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Eisenglimmer -
zend, ist in dünnen Lafeln hyacinthroth n. durch-scheinend, im Strich bräunlichroth; spec. Gewicht5„g—5,2«, Härte 5—6; besteht wesentlich ans Eisen-oxyd n. wird zur Gewinnung des Eisens benutzt.Man unterscheidet: Ä) Späthigen E.; die Kry-stalle erscheinen theils in rhomboedrischer Aus-bildung, thcils durch Vorwalten der Basis olldünntaselförmig u. zeigen auf der Endfläche drei-fache Streifung u. häufig Rntilkrystalle regelmäßigausgewachsen; meist sind sic zu Drusen verwachsenu. mannigfach, zuweilen rosenförmig (Eisenrosen)gruppirt; b) Eisenglimmer (Schuppiger E.),blätterige od. seinschnppige Aggregate von schwarzerbis dunkelstahlgraucr Farbe n. lebhaftem Metall-glanz, in feinster Ausbildung der einzelnenSchüppchen verlieren sie ihren Metallglanz undgehen über in e) Eisenrahm, welcher halb me-tallischen Glanz besitzt, kirschroth gefärbt, fettiganznfühlen ist u. stark abfärbt. Der E. findetsich in sehr schönen, bunt angelaufenen Krystall-grnppen aus der Insel Elba, ferner am St. Gott-hard, Framont in Lothringen, Tilkerode, Alten-berg, Zinnwald, Norwegen, Schweden, Katha-rinenburg n. Nischne-Tagilsk, am Vesuv, Ätna,auf den Liparischen Inseln, im Eifeler Vulcan-gebiet auf Fnmarolenspalten als Product vulka-nischer Sublimation. Lehmann*
Eisenglimmer, glimmerartige Varietät desEisenglanzes.
Eisenglimmerschiefer, schieserisch-krystallini-sche Felsart, enthält Eisenglimmer an Stelle des» gewöhnlichen Glimmers u. grauen Quarz, führtD bisweilen Gold, Schwefelkies, Eisenglanzkrystallekl u. a. Wird auf Eisen benutzt,kl Eisengrnnat, s. u. Granat.
Eisenhammer, so v. w. Eisenhütte, in der-en: Hammerbetrieb, sei es zum Behuf des Frischens(f. Schmiedceisendarstellung unter Eise»), sei eszum bloßen Abschmicden, stattfindet (skr. derGang nach dem E.). 2) Der in solcher Eisen-hütte gewöhnlich angewandte, durch Wasserkraftbewegte Hammer. Das Wasserrad bewegt mittelsder langen u. starken Axe, auf der es sitzt, einen^ am anderen Ende befindlichen Daumenring, dessen4—5 mit Holz garnirte Daumen beim Drehen,, der Welle gegen den um zwei Zapfen drehbareni Stiel (Helm) eines 260—250 lc^ schweren Hammersf schlagen u. denselben aufwersen (daher Anfwerf-s Hämmer). Zur Begrenzung des Hubes ist in der-> selben Gerüstconstrnction, welche auch die Axendes Hammer-Helms trägt, ein elastischer Prellbalken(der Raitel) befestigt, der dein Hammer bei derRückkehr der Bewegung eine gewisse Beschleunig-ung ertheilt, die sich namentlich bei raschem Gangebemerklich' macht. Für leichtere Arbeit wird aucheineandcreCombinationangewandt, der Schwanz-Hammer, bei welchem der Daumenkranz auf denüber den Drehpunkt hinaus verlängerten Helm ein-wirkt u. durch das Niederdrücken desselben das Heben! des Hammers veranlaßt. Die Schwanzhämmermachen bis 200 Schläge in der Minute n. sind bes.
! mr leichte Zeugarbeit n. Kleineisenfabrikation ims Betrieb. Greift der Daumenring den Hamrner- vorn an dem Bär oder Kopf an, so ist es einStirnhammer. Diese Art Hämmer sind nnrl für langsamen Gang im Gebrauch u. werdenl Plerers Universal-ConversationZ-Lexikon. S. Aufl. -V
- Eiseilhydroxyd.
dann sehr schwer (bis zu 4000 k§) construirt.Die meisten dieser alten Eisenhämmer werden inneuerer Zeit durch Dampfhämmer ersetzt. Dürre.
