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Eiscnhydroxydul — Eismlohr.
Wasser wird er krystallinisch, ändert aber dabeiseine Zusammensetzung, indem er Wasser verliert.An leicht oxydirbare Körper gibt E. schon bei ge-wöhnlicher Temperatur Sauerstoff ab, verwandeltsich aber durch Aufnahme desselben aus der Lustimmer wieder in E.; hierauf beruht die zerstör-ende Wirkung desselben auf Holz, Gewebe rc.,auch die Wirkung des Eisenvitriols als Desin-fectionsmittel dürfte z. Th. hieraus zurückznführensein. In Säuren löst es sich unter Bildung einesFerrid-(Eisenoxyd-)salzes leicht ans; beim Glühenverwandelt es sich in Eisenoxyd. Der Rost, dersich als rothbrauner Überzug beim Liegen vonEisen an feuchter Luft bildet, ist ebenfalls E.,enthält indeß stets Ammoniak; es scheint also indiesem Falle die Oxydation des Eisens ans Kostendes Sauerstoffs des Wassers zu geschehen, dessenWasserstoff sich dann im Entstehnngszustande mitdem Stickstoff der Luft zu Ammoniak verbindet.Eine in Wasser lösliche Modification des E-s istin neuerer Zeit von Pean de St. Gilles durchErhitzen einer Lösung von essigsaurem Eisenoxydin einem verschlossenen Gefäße dargestellt worden;dieselbe ändert ihre ursprüngliche LnnkclblutrotheFarbe in Ziegelrot!) um u. enthält dann infolgeeiner Dissociation freie Essigsäure n. in Wasser ge-löstes E., welches bei Zusatz der geringsten Mengeeiner Mineralsänre oder eines Alkalisalzes alsbrannrother Niederschlag sich abscheidet. Eineähnliche Modification des E-s erhält man nachGraham durch Dialyse einer Lösung von E. inessigsaurem Eisenoxyd od. Eisenchlorid. Dieselbewird aus ihrer wässerigen Lösung durch Schwefel-säure u. Alkalisalze als dnnkelrothe Gallerte ge-fällt, welche nicht mehr in Wasser, wol aber inverdünnten Säuren sich auflöst. Auch verdünnteLösungen von Eisenchlorid zerfallen beim Er-wärmen durch Dissociation in freie Salzsäure u.lösliches Eisenhydroxyd. Hetzer.
Eisenhydroxydul (Eisenoxydulhydrat), Ver-bindung von Eisen, Wasserstoff u. Sauerstoff vonder Formel Man erhält sie durch Fäll-
ung einer ausgekochten, verdünnten Lösung vonreinem Eisenvitriol (oder Eisenchlorür) mit einerebenfalls ansgekochten Lösung von Kalihydrat beivollständigem Luftabschluß in Form von weißenFlocken, die mit größter Begierde Sauerstoff an-ziehen u. sich dadurch schmutzig grün, endlich braunfärben u. iir Eisenhydroxyd übergehen. Das E.ist eine starke Basis u. liefert beim Zusammen-bringen mit Säuren die Eisenoxydnlsalze. Hetzer.
Elsenjodid, chemische Verbindung von Elsenmit Jod (§ 02 )^ 0 , die beim Erwärmen von Eisen-jodür mit Jod, sowie beim Auflösen von Eisen-hydroxyd in Jodwasserstoff entsteht. Die roth-braune Lösung desselben zersetzt sich an der Luftsehr leicht unter Aufnahme von Sauerstoff u. Ab-scheidung von Eisenhydroxyd. Sie ist officinellals I-ignor korri sesqnigoäati. Hetzer.
