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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eisenbahnstgnalwcscn.

zur Erzielung der nöthigen Zuverlässigkeit derSignalstcllung u. zur Coutrolirnng derselben un-entbehrlich, u. namentlich sind die elektrischen Aus-lösungen dem Einflüsse der atmosphärischen Elek-tricität zu entziehen. Mittels der Strecken-Deck-ungssignale kann jeder Zug in höherem oder ge-ringerem Grade zugleich gegen einen Zusammen-stoß mit einem hinter ihm her kommenden Zugegeschützt werden, da der Bahnwärter letzteren nurweiter fahren lassen wird, wenn anznnehmcn ist,daß er nicht Gefahr läuft, ans crstcren aufzusah-rcn; man hat zur Erhöhung des Schutzes auchselbstthätige Decknngssignale in Vorschlag gebracht,allein einen vollkommenen Schutz gegen solche Zu-sammenstöße bietet nur die Anwendung eineswirksamen Blocksystems (s. d.). Blocksignaleführte zuerst Coole (1843) ans der Bahn zwischenUarmouth u. Norwich ein und benutzte dabei inziemlich einfacher Weise seinen Nadeltelegraphen;seitdem sind die Blycksignalapparate vielseitig ver-vollkommnet worden.

5) Auch von dem fahrenden Zuge answerden Signale gegeben, welche theils anderenZügen gelten u. dann als Decknngssignale anf-zufassen sind, theils Mittheilungcn an die Bahn-wärter bezwecken. So wird mittels Flaggen, Scheiben, Laternen an der Locomotive oder am letztenWa-gen der Znganfang n. das Zugende bei der Fahrt ansdem richtigen u. ans dem unrichtigen Geleise durchein Signal markirt; es wird das Nachfolgen einesExtrazuges, das Ausfallen eines planmäßigenZuges signalisirt, Auftrag zur Revision der Streckeod. der Telegraphenleitnng ertheilt, ein Zug alsArbeitszng, als planmäßiger Zug oder als ent-gegenkommender Extrazug, eine Locomotive alsHilfslocomotive bezeichnet u. dgl. m. Auch auto-matische elektrische Signale sind in Vorschlag ge-bracht worden, um einen Zusammenstoß zwischenzwei auf demselben Geleise fahrenden Zügen zuverhüten. Doch stößt die Austauschnng elektrischerZeichen zwischen zwei fahrenden Zügen ans nichtgeringe Schwierigkeiten. Am leichtesten läßt sichnoch eine automatische Controle über denVerkehr der Züge Herstellen, was zuerst Manß(1845) zu thun vorschlug. Die meisten derartigenVorschläge (von Bregnet, Bellemare, Hipp u. A.)laufen darauf hinaus, daß entweder durch dieNäder selbst od. durch an der Locomotive ange-brachte Reiber od. Rollen an regelmäßig und ingleichen Entfernungen (z. B. von je 1000 m) voneinander liegenden Stellen der Bahn ein elektri-scher Stromkreis geschlossen od. unterbrochen unddabei mittels eines passenden Schreibtelegraphenbei jedem Schluffe od. jeder Unterbrechung einPunkt ans einen Papierstrcifen niedergeschriebenwird, so daß man aus der Zahl der Punktedie Zahl der vom Zuge znrückgelegtcn Kilo-meter bestimmen kann. (Vgl. auch Eisenbahn-tclcgraphen 4.).

6) Auf dem sahrendeuZuge werden eben-falls verschiedene Signale gegeben, welche theilsWeisungen über die Führung des Zuges enthaltenu. denselben vor Unglück schützen sollen, theils denReisenden bei ihnen znstoßenden Unfällen dieHcr-beirufnng von Hilfe gestatten sollen. Mit derDampspseife (seltener mit dem Dampshorn oder

der Locomotivglocke) ertheilt der Locomotivführer ^den Bremsern Befehle über die Bedienung derBremsen, n. ebenso benachrichtigt er das ganzeZngspersonal von der Weiterfahrt nach einemetwa nöthig gewordenen Halte. Umgekehrt unter-richtet das Zngspersonal Len Locomotivführer vonaußergewöhnlichen, ein langsameres Fahren oder §den Stillstand fordernden Vorkommnissen durch isichtbare Handsignale, od. durch die Signalpfeifen, !Signalhörner n. s. w., besser durch die Zugleineod. Signalleine, welche über den ganzen Zug !hin bis zur Locomotive reicht n. ans dieser die !Dampspseife od. eine ans dem Tender befindliche !Glocke ertönen läßt. Auch hat man durch Lei-tnngskettchen od. in Guttapercha eingeschlosseneDrähte einen über den ganzen Zug sich erstrecken-den Stromkreis zum Hervorbringcn elektrischerSignale herzustcllen versucht, um namentlich einZerreißen des Zuges sofort knndzngeben. Für ^letzteren Zweck sind ferner auch rein mechanische fn. pneumatische Mittel in Vorschlag gebracht wo» ^den. Die Passagiersignale od. Zngtelegra-phen können den Reisenden bei den Zug gefähr-denden Unfällen am Wagen, z. B. Achsbrüchen,Brand n. dgl., bei plötzlichem ernsten Unwohlseinoder Angriffen ans die Person und bei ähnlichenVorkommnissen die Möglichkeit bieten, das Zugs- >personal zu benachrichtigen n. den Zug zum Ste< !shen zu bringen. Das Verlangen nach solchen !-Signalen trat bereits 1839 bei einem großen Un- !falle ans der London-Birmingham-Bahn ans, doch ;haben die seitdem bis in die neueste Zeit damit !gemachten Versuche noch nicht zu einer befriedi-genden Lösung geführt. Die zahlreichen Vorschlägezu solchen Signalen laufen meist darauf hinaus,daß durch eine für gewöhnlich verschlossene, aberdoch jedem Reisenden leicht zugängliche Borricht- Uung dem Zugpersonals ein deutlich hörbares Sig- ! Unal gegeben u. zugleich durch ein dabei an der ulAußenseite des Wagens erscheinendes sichtbares >1Zeichen der Wagen bezeichnet wird, von welchem -sdas Hilfssignal ansging; die vorgeschlagenen uVorrichtungen dazu sind theils rein mechanische, ^theils pneumatische, theils elektrische. sii

7) Hilfssignale vom Zuge nach den Sta- ntionen bieten ein sehr werthvolles Mittel zum Kschnellen Herbcirnfen von Hilfe, wenn ein Zug Lunterwegs verunglückt. Wegen der Lurch sie er- Dreichbaren größeren Zeitersparnis) empfehlen sich »hierzu besonders elektrische Signale n. diese lassen ssich sowol ans der Glockensignalleitnng (vgl. 3), s;als ans einer Betriebstelegraphenleitiing geben, ^nachdem der Zug znm Stillstehen gekommen ist. sMan kann, damit die Glocken nicht mit ertönen,die Hilfssignale entweder mit schwächeren oder Ustärkeren Strömen od. mit Strömen von entge-gengesetzter Richtung geben. Werden aber die sLäutewerke od. die Betriebstelegraphen mit Ruhe- uström betrieben, so kann man von jeder Stelle ^der Bahn aus durch zweckentsprechende Unterbrech- ^'nngen des Stromes Glockensignale und Zeichenans einem Ruhestrom-Morseschreiber Hervorbringen.Gewöhnlich rüstet man aber nur die Wärterhäusermit den dazu erforderlichen Vorrichtungen aus.

So ist z. B. dem in Fig. 6 abgebildeten Läute- !werke ein kleiner Rnhestromtaster angebracht; um