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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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156
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156 Eiscnbcium -

IV. Dächer, s. u. Dach.

Literatur: Brandt, Lehrbuch der Eisencon-strnctionen, 3. Aufl. 1876; Wanderley u. Georg,Der Metallbau; Zwick, Jahrbuch d. Baugewerbe;Reuleanx, Der Constructeur; Winkler, technischerFührer durch Wien rc. Hamich,

Eisenbau»!, s. 8ickoroxz1on u. 8ickoroäsnckron.

Eisenberg, 1) 1028 in hoher Berggipfel desErzgebirges im südlichsten Theile der Amtshanpt-maunschaft Auuaberg in der königlich sächsischenKreishauptmannschast Zwickau. 3) Stadt imSaal-Eisenbergcr oder WKreise des HerzogthumsSachsen-Allenburg; Bolksbank, Gerichtsamt, SchloßChristiausburg, Rathhaus, Gymnasium (seit 1875,1688 als Lyccnm gegründet); Fabrikation NonWollenzengen, Porzellan- und Steingutwaaren,Chamottesteincn, Holzschuhen und Etnis; Leinen-weberei, Gerberei, Schuhmacherei, Ackerbau, Holz-handel; 1875 5509 Ew. Geburtsort von BrunoBauer. E., das sehr alt ist u. 1182 Mauern er-hielt, gehörte bis 1135 den deutschen Kaisern,darauf den Markgrafen von Meißen u. des Oster-laudes bis 1221, wo es in den Besitz der Land-grafen von Thüringen und Meißen überging, kamdann 1425 au Sachsen u. bei der Erbtheilung von1485 au den Kursürsten Ernst, daun an Sachsen-Weimar und später an Sachsen-Gotha. Nach demTode des Herzogs Ernst des Frommen 1675 erhieltE. dessen fünfter Sohn Christian, der die besondereLinie Sachsen-Eisenberg stiftete, die aber mit ihm1707 schon wieder ansstarb, worauf E. an Gothafiel. Bei der Theilung von 1826 kam es anAltenburg. Vgl. Gschwend, Eisenbergische Chronik,Eisenb. 1758, umgearbeitet u. fortgesetzt von Back,2 Bde., ebd. 1842; Schuttes, Diplomatische undstatistische Nachrichten von der Stadt E., Jena 1799.3) Kirch- n. Fabriksdorf im Bez.-A. Kirchheim-bolanden des bayer. Regbez. Pfalz (Nheinpfalz),am Eisbach; Endpunkt einer von Grünstadt hier-her geführten Zweigbahn der Pfälz. Nordbahnen;Eisenwerk, Papierfabrik, Zwetschenban; 1294 Ew.

H. Berns,

Eiscnbisulfnrct, zweifach Schwefeleisen, chem.Verbindung von Schwefel u. Eisen von der Zu-sammensetzung b'o 82 . ES findet sich in der Na-tur sehr häufig in Formen des regulären Systemskrystallisirt als Schwefelkies, in Formen desrhombischen Systems als Strahlkies, Wassers-kies, Spcerlics. Künstlich durch gelindes Er-hitzen von Eisen od. Eisensnlfuret mit überschüssi-gem Schwefel Largcstellt, bildet es ein lockeres,gelbes Pulver; durch schwaches Glühen eines Ge-misches von Eisenoxyd, Schwefel u. Salmiak er-hält inan es in Gestalt von messinggelben, regu-lären Krystallen. Bei Luftabschluß stark erhitzt,verliert cs einen Theil seines Schwefels u. ver-wandelt sich allmählich in Eisensulfnret; an derLuft geglüht, gibt es ebenfalls Schwefel ab, derzu schwefliger Säure verbrennt und es entstehtschließlich Eisenoxyd. Hieraus beruht die Verwend-ung des Schwefelkieses zur Darstellung von Schwe-fel und von Schwefelsäure. Verdünnte Säurenwirken auf E. nicht ein; concentrirte Salzsäurezersetzt cs, indem sich Schwcsel abschcidet u. unterSchwefelwasserstoff - Entwickelung Eisenchlorür inLosung geht; Salpetersäure u. Königswasser oxy-

