-,64 Eisenmennige -
Entdecktes Judenthum oder Bericht, wie die Judendas Christenthum rc. lästern, in welcher er ans196 Schriften jüdischer Gelehrten alle Angriffeqeqen das Christenthum u, alle krassen Lehrsätzeu Gebräuche der Rabbiner zusammenstellte, unddamit maßlos den christlichen Fanatismus gegendie Inden reizte, machte ungemeines Aufsehen u.wurde auf Befehl und Kosten Friedrichs I, vonPreußen in neuer Anfl. Königsberg 1711 gedruckt.E. gab mit Lensden eine unpunktirte hebräischeBibel heraus n. allein noch ein lwxioon orientaledarmonieum. 2)Johann Andreas, Historien-maler, geb. 11. Febr. 1830 in Wie», der Sohnarmer Eltern; fand schon 1845 Ausnahme an derAkademie, doch mußte er zwischen 1848 u. 1856seine akademische Laufbahn seiner Vcrmögensver-hältnisse halber öfter unterbrechen. Seit 1856 erstSchüler, dann einer der thätigsten Gehilfen Rahls,ward er 1863 Zeichnungslehrer an der protestanti-schen Realschule in Wien u. malte 1869 Apoll u.die Musen im großen Musikvereinssaal, dann dieDeckenbilder des Speisesaals im Wiener GrandHotel, die Deckengemälde im Treppenhaus desHauses des Architekten Tietz n. die Oelgemälde imSalon u. Speisezimmer des Palais Gntman, dieAhnenbilder im Schlosse Görnstein für den Erz-herzog Leopold u. den nördlichen Oberlichtsaal imMuseum für Kunst u. Industrie in Wien. 1872wurde E. zum Professor an der Wiener Akademieernannt. 1> Lagai. 2) Regnet.
Eisenmennige, eine Anstreicherfarbe, welcheseit einiger Zeit als Ersatzmittel für die gewöhn-liche Mennige in den Handel kommt. Sie bildetein rothes oder rothbraunes Pulver u. besteht ansEisenoxyd (60—90»/o) u. Thon; sie ist nur etwahalb so theuer als die Bleimennige. Hetzer.
Eisenmulm (mulmiges Magneteisenerz, Eisen-mohr), erdiger Magneteisenstein, dessen Eisen-oxydul zum Theil durch Manganoxydul vertretenist. Kommt besonders in der Gegend von Teplitzu. auf der Grube Alte Birks bei Siegen vor.
Eisennickclkies, Nickelerz von bronzebraunerFarbe, körnig muscheligem bis unebenem Brucheu. geringem Metallglanz; es krystallisirt im teste-ralen System, findet sich in derben u. körnigenMassen, deren spec. Gew. 4,^ u. deren Härte3—4 ist; der E. ist eine Verbindung von Schwefel-eisen mit Schwefelnickel n. enthält 21 Nickel;findet sich bei Lillehammer in Norwegen.
Eisennicrc, kugelige od. nierensörmige Varie-täten des Brauneisensteins, von schaliger Strnctur,gelblichbrauner bis ockergelber Farbe n. erdigemBruche. Häufig besitzen die E-n eine feste Schaleu. sind im Innern von lockerem Material erfülltoder auch hohl; seltener findet sich ein festererKern lose in der Niere eingeschlossen. Das Vor-kommen der Eisennieren, namentlich in eisen-schüssigen Sauden beweist ihre concretionäre Ent-stehungsweise. Lehmann.
Eisenocker (Rotheisenocker, Ockriger Roth-eisenstem), derbe oder erdige, im Bruche erdige,zerreibliche, absärbende, bräunliche bis blutrotheVarietät des Rotheisensteins.
Eisenoölith (Eisenrogenstein, Geogn.), eisen-schüssiger Oolith in den unteren Schichten derJuraformation; er besteht ans kleinen concentrisch
- Eisenoxydstilze.
schaligen Kugeln oder Linsen von Rotheisenstcin,z. Th. gemengt mit solchen von Thoneisenstein,n. ist verbunden durch ein kalkiges oder sandiges,oft sehr znrücktretcndes Cemcnt, so Laß er vor-theilhaft verhüttet werden kann. Lehman».
