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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
151
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Eisenbahn-Telegraphen. 151

men, sind dieselben auch bei den Eisenbahnen schonseit längerer Zeit durch Morseschreiber fast gänz-lich verdrängt. So z. B. in Oesterreich, wo dervon dem Wiener Mechanikus Ekling in sehr zweck-mäßiger Weise abgeänderte n. zugleich zum Gebenhörbarer Zeichen befähigte Nadeltelcgraph Bainsauf vielen Bahnen lange Zeit ausschließlich alsBetriebstelegraph verwendet wurde. Ebenso mußtendie früher in Deutschland für Eisenbahnzwecks all-gemeingcbräuchlichen Zeigertelegraphendcm Morse-schreiber schon seil mehr als 20 Jahren das Feldmehr n. mehr räumen, so daß sie nur auf weni-gen Bahnen noch benutzt werden; in Frankreichdagegen sind noch vorwiegend Zeigertclcgraphenin Gebrauch. Der Betrieb der E. gestaltet sichmeist schon um deswillen einfacher, weil sie ge-wöhnlich nur den telegraphischen Verkehr zwischenzwei benachbarten oder doch einander naheliegen-den Stationen, seltener zwischen den beiden End-punkten einer länger» Bahn zu vermitteln habenund nur ganz ausnahmsweise noch über die End-punkte hinaus zu telegraphiren ist. Man hatalso vorwiegend kurze Telegraphenlinien, in den-selben aber oft, da ja auch die Haltestellen undGüterstationeu meist vom telegraphischen Verkehrnicht ausgeschlossen werden sollen, verhältnißmäßigviele Telcgraphenstationen, und demgemäß schaltetman die E. gewöhnlich nicht auf Arbeitsstrom,sondern auf Ruhestrom ein, wobei man zugleichdas Anfstellen von Batterien auf allen einzelnenStationen umgeht. Sind hiernach die Stations-einrichtnngen an sich schon ziemlich einfach, so sorgtman doch noch besonders dafür, daß Störungenin diesen Einrichtungen u. namentlich in den Ein-schaltungen thnnlichst unmöglich gemacht, die etwaschadhaft gewordenen Apparate aber ohne jedenAnlaß zu Unordnungen und mit dem geringstenZeitaufwands ansgewechselt werden können. Dazuhatten Siemens n. Halske in Berlin recht zweck-entsprechend bei den von ihnen 1873 in Wien aus-gestellten Morseschen Eisenbahnstationstele-graphen die zusammengehörigen Apparate (Farb-oder Stiftschreiber, Relais, Taster, Galvanoskop,Blitzableiter) auf einem gemeinschaftlichen Grund-brette festgeschranbt, welches in eine Vertiefung desApparattisches eingesetzt wird, während ein Schränk-chen unter dem Tische die Batterien aufnimmt. Zu-gleich waren behufs schnellerer n. leichterer Aus-wechselung eines solchen Apparatsatzes die von derTelegraphenleitnng kommenden Drähte nicht un-mittelbar nach Klemmschrauben an den einzelnenApparaten geführt, sondern mit schneidenförmigcn,in der das Grundbrett aufnehmenden Vertiefungdes Tisches befindlichen, metallenen Ständern ver-bunden, auf welche sich beim Einsetzen des Grnnd-brettes in jcneVerticfnng die sogenannten Fcd er-schloß kl ein men (nach K. Frischen) auflegen unddie erforderlichen leitenden Verkündungen der Leit-ung mit den Apparaten Herstellen; jo lange da-gegen das Grundbrett mit den Apparaten ans derVertiefung des Tisches ansgchoben ist, stellt einefür diesen Zweck vorhandene besondere Federschlnß-klemme eine kurze leitende Verbindung zwischenden in die Station cinmündenden (Luft- n. Erd-)Leitungen her, während beim Wiedereinsetzcn desGrundbrettes diese kurze Verbindung zugleich selbst-

thätig wieder gelöst wird. Noch gedrängter wardie Anordnung u. Verbindung der Apparate beidem ebenfalls 1873 in Wien von Siemens undHalske ansgestellten Wärterstationsapparat-satze, welcher Farbschreiber, Schlüssel, Galvano-skop u. Umschalter in einem verschließbaren Schutz-kasten verwahrt enthielt. Der Elektromagnet deszunächst für Ruhestrom bestimmten Farbschreibersin diesem Satze hatte zwei aufrecht stehende Schenkel,deren Kerne seitwärts in einander zngewandtePol-Schnhe ausgebrcitet waren; der Anker desElektromagnctes aber war durch eine Schraube ander Unterseite des Ankerhebels sestgemacht, so daßer sich noch unterhalb der Schuhe befand. Beidieser Anordnung muß also der Ruhestrom denAnker an die Schuhe emporziehen, während derAnker bei jeder Stromnnterbrechnng unter Mit-wirkung einer Spannfeder nach unten abfällt undLas am andern Ende des Ankerhebels sitzendeSchreibrädchen gegen den Papierstreifen andrückt,um das telegraphirte Zeichen (Punkt od. Strich)darauf niederznschreiben. Wird dagegen der Ankerdieses Farbschreibers nicht auf der unteren, son-dern auf der oberen Seite des Ankerhebels undzugleich oberhalb der Polschuhe des Elektromagne-tes festgeschranbt, so kann der Farbschreiber sofortmit Arbeitsstrom arbeiten. Die Leitung für denBetriebstelegrapheu wird oft zugleich zum Gehender Glockensignale oder der Hilfssignale benutzt(vgl. Eisenbahnsignalwesen 3 u. 7), was jedochgewisse Beschränkungen m Unbequemlichkeiten imGebrauche beider im Gefolge hat (vgl. auch 2).Besser spannt man für beide 2 getrennte Leitungenu. oft empfiehlt es sich sogar, außer der Glocken-signalleitnng noch 2 Betriebstelegraphenleitnngenzu spannen, von denen die eine den Verkehr zwi-schen den einzelnen Stationen vermittelt, die an-dere die beiden Endstationen entweder bloß untersich od. noch mit der Hauptzwischenstation verbindet.Meist sind die Betriebstelegraphen auch zur Be-förderung bezahlter Privattelegramme ermächtigtoder verpflichtet, natürlich aber geht immer dieBeförderung der Diensttelegramme vor. 3) Da-mit der Zugführer bei Bedarf von jeder Wär-rerbude aus mit den benachbarten Stationenin unbeschränkten telelegraphischen Verkehr tretenkann, stellen mehrere Bahnvcrwaltnngen in jederBude einen vollständigen Apparatsatz auf. Solchenur für vorübergehenden Dienst bestimmte Eisen-bahnwärt erbndcn-Telegraphen liefern Sie-mens u. Halske in einem besonderen hölzernen Ka-sten eingeschlossen, welcher sich aber beim Gebrauchganz auseinander schlagen läßt, wobei zugleich dieum eine horizontale Achse umgeklappte Thür alsSchreibpnlt dient. Beim Schließen des Kastenslegt sich eine an der Thüre befindliche Metallschienean zwei mit den beiden eintretenden Enden derTelegraphenleitnng verbundene Fcderschlnßklemmeuan n. schaltet dadurch den Apparat unter Herstellungeines kurzen Strvmschlnsses ans der Leitung ans.Sollen die Apparate heim Öffnen u. Schließen desKastens nicht selbstthätig ein-n. ausgeschaltet, viel-mehr die Einschaltung mit der Hand mittels einesSchiebers bewerkstelligt werden, so richtet manzweckmäßig den Kasten so ein, daß er nicht ge-schlossen werden kann, so lange der Schieber so