Eiscnbrückcn. )57
^ u. Bandblech unterscheidet, auch hat manSalz-psanuenblech od. Pfanneneisen. Das Po n-. toublech (Bodeneiscn) ist die größte und stärksteSorte E. Das »leiste deutsche E. kommt ausj Sachsen, Steiermark rc. u. wird nach Portugal,Spanien, Frankreich u. Italien verführt. Bei derVersendung wird das Kreuz- und Fedcrblech zurHälfte od. zu Drittheilcn vermischt in Fässer ge-packt, wobei 450 Bleche ans ein Faß gerechnetwerden; das Scnkclblech wird unvermischt zu 600Stück in einem Fasse versendet. Dürre.
Eisenbrürken (eiserne Brücken). Es gibt 3! Hanptarten von E.: Bogen-, Hänge- n. Balken-^ Brücken. 1) E. Bogendrücken: Die erste eiserneBrücke wurde erbaut 1773 bis 1779 durch dieI englischen Hüttenmeister Wilkinson n. Darnley überI die Saverne bei Coalbrookdale. Sie bestand ans: 5 gußeisernen Bogenträgern. Zwei Jahrzehnte' hindurch construirte inan ausschließlich die E. alsgußeiserne Bogendrücken. Die erste E. inDeutschland ließ Graf Bnrghaus zu Laasan er-bauen über das Stricgancr Wasser. 5 Tragrippcnaus 3 uncouccutrischcn Bögen, die eine Weite von' 13 in mit 2,y in Pfeilhöhc übcrspannen, tragen dieFahrbahn der noch heute erhaltenen Brücke. 1814bis 1810 wurde die größte bei Gußeisen vorkom-? tuende Spannweite erreicht, bei der Sonthwark-k Brücke zu London. Dieselbe hat eine mittlereBogenöfsunng von 73„4in SpanmMte, n. 2 seit-liche von 63,gg ui mit je ^ Pfcilhöhe. In Frank-reich offenbarten sich zuerst die Mißständc der guß-eisernen Brücken, hauptsächlich an der 1800—1803erbauten Austerlitz-Brücke zu Paris, wo mehrereder 5 32„g in weiten Bögen beim Ansrüstcusprangen. So entsteht denn zu St. Denis schon1808 eine kleine schmiedeeiserne Bogenbrücke.Die kühnste schmiedeeiserne Stützbrücke wurde 1855von Oudry erbaut, die Arcolcbrücke zu Paris.Einen wesentlichen Fortschritt in constructiver Be-ziehung zeigt die Rhcinbrücke bei Koblenz. Dreh-zapfcn an den Lagcrpnukten tragen dem Tempe-raturwechsel Rechnung. In 3 mächtigen Bögenvon je 96,os in Spannweite mit 8,7g na Pfeilliberbrückt sie den Rhein. Eine weitere Ansbild-! düng zeigt die 1865 fertig gestellte Unter-Spree-Brücke zu Berlin. Außer den Endcharnicrcn ist^' dort ein Mittclcharnicr angebracht in den tragcn-den Bögen. Erwähncnswerth ist noch die Marga-j rethen-Brücke zu Pest über die Donau, mit 6i schmiedeeisernen Bogeiiöffnungen, 2 von 87, 2 von
I 81 u. 2 von 73 in Spannweite u. Z bis ^ Pfeil,U sowie die Rheinbrllcke bei Hochfeld-Rheinhansen, mitI» 4 Öffnungen von je 66,97 in Weite, der größten bei
II schmiedeeisernen Bogenbrücken bis jetzt erreichtenI. Weite. Eine (seit 1876) im Ban begriffeneW Bogendrücke über den Lorenzoslrom wird in ihremI Hauptbogen jedoch eine Spannung von 183 in
aufweisen; cs wird dies überhaupt die längsteI Brücke der Erde sein, da sie 4725 01 Länge messenI wird. 2) Hängebrücken: E. aus Schmiede-1 eisen wurden zuerst constrnirt in Amerika, undI Zwar seit 1796. Das Schmiedeeisen wurde dabei» rationellerweise auf Zug in Anspruch genommen.I So entstanden zuerst die Kettenbrücken, sodannI die Drahtbrücken, beides Arten der Hänge-U brücken (s. d. Art.). 3) Balkenbrücken. Sic
entwickelten sich hauptsächlich seit 1846, wo Fair-bairn anfing, schmiedeeiserne Brücken ans Kcssel-blcch herzustellen. Theoretisch-praktische Festigkeits-Versuche, welche hauptsächlich in England wie auchin Deutschland u. Frankreich seit jener Zeit ange-stellt wurden, lieferten die Grundlagen für dieferneren Constrnctionen der E. Das erste infolgesolcher Versuche construirte Bauwerk ist dieBritannia-Brücke über die Meerenge von Menai. Sie istganz aus Kesselblech hergestellt als Nöhren-Balken-Brücke; s. Britannia-Brücke.
