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Elsenschaum —
ausscheidet, da es in Kalilauge unlöslich ist. End-lich erhält man eisensanres Kalium noch durchElektrolyse concentrirter Kalilauge bei Anwendunggußeiserner Polplatten. Hetzer.
Eisenschanm, der in glanzenden Schuppenauf dem schmelzenden Roheisen schwimmende Gra-phit, welcher sich beim Gargang des Hohofenserzeugt; er hat dieselbe Krystallform wie der na-türliche Graphit, enthält aber meist Eisen beigemengt.
Eisenschiffban, s. u. Schiffbau.
Eisenschlacke, 1) (Hohofcnschlacke) die glas-artige Masse, welche im Hohofen durch das Schmel-zen der die Eisenerze begleitenden Gesteine u. derZuschläge entsteht. Diese Schlacken sind compli-cirte Silicate von Kalk, Thonerde, Magnesia, mitsehr unbedeutendem Eisengehalte. 2) (Frischschlacke)Die Schlacke, welche sich beim Frischproccß bildet;sie besteht ans gewöhnlichem neutralem Eisensilicat.
Eisenschmid, Leonhard Martin, geb. 1795in Ingolstadt in Bayern; wurde 1818 Professoran der Studienanstalt in Neubnrg, 1822 Profes-sor am Progymnasium in München u. 1824 amGymnasium in Aschafsenbnrg; er trat 1828 zumProtestantismus über, ward daraus an das Gymna-sium nach Schweinsnrt versetzt n. lebte später zurück-gezogen in Rentweinsdorf bei Bamberg. E. schr.:Unterschied zwischen der Römisch-Kathol. n. Ev.-Protestaniischen Kirche (Rechtfertigungsschrift be-züglich seines Übertrittes zur Ev. Kirche), Leipz.1828; Über die Versuche neuerer Zeit, das Röm.-Kath. Kirchenthnm durch ein sog. Urchristenthnmder Kirchenväter zu begründen. Neust, a. d. O.1829; Das römisch-katholische Meßbuch, ebd. 1829;Gebräuche u. Satzungen der Röm.-Kath. Kirche,kritisch beleuchtet, ebd. 1830; Über die Unfehlbar-keit des ersten allgemeinen Concilinms in Nicäa,ebd. 1830; Über die Unfehlbarkeit der allgemeinenConcile, ebd. 1830.
Eisenschwarz, eine Art Bronzefarbe, welcheden damit bestrichenen Gegenständen das Ansehenpolirten Stahles gibt; es besteht aus sehr seinvertheiltem Antimonmetall, durch metallisches Zinkaus einer Antimonoxydlösung gefällt. Man be-nutzt es zum Bronziren namentlich von Gips-,Papiermache- u. Thonfignren, auch von Zinkgnß.
Eisensinter (Arseneisensinter, Pittizit, Colo-phoneisen u. Eisenpecherz zum Theil), traubige,nierenförmigc, stalaktitische opalartige Masse vongelblich-röthlicher od. schwärzlich-brauner Farbe u.mnscbligem Bruche; Härte 2—3, specifisches Gew.2,^; er ist halbdurchsichtig bis kantendurchscheinendund glasglänzend; besteht aus arsensanrem undschwefelsaurem Eisenoxyd u. Wasser n. ist wahr-scheinlich ein Zersetzungsprodnct des Arsenkieses;findet sich bei Freiberg, Schwarzenberg u. Gastein.
Eisenspat!) (Spatheiscnstein, Siderit, Sphäro-siderit, Min.), krystallisirt in Rhomboedern, derenFlächen convex oder concav gekrümmt sind; ge-wöhnlich kommt er eingesprengt, in derben, kör-nigen Massen von blätterigem, bisweilen etwasstrahligem od. fasrigem Gefüge, gelblicher bis gelb-lichgrauerFarbe u.mnschligem bis unebenem Bruchevor; er ist glas- oder perlmutterglänzend, seineHärte ist 3—4, sein spec. Gew. 3,g—3,^; bestehtim Wesentlichen aus kohlensaurem Eisenoxydnl mitBeimengungen von Manganoxydnl, Magnesia u.
