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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Eisenchlorür

ähnlichen Körpern, so verwandelt sie sich in einefarblose Lösung von Eisenchlorür. Bemerkens-werth ist das Berhalten neutraler, verdünnter E-lösnng beim Erwärmen; sie zerfällt dann durchDissociation in Eisenoxydhydrat, welches aber imWasser gelöst bleibt, u. freie Salzsäure, welche mit-telst eines Dialysators (s. Dialyse) von der Eisen-lösnng getrennt werden kann. Der officinellePiguor ksrrl ssogniolllorati (I-. tsrrl mnriatioiorz'äati) ist eine wässerige E-lösung von bestimm-ter Concentration: die linctnra, borrl obkorabiLötboroa Lpiritna ksrri elllorati nstirorsus, lino-tnra tonioo nsrviua LostnsolloW), durch Be-handlung von wässeriger E-lösung mit ätherhalti-gem Weingeist dargestellt, enthält neben Eisen-chlorid auch etwas Eisenchlorür; zur Darstellungbeider Präparate enthalten die verschiedenen Phar-macopöen genaue Borschriften. Das E. .kommtnatürlich ans Fumarolen des Besuv und Ätna ingelblichen erdigen Massen von salzigem, zusammen-ziehendem Geschmack (Eisensalmiak) vor. Hetzer.

Eisenchlorür, chemische Verbindung von Eisenu. Chlor, der Formel §s Ol 2 entsprechend; sie bil-det weiße, talkartige Schuppen, die in der Noth-glühhitze schmelzen und bei Abschluß der Luft sichunzersetzt snblimiren lassen, bei Luftzutritt abersich theilweise unter Bildung von Eisenoxyd zer-setzen; sie sind etwas zerfließlich u. lösen sich leichtin Wasser ans; aus der concentrirten Lösung schei-den sich in der Kälte bläulich-grüne, wasserhaltigeKrystalle (^oOIg-i-üng) ans, die aber wenighaltbar sind und sich an der Luft rasch mit einerbraunen Schicht von Eiscnoxydhydrat bedecken.Auch die wässerige Lösung des E., die sich im All-gemeinen wie ein Oxydulsalz verhält, ist leichtzersetzbar und verwandelt sich an der Luft schonbei gewöhnlicher Temperatur theilweise in eineEisenchloridlösung, während ein basisches Chlorürsich abscheidet. Man stellt das E. wasserfrei dar,indem man Eisen in einem Strome von trockenemChlorwasserstoff, oder Eisenchlorid in trockenemWasserstoffgas erhitzt, oder endlich durch Erhitzenvon Eisenfeilspänen mit Salmiak bei möglichstemLuftabschluß. Die wässerige Lösung erhält mandurch Auflösen von rostfreiem Eisen in reiner Salz-säure, Kochen der Lösung mit einem Überschuß vonEisen u. Filtriren; auch hierbei ist der Zutritt derLuft möglichst zu verhüten. Hetzer.

Eisencyanid u. Eisencyänür, Verbindungendes Eisens mit Cyan, welche nach den Formeln(§Sz)6z-g resp. Ps O /2 zusammengesetzt sind. Siesind in reinem Zustande bis jetzt noch nicht dar-gestellt worden. Weit wichtiger als sie selbst sinddie Verbindungen beider mit einander (s. BerlinerBlau) u. mit anderen Cyan-Metallen (s. Blut-laugensalz). Hetzer.

Eiscndraht, s. u. Draht.

Eiscncpidot (Min.), sov.w. GemeinerPistazit,s. u. Epidot.

Eisenerde, 1) Grüne E., so v. w. Hypo-chlorit; 2) Blaue E., so v. w. Blaneisenerde,oder erdiger Vivianit (s. d.).