- Eisenblech.

diren sowol das Eisen als den Schwefel. Das inder Brannkohlcnformation oft in feinster Vertheil-nng vorkommende E. oxydirt sich sehr rasch beimLiegen an der Luft zu schwefelsanrem Eiscnoxyduln. dient zur Darstellung desselben im Großen (s.Eisenvitriol). Da diese Oxydation von bedeuten-der Wärme-Entwickelnng begleitet ist, so kann sieeine Entzündung der Kohlen veranlassen. Hetzer.

Eisenblech, Blech ans Eisen, wird entwederunter Hämmern geschmiedet (geschlagenes), od. inneuerer Zeit, fast ausschließlich, in einem Walz-werk ans Eisenstäbcn gewalzt. Man unterscheidetKessclblech, Schwarzblcch, je nachdem man dasMaterial der Dampfkessel, Gasometer, Essen rc.od. das feinglatte zu kleineren Arbeiten geeigneteBlech meint. Der Name Schwarzblech ist imGegensatz zu dem für verzinntes Blech gebräuch-lichen Namen Weißblech gemeint. Im übrigenverwischen sich die Unterschiede zwischen Schwarz-blech, Kesselblech mehr n. mehr durch die Vervoll-kommnung der Walzerei. Zur Blechfabritätion istimmer ein gutes Material nothwendig, namentlichfrei von Tcxtnrfehlern, eingeschlosscnen Aschen-theilen, Schiefern rc., die die Sehne unterbrechenu. das Blech zerreißen würden. Das Materialwird vorgearbeitet durch Schmieden u. Walzen u.bietet bei der Darstellung von schweren Blechen >große Schwierigkeiten, weil dann die Schweißar-beit, d. h. die Zusammensetzung eines Blechblocks,einer Bramme, ans mehreren Eiscnplatten erfol-gen muß n. weil dabei die Wahrscheinlichkeit derLexturfehler mit der Zahl der Fugen wächst. Dann ^ist die Manipulation der schweren Bleche am Walz-werk, das gleichmäßige Wärmen derselben mit .großer Mühe zu überwinden und zu erzielen, so ^daß die Blechwalzerei eine besondere Routine ver- ^ ^langt, um günstige Resultate zu geben. DieWalzwerke für Bleche müssen sehr stark gebautsein n. bestehen gewöhnlich ans einem oder zweiPaar schweren Hartgußeisenwalzen, die in starkenStändern laufen n. mit kräftigen, auf das obereWalzenlager drückenden Stellschrauben verstellbarsind. Neuerdings hat man auch 3, sogar 4 Wal-zen übereinander angcwendet und kann damit diedoppelte Arbeit leisten. Die Bleche, auch wennsie fertig gewalzt sind, müssen sorgsam ansgegliihtwerden, um die Härte n. Sprödigkeit zu verlieren, ^;die sie beim Walzen erhalten haben. Dann wer- >den sie nach den bestellten Dimensionen beschnitten, ,welche Operation in der Kälte und deßhalb mitkräftigen Schceren geschehen muß, die durch be-sondere Dampfmaschinen bewegt werden. Vomeigentlichen Schwarz- n. Weißblech hat man dreiSorten: die stärkste (Stör-, Kreuz- oder Xblcch),die mittlere (Feder-, Fordcr-, Vorder- od. Futter-blech) u. die dünnste, von der Dicke eines Karten-blattes (Senkler-od. Senkelblech); von dem Kreuz-od. Federblcch hat man wieder doppeltes (Dop-pelblech), welches größer und stärker ist, und vonwelchem eine Sorte Mittelhengst heißt, u. ein-faches. Das beste nennt man Einhornblech.Man unterscheidet auch fernerModcllblech oder .Mn st er blech, aus solchem E., das nach gcge- sbencn Mustern auf Bestellung in den Fabrikengearbeitet wird. Für Salzsiedereien wird beson-deres Blech sabricirt, bei welchem man Boden-