Eisenoxydul — Eisenpräparate.
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Durch Glühen werden die E. mit flüchtigen Säurenzersetzt, indem Eisenoxyd zurückbleibt. Durch Be-handlung mit reducirenden Substanzen (Zink,schwefliger Säure, Schwefelwasserstoff rc.) werdensie zu Oxydulsalzen reducirt. Alkalien u. kohlen-saure Alkalien fällen aus ihnen rothbraunes Eisen-hydroxyd, gelbes Blutlaugensalz gibt einen charak-teristischen dunkelblauen Niederschlag (s. Berliner-blau), Gerbsäure einen tief schwarzen (Tinte);Schwefelammonium gibt einen schwarzen Nieder-schlag von Schwefeleisen, Schwefelwasserstoff aberreducirt sie unter Abscheidnug von Schwefel zuOxydulsalzen
(§e-(80^ -ch 828 ^ 28 « 80 ^, -ch 8 );
Rhodaukalinm bewirkt selbst in sehr verdünn-ten Lösungen eine intensiv rothe Färbung undkann deshalb zur Auffindung auch der kleinstenMeugen eines E-s dienen. In der Natur findetsich das schwefelsaure Eisenoxyd als Coqnimbit<s. d.) das basisch schwefelsaure Eisenoxyd alsBitriolocker (s. d.); phosphorsaures Eisenoxyd istein Bestandtheil mancher Eisenerze (s. Raseneisen-stein, Grllneisenstein), ebenso das kiesclsanre Eisen-oxyd (s. Eisensinter, Gelbeisenerz rc.). Einige E.finden wegen der Neigung des Eisenoxydes, mitder Pflanzenfaser Verbindungen einzugehen, alsBeizmittel in der Färberei Anwendung. Hetzer.
Eisenoxyd»!, eine aus Eisen und Sauerstoffnach der Formel 80 O zusammengesetzte Verbind-ung, die aber nur sehr schwierig (vielleicht garnicht) frei von Eisen dargestcllt werden kann.Man erhält es als ein tiesschwarzes Pulver, wenninan oxalsaures E. bei vollständigem Luftabschlußglüht. Hetzer.
Eiscnoxydulhydrat s. u. Eisenhydroxydul.
Eisenoxyduloxyd, chemische Verbindung vonEisen u. Sauerstoff von der Formel 8sg0j, wahr-scheinlich aber eine Verbindung von Eisenoxydmit Eisenoxydul, ( 802 ) 62-8 8«0. Es findet sichin der Natur als Magneteisenstein (s. d.) u. bildetkünstlich dargestellt ein tiesschwarzes amorphesPulver oder schwarze, metallglänzende Krystallevon der Form des Magneteisensteines, in beidenFormen wird es von Magneten kräftig angezogen.In Salzsäure ist es löslich, die Lösung verhältsich wie eine Mischung eines Eisenoxydsalzes miteinem Eisenoxydulsalze. Amorph erhält man esdurch Verbrennen von Eisen in Sauerstoff oderdurch Einwirkung von Wasserdampf auf glühendesEisen, krystallinisch, indem man Borsäuredampf inder Weißgluth über Eisenflnorid oder trockenesChlorwasserstoffgas langsam über glühendes Eisen-oxydul leitet. Gießt man in eine salzsaure Lösungvon Magneteisenstein Ammoniak, so erhält manwasserhaltiges E., welches beim vorsichtigen Trock-nen Wasser verliert und schwarzes E. hinterläßt.
Hetzer.
Eisenoxydulsalze, monatome Eisensalze,Ferrosalze sind chemische Verbindungen, welchesich bilden, wenn in einer Säure zwei Atome typi-scher Wasserstoff durch ein Eisenatom ( 8 s) ersetztwerden. Einige finden sich in der Natur, so daskohlensanre Eisenoxydnl (s. Spathciseusteiu), dasPhosphorsaure Eisenoxydul (s. Viviauit), das arsen-saure Eisenoxydul (s. Pharmaikosiderit). Die lös-lichen E. entstehen miter gleichzeitiger Entwickelung
von Wasserstoff durch directe Einwirkung von metall-ischem Eisen auf die betreffende Säure; so liefernEisen n. Schwefelsäure schwefelsanres Eisenoxydnl(Ferrosullat) nach der Gleichung:
802 -8 28280^ — 2b's80^ -8 282.
