vonWallensteins Truppen n. 1640 von den Bayernniedergebrannt. 1680 kam E. an die Linie vonSachsen-Hildbnrghausen, welche, da der erste Her-zog derselben hier residirte, anfänglich Sachsen-E.genannt wurde, u. 1826 mit Hildburghansen an