Eisenopal (Jaspopal, Opaljaspis, Min.),Varietät des Opals, ist ockergelb, leberbrann,brannroth, ziegel- bis blntroth, fettglänzend undundurchsichtig, spec. Gew. 2—2,§, enthält vielEisenoxyd n. Eiscnoxydhydrat.
Eisenoxyd, chem. Verbindung von Eisen undSauerstoff von der Zusammensetzung (Ko^O-,. Esfindet sich in der Natur sehr rein u. oft in großerMenge (s. Eisenerze n. Rotheisenstein) und kamauch künstlich sowol amorph als krystallisirt dar-gestcllt werden. Amorph erhält man es durchGlühen von Eisenhydroxyd, salpetersaurem Eisen- !oxyd od. schwefelsanrem Eisenoxydnl (Eisenvitriol), jsowie durch gelindes Glühen von oxalsaurem ;Eisenoxyd in Gestalt eines rothbraunen Pulvers, ;dessen Farbe um so lebhafter roth ist, je niedriger !die zu seiner Darstellung angewendete Tempe- !ratnr war. In Form von kleinen, eisenschwarzen, !glänzenden Blättchen gewinnt man es durch Glüheneines Gemisches aus gleichen Theilcn Eisenvitrioln. Kochsalz n. Auslaugen der geglühten Masse,oder durch Einwirkung von trockenem Chlorwasser- >stoffgas ans glühendes amorphes Eisenoxyd. —Das E. ist in Wasser unlöslich, in Säuren schwer-löslich, namentlich wenn es stark geglüht war.Durch Glühen mit Alkalien, kohlcnsanren oderdoppelt schwefelsauren Alkalien wird es löslich.
In starker Weißgluth gibt es etwas Sauerstoffab u. geht zum Th. in Eisenoxyduloxyd über.Durch Wasserstoff wird cs bei höherer Tempe-ratur vollkommen zu Eisen reducirt; ebenso wirkenKohle n. Kohlenoxydgas, die auch zur Reduktiondesselben im Großen (s. hüttenmännische Gewinn-ung des Eisens) dienen. Borax n. Glasflüssefärbt es rothbrann bis gelbroth; bei Reduktionzu Eisenoxydoxydul bouteillengrün. Wegen seinerHärte dient das E. (als Englischroth, Polirroth rc.)zuni Schleifen u. Policen von Metallen u. Glas;man benutzt es ferner zum Färben des Glasesu. als Porzellanmalerfarbe, sowie mit Thon ver-mischt (s. Eisenmennige) als Anstrichfarbe für Me-tallwaaren. Hetz".
Eisenoxyd, 1) (Min.) so v. w. Notheisenerz.
2) (Copiapit) Blätteriges basisch schweselsauresEisenoxyd; zu Copiapo in Chile.
Eiscnoxydhydrat, s. Eisenhydroxyd.
Eisenoxydsaccharat, s. u. Eisenpräparate.
Eisenoxydsalze, diatome Eisensalze, Ferrid-salze (Chem.) nennt man Verbindungen, welcheentstehen, wenn in einer Säure 6 Atome typischerWasserstoff durch ein Doppelatom Eisen (§Sg) er-setzt werden. Man erhält sie entweder durch Auf-lösen von Eisenhydroxyd in Säuren, oder dadurch,daß man Eisenoxydulsalze mit oxydirenden Mitteln(Salpetersäure, chlorsaures Kali rc.) erwärmt.Die normalen Salze sind weiß, die basischen rothoder gelb gefärbt. In Wasser lösen sie sich mit.gelbrother Farbe auf. Die Lösungen, welche einen .zusammenziehenden Geschmack besitzen, zerfallen sbeim Kochen sehr häufig durch Dissociation in ein(lösliches saures u. ein unlösliches basisches Salz