Eisenerz, Marktflecken im Bezirk Leoben inSteiermark; Station der Kronprinz Rudolf-Bahn,Sitz der steicrmärkisch-österreich. Eisenwerks-Direc-tlon und mehrerer ihr untergeordneter Ämter;

Eisenerze.

schöne St. Oswald-Kirche, Rathhaus, 2 Hospi-täler; Hohöfen, Hammerwerke, Gnßstahlfabrik,Bohr-u. Drehwerk; Eisenerzgruben; einschl. Krum-penthal 3850 Ew. In der Nähe der durch seinereichhaltigen Erzlager berühmte Erzberg.

Eisenerze, Mineralien, ans welchen das Eisentechnisch gewonnen werden kann, d. h. in denendas Eisen in hinreichender Menge enthalten ist,so daß sie mit Vortheil verhüttet werden können,und die frei von solchen Stoffen sind, welche dieGüte des aus ihnen dargestellten Eisens beein-trächtigen. Die E. sind (hüttenmännisch) nicht allein der Natur sich findenden Verbindungen desEisens, sondern nur solche, welche sich zur Verar-beitung im Großen eignen. Man unterscheidet: 1)Eisenoxyd od. Eisenglanz, Rotheisenstein, ein rei-ches, oft sehr reines u. gutartiges Eisenerz, häufigaber auch durch seine Beimengung sehr strengflüssig,schwer redncirbar u. zu Qualitäts-Fabrikaten nichtrecht brauchbar. Der Eisengehalt wechselt zwischen3070°/. Es findet sich meist in älteren For-mationen n. bildet als Eisenglanz auf Elba, alsNotheisenstein in England (Cnmberland u. Lanca-shire), in Deutschland (Nassau), Spanien (Bilbaon. an anderen Orten), Rußland, Afrika, Amerika(Jron Mountain bei St. Louis rc.) bedeutende n.mächtige Lagerstillen. 2) Magneteisenstein,Eisenoxydoxydul, ein Erz von sehr guter Qua-lität, oft 7172°/, selten unter 50°/g Eisen ent-haltend, meist leicht zu verarbeiten, oft selbst-gehend, d. h. alle Bestandtheile einer normalenSchlacke enthaltend. Er findet sich vorzugsweisein alten Formationen, tritt besonders mächtig inSchweden (Dannemora, Taberg, Jönköping rc.),am Ural (der Berg Goro Blagodat) in NAmerika(am Lake snperior), in Australien (Neuseeland) rc.auf. Als Abart ist zu erwähnen der Franklinitin New-Jersey, der anstatt Eisenoxydnl Zinkoxydenthält n. gleichzeitig als Eisen- u. als Zinkerz an-gesehen werden kann. 3) Brauneisenstein, Ei-senoxydhydrat, ein Erz, das in seinen reichen Va-rietäten das beste E. darstellt, leicht redncirbar n.leicht flüssig ist, oft aber auch sehr unrein ist u.ungleichmäßige Lager bildet. Der Eisengehalt wech-selt zwischen 20 und 50"/, beträgt aber gewöhn-lich 30 36"/o in den Beschulungen. Es findetsich der Brauneisenstein in allen Formen der Erz-lagerung n. auch in allen Formationen von denältesten Übergangsgebirgen an bis zu den recentenBildungen. Es ist vielfach zink- u. bleihaltig, sodaß sich bei der Verhüttung diese beiden Neben-bestandtheile zuweilen bemerklich machen; außer-dem enthält er häufig Mangan und als unange-nehme Bestandtheile Phosphate, Sulfate, Arseni-kate von Metallen n. Erden, die dann die Qua-lität des Roheisens beeinflussen. Sein Vorkom-men ist sehr verbreitet. Gutartig tritt er ans inDeutschland (bei Koblenz), an der Lahn, der, We-ser, im Thüringer-Wald, in Sachsen, in Öster-reich-Ungarn, in Rußland, Spanien, Afrika undan anderen Orten; von geringerer Qualität findeter sich in Deutschland (Ober-Schlesien, am Nie-der-Nhein, in der ganzen baltischen Tiefebene),ebenso in Skandinavien u. Rußland, Belgien n.Holland, Frankreich und vielen anderen Orten.4) Spatheisenstein, Eisenoxydnlcarbonate, ein in