Dies System wurde bald überflügelt durch dasder Gitterträger. Die bedeutendsten Beispielefür diese Art der eisernen Balkenbrücken sinddie 1850—57 erbaute Weichselbrückc bei Dir-schan, mit 6 Öffnungen von je 121,12 in Licht-weite, wovon je 2 Öffnungen durch einen conti-nnirlichcn Träger überbrückt werden; ferner die1856—60 erbaute Rheinbrücke bei Köln, mit 4Öffnungen von je 98,22 in Weite, sowie einigeder eisernen Viadncte (s. Biadnct). Ein neuesSystem der Gitterbrücken zeigt die Brücke zu Tilsitüber die Memel. Dieselbe hat gekrümmte obereund untere Gurtung und dazwischen nur einfachgekreuzte Zug- und Drnckdiagonalen. Die damitüberspannten 5 Öffnungen haben je 94,igin l. W.
Die engmaschigen Gitterbrücken ließen eine ge-naue theoretische Berechnung nicht zu. So ent-standen denn bald die weitmaschigen Fachwerk-sy st eine. Dieselben werden gegenwärtig für diebilligsten n. solidesten Balkensystcme gehalten.In neuerer Zeit constrnirt man daher meist ein-fache oder doppelte Fachwerksysteme. Das erstewichtige Beispiel einer solchen E. ist die 1857 er-baute Flackcnsee-Brücke bei Erkner. Sie hat pa-rallele Gurtungen, -l-förmige Drnckstrebcn undflache Zugbänder und besitzt eine Öffnung von25,7g m Spannweite. Die bedeutendsten nach die-sem System erbauten Brücken sind: die Brückeüber den alten Rhein bei Griethausen, die Rhein-Brücke zwischen Mannheim n. Lndwigshafcn, beidemit parallelen Gurtungen. Von Balkenbrücken mitgekrümmten Gurtungen sind crwähnenswerth: dieRhcinbrücke bei Mainz, 1860 — 62, erbaut nachdem Panlischcn System, mit Spannweiten von100,42 w>. Im Amerika entstanden erst seit 1862eiserne Balkenbrücken von mehr als 60 in Spann-weite. Die Ohiobrllcke zwischen Cincinnati undNewport hat 128 m Spannweite. Im Ban be-griffen ist eine Ohiobrücke, dicht unterhalb Cincin-nati mit 157 in und eine Hudsoubrücke mit 5Spannweiten von je 160 in. Diese beiden Bau-werke werden somit die niederländischen ansgcführ-tcn Balkenbrücken übcrtrcffcn. Die Leckbrückebei Knilenbnrg hat eine Öffnung von 150 in,eine von 70 m und 7 von je 57 in. Die untereGurtung ist gerade, die obere gekrümmt; beideGurtungen sind jedoch nicht znsammengeführt amAuflager, sondern durch Rahmen ans Fachwcrkvon 7,52 m Höhe verbunden. Die Höhe des Trä-gers in der Mitte ist 20 m. Das System ist 3-fach. Die Brücke von Mocrdyk hat 14 Öffnungenvon je 100 nr Weite. Die größten Öffnungender in Deutschland ausgesührtcn Balkenbrückenhaben ebenfalls horizontale untere u. gekrümmteobere Gurtungen. Die König Wilhelms-Rhein-