Eiscnjodür, ans Elsen und Jod bestehendechemische Verbindung von der Formel § 0 ^; esbildet grau krystallinische Blättchen, die in derNothgluth schmelzen und sich verflüchtigen; diewässerige Lösung liefert beim vorsichtigen Ein-dampfen grüne Krystallc (lHollg -i- 4 ag). Es istfest wie in Lösung leicht zersetzbar, indem es ans
der Luft Sauerstoff aufnimmt und theilweisein Eisenhydroxyd übergeht. Wasserfreies E. er-hält man, indem man in einem Tiegel Eisenfeil-späne erhitzt und eine genügende Menge Jod ein.trägt; eine wässerige Lösung desselben entsteht beider Digestion von Eisenfeilspänen mit Jod undWasser. Das officinelle k?srrnm fockabnm saooba-rabum ist E., dem behufs größerer HaltbarkeitMilchzucker zngesetzt ist. Hetzer.
Eisenkies, so v. w. Pyrit.
Eisenkiesel (Eisenquarz), eine durch Eisen-oxyd roth, gelb oder braun gefärbte Varietät desQuarzes, ist undurchsichtig, findet sich derb undkrystallisirt auf Eisengängen mit Jaspis ans demHarz, im Erzgebirge u. a. a. O. Die meistaußerordentlich regelmäßigen Krystalle werden nurdurch das Dihexaeder u. Prisma begrenzt. Dieblntrothen, durch besondere Schönheit ausgezeich.neten Krystalle von St. Jago di Compostellawurden fälschlich Hyacinthen von Compostella ge-nannt. Ockergelber E. kommt in schönen Kry-stallen bei Iserlohn vor. Lehmann.
Eisenkitt (Rostkitt), Kitt, dessen Hauptbestand-theil Eisen ist 11 . welcher zur Verbindung vonEisen mit Eisen, od. Stein mit Stein, od. Eisenniit Stein dient. Man stellt ihn ans verschiedeneWeise her; z. B. man mischt Eisenfcile mit Essigoder verdünnter Schwefelsäure, oder rührt Eisen- !feile u. gepulverten Eisenvitriol mit Essig oderSchwefelsäure zu einem Brei an. Zur Verbind-ung von schmiedeeisernen oder gußeisernen Röhrenbei Dampfkesseln, Dampsleitungen, Wasserleit-ungen rc. benutzt man am zweckmäßigsten ein >Gemisch von 60 Thln. Eisenfeilspänen, 2 Thln. ^Salmiak n. I Th. Schwefelblumen, welches beim !Gebrauch mit etwas Essig od. verdünnter Schwefel-säure angefeuchtet u. in die Fugen fest eingedrücktwird, nachdem vorher die Elsenflächen durch Feilenn. s. w. gehörig gcreinigtworden sind; er erhärtet voll-ständig erst nach einigen Tagen. Zur Verbindung ,von Röhrenstllckcn, welche Lein Feuer ansgesetzt lsind, dient ein Gemisch ans Eisenfeile (4 Thle.),Thon (2 Thle.) n. Porzellankapselmasse (1 Th.),das mit concentrirter Kochsalzlösung befeuchtet indie Fugen cingestampft wird. Hetzer. s
Eisenkraut ist 1) Verbsna oküoinalls; 2) Gel- sbes E., öisz mbrinm oküoinals.
Eisenlegirungen, Mischungen von Eisen mit ,anderen Metallen, die durch Zusamnienschmelzender Bcstaudtheile entstehen. Bis jetzt ist nochkeine bekannt, welche sich durch besondere Eigen-schaften anszeichnete und deshalb ein praktischesInteresse beanspruchen könnte.
Eisenlohr, 1) Wilhelm, bekannter Physiker,gcb. 1. Jan. 1799 zu Pforzheim; war zuerstProfessor der Physik u. Mathematik am Lycenmzu Mannheim, dann Professor der Physik amPolytechnicnm zu Karlsruhe, wo er sich in her-vorragender Weise als Lehrer anszeichnete. I»weiten Kreisen wurde er bekannt durch sein Lehr-buch der Physik, welches 1836 in Mannheim er-schien und 7 Auflagen erlebte. Es ist durch dieliterarhistorischen Nachweise, sowie durch die kri-tische Behandlung des Materials besonders aus-gezeichnet u. ein wirklich wissenschaftliches Hand-buch. Seine Abhandlungen und andere mono-