Eisenhammerschlag, der schwarze, beimGlühen von Eisen an der Luft sich bildende, beimnachherigen Hämmern sich leicht abblätternde Über-zug. Seiner chemischen Zusammensetzung nachbesteht er aus Eisen und Sauerstoff, zeigt aberkeine constante Zusammensetzung u. ist demnachnur als ein Gemisch von Eisenoxyd n. Eiseuoxydulanznsehen. Hetzer.
Eiscnholz ist Holz von 1) Aäsroxzäon; 2) 8i-äsrocionäron triüorum s. Intsis. amboinsnsis;3) LIstrooiäsros vsra.
Eisenhut, so v. w. Stnrmhut; s. L.Lonitnm.
Eisenhut, 2441 m hoher Berggipfel mit 2Kuppen, in den Stang-Alpen, südwestlich vonMurau auf der Grenze von Steiermark n. Kärnten.
Eisenhütte (Eisenwerk), Anstalt, in welcherEisenerze verhüttet werden, um Guß-, Schmiede-eisen n. Stahl za gewinnen. Sie umfassen außerHohöfen gewöhnlich auch Hammer- u. Walzwerke,Gießereien u. Stahlwerke.
Eisenhüttenkunde, wissenschaftliche methodischeDarlegung der Fabrikation des Eisens; ist all-mählich durch Wachsen der Industrie u. zuneh-mende Wichtigkeit der Eisenfabrikation, sowie durchfleißige Benutzung der Chemie u. Physik zu einerwissenschaftlichen Disciplin gereift, die als solchean den Bergakademien (dem Alter nach in Frei-berg, Paris, Clausthal, Leoben, London, Berlinu. a. a. O.) und an den polytechnischen Hoch-schulen (von besonders berufenen Docenten nurin Berlin u. Aachen) gelehrt wird. Die Literaturweist als Hauptwerke des Detailstudiums auf:Jars: Vo/agss irwtailrrrgignss sie., und SvenRinmans Geschichte des Eisens, letztere deutschvon Karsten, beide aus dem vorigen Jahrh. Indiesem Jahrh. sind erschienen: Karstens E., in3 Aufl., 1819—40; Hassenfratz, Liäsrotoelurie;Walther de St. Auge u. Leblanc, LIötaIInr§is cknksr; Flachat, Barranlt u. Petiet, NetallnrMS änksr; Valerius, Vabrioation äo la korrts, äs I'aoisist än ksr; Truran, Mrs Iran marmkaotnrs ok6rsat Lritain; Ferd. Kohn, Mrs Iran anä 8tss1kadi-roation in Ln^lanä sto.; Percy, Iron; Wed-ding, deutsche Bearbeitung der PercyschenE.; Petit-gaud L Ronna, französ. Bearbeitung der Percy«scheu Metallurgie; Wedding, Leidfaden der E>;B. Kerl, Metallurgische Hüttenkunde, III. Band;B. Kerl, Leitfaden der E. n. s. w.; Glinzer, DasEisen, seine Gewinnung u. Verwendung, Hamb.1876; Samml. gemeinverst. Wissenschaft!. Vorträge,Nr. 93 u 108, Berl., von Wedding. Dürre.
Eisenhydroxyd (Eisenoxydhydrat), chem. Ver-bindung von Eisen, Wasserstoff u. Sauerstoff vonder Zusammensetzung (I^OgHo. Es findet sich inder Natur sowol als sclbständigesMineral(s.Braun-eisenstein), als auch anderen Mineralien n.Gebirgs-arten beigemengt und deren gelbe oder brauneFarbe bedingend (Lehm, Ackererde rc.). Künstlicherhält man es durch Fällen eines Eisenoxydsalzesmit einem Alkali oder kohlensaurem Alkali inGestalt eines rothbrannen flockigen Niederschlages,der zu dunkelbraunen Stücken von muscheligemBruch eintrocknet. Durch längeres Liegen unterII. Band. 11