Die unlöslichen Salze erhält man durch doppelteZersetzung. Im wasserfreien Zustande sind die E.weiß, im wasserhaltigen und in verdünnten Lös-ungen blaßgrlln, oder grünbläulich. Die Salzeselbst wie auch ihre Lösungen nehmen aus derLuft wie aus sauerstoffhaltigen Verbindungen (Sal-petersäure, Chlorsäure, Silberoxyd rc.) leicht Sauer-stoff ans, indem sie sich in Eisenoxydverbinduugenverwandeln, und dienen deshalb als kräftige Re-duktionsmittel. Neuerdings finden sie auch Verwend-ung bei der Gerberei an Stelle der Lohe, u. zwarin der vortheilhaftestenWeise, vgl.Gerben. Stickstoff-oxyd löst sich in Eiseuoxydulsalzlösungen mit tief-branner Farbe ans. Alkalien u. kohlensanre Alka-lien geben mit ihnen weiße Niederschläge von Eisen-hydroxydul resp. kohlensaurem Eisenoxydnl, dieaber bei Gegenwart der geringsten Menge Luftsich sofort schmutzig grün u. endlich braun färben,indem sich Eisenhydroxyd bildet. Ebenso verhältsich der durch phosphorsaures Natron hervorge-brachte Niederschlag. Gelbes Blutlaugensalz gibteinen weißen) rasch sich bläuenden, rothes Blut-laugensalz sofort einen dunkelblauen Niederschlagvon Eisencyanllrcyauid (s. Tnrnbulls Blau). Hetzer.
Eiscnpecherz, 1) so v. w. Stilpnosiderit. 2)So v. w. Triplik. 3) So v. w. Eisensinter.
Eisenplatin, Legirung von Eisen mit Platin;natürlich kommt eine solche Verbindung in kleinendunkelstahlgrauen Körnern (tesseralen Würfeln) vor,ihre Härte ist 6 , ihr spec. Gew. 14—15 undihr Gehalt an Eisen 11 — 13 Proc. Fundort:Nischne-Tagilsk am Ural.
Eisenpräparate (Pharm.), eisenhaltige Arz-neimittel. Dahin gehören: Eisenpulver ( 8 sr-rnm pulvsratum), zu feinstem grauem Pulverzerstoßenes Gußeisen; statt desselben wird jetztauch reducirtes Eisen ( 8 srrum rsciuetum) ver-wendet, welches man erhält, indem man reinesEisenoxyd durch Wasserstoffgas in glühenden Flin-tenläufen reducirt, stark erhitzt u. im Wasserstoff-strom erkalten läßt; Eisen-Ammoniak-Alaun( 8 orrum sulkurioum ox^äatum ammoniatum);Eisenchlorür ( 8 . «chloratum) u. -chlorid ( 8 .sssguiolrloratum); Eisenjodür ( 8 . zoäatum);schwefelsaures, milchsaures,phosphorsaurcs Eisen-oxydul ( 8 . sulkurieum, laetieum, pchosplmri-oum); kohlensaures Eisenoxydnl mit Zucker ( 8 .«arbouroum saoocharatum); Eisenoxydhydrat( 8 . oxxclatum kusoum, auch wesentlicher Bestand-theil des Lmtickotum ^.rssnioi); citronensaures,essigsaures u. schwefelsanres Eisenoxyd ( 8 . ertri-eum ox^ckatum, aostioum ox. u. sulkurieum ox.);pyrophosphorsaures Ei sen 0 xydnatr 0 n ( 8 a.tru.rnxxropchosxchorieum ksrratum); citronsaures undschwefelsanres Eisenoxyd ammon ( 8 . eitrieumammoniatum u. 8 . sulkurioum ox/ck. ammon.);Eisensal m iak (Ammonium «chloratum korra-tum, Ammonium muriatieum inartiatum), eindurch Abdampfen einer Lösung von Eisenchloridu. Salmiak in Wasser u. Eindampfen zur Trockneerhaltenes, 2'/, °/o Eisen enthaltendes, orange-