Eisensteinmark.
Kalk n. dient als vorzügliches Eisenerz, bcs. zur Ge-winnnng von Stahl. Man unterscheidet folgendeAbarten des E-es: a) Spatheisenstein, theilsin Krystallen, theils krystallinisch blättrige oderstrahlige Massen bildend, derb, grob- od. feinkör-nig, von gelblicher, röthlicher, grünlicher od. grau-licher Farbe, an der Lust wird er dunkler; findetsich auf Erzgängen u. Lagern u. bildet oft selbstausgedehnte Gänge u. Lager in älterem Gebirge;wichtige Fundorte sind: Lobenstein, Müsen, Eisen-erz in Steiermark, Hüttenberg in Kärnthen, Frei-berg, Clausthal u. a.; b) Sphärosiderit, strah-liger E.), bildet kuglige, nierensörmige od. trau-bige Aggregate von strahliger Textur, ist gelb,grau od. bräunlich; er kommt vor bei Steinheimu. Dransberg; o) thoniger Spärosiderit, mitThon vermengter E., der theils in kugligen, nie-renförmigen od. knolligen Massen, meist mit scha-liger Absonderung, theils in stetig fortgesetztenLagen vorkommt; er ist häufig in der Steinkohlen-u. Braunkohlenformation; cl) Kohleneisenstein,ein Gemenge vonSpharosiderit mit Kohle, ist schwarzn. ohne Glanz, sein spec. Gew. ist 2 , 2 —2,^; erfindet sich in dickschieferigen Massen im Steinkoh-lengebirge bei Bochum, bei Steyerdorf im Ba-nate, in Schottland u. England. Lehmann.»
Eiscnstadt (Kis-Marton), königliche Freistadtim nngar. Comitate Ödenbnrg, am SFnße desLeitha-Gebirges; alte Kirche, Kloster der Barm-herzigen Brübsr mit Krankenhaus, Franciscaner-convent, einer der größten Kalvarienberge Ungarns,mit Wallfahrtskirche n. dem Modell des heiligenGrabes; fürstlich Esterhazysches Schloß mit Jagd-kammer, Concertsaal und Capelle, mit königlicherPracht ansgestattet u. einer der ansehnlichsten Pa-läste Ungarns, mit einem herrlichen Park, dergroßartige Treibhäuser u. Orangerien, eine langeRosenallee, künstliche Wasserfälle u. mehrere Tem-pel, darunter den Marientempel mit herrlicherAussicht n. den Leopoldinentempel mit einer Bild-säule der Fürstin Maria Liechtenstein von Canovaenthält; 2476 Ew. In der Nähe der fürstlicheThiergarten mit Jagdschloß n. die WallfahrtskircheMaria-Einsiedel, in der Haydns irdische Ueberrestebeigesetzt sind. E. ist im 9. Jahrh. von deutschenEinwanderern gegründet od. wenigstens benanntworden. H- Berns
Eisenstein, Marktfl. im Bez. Schüttenhofen inBöhmen (Österreich); Schloß; Meierei, Brauerei;600 Ew. In der Nähe von E. liegen mehrereOrte niit lebhafter Glasindustrie, wie Neubrnnst,Elisenthal mit Glasschleiferei, die Krystallglas-sabriken Defsernik und Ferdinandsthal, die großeSpiegelfabrik Nenhurkenthal. Bei E. wird diePilsen-Eisensteiner Eisenbahn die Hanptwasserscheidezwischen Donau und Elbe im Spitzbergsattel desBöhmer-Waldes, nächst dem Schwarzen- u. Teufels-see, in einer Höhe von 980 in überschreiten. Eswird hier die Anlage eines 1750 in langen Tunnels,des Spitzberg-Tunnels, nöthig, der in 3 Jahrenvollendet sein soll. H- Berns.
Eisensteine, so v. w. Eisenerze.
Eisensteinmark (Teratolith), lksrra miraen-losa Saxonias, Sächsische Wundererde), ein der-bes erdiges Mineral von lavendel- bis pflaumen-blauer Farbe, mit weißen od. rothen Zeichnungen;