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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eisenbahnsignalwesen.

aber dadurch vergrößert, daß sich die Säule unterder Erde als Rohr vou etwa gleicher Lauge wieüber der Erde fortsetzt, wobei dieses Rohr zugleichals Fuudameut dieut. Au deu Läutewerken wirdvielfach noch eins Scheibe angebracht, welche fürgewöhnlich durch eine Arretur in einer bestimmtenLage sestgehalteu wird, deren Arretur aber beimLäuten ausgelöst wird, damit die in eine neueauffallendere Lage umschlagende Scheibe dem wäh-rend des Läuteus etwa abwesenden Bahnwärterdurch ein bleibend sichtbares Zeichen das Eintreffeneines hörbaren Signales verkünde. Anderwärtshat man die Läutewerke mit Zeigern versehen,welche die Zahl der erfolgten Schläge angeben u.so einen Jrrthnm ini Zählen unmöglich machen.Noch zweckmäßiger ist es, wenn die Glockenschlägegleich auf einem Papierstreifen verzeichnet werden,wie es bei den Glockensignalapparaten der Kaiser-Kerdinands-Nordbahn geschieht.

4) Dem fahrenden Zuge geben die Bahn-wärter bez. die Bahnarbeiter durch ein Signaltheils bloß die Gewißheit, daß auf der Bahnalles in Ordnung ist (Bahnznstandssignale), theilsgeradezu die Erlaubniß in den nach dem nächstenWärterhanse hin liegenden Bahnabschnitt einzu-sahren (Decknngs- od. Absperrsignale). Die Bahn-zustandssignale sind vorwiegend sichtbare n. wer-den theils als Handsignale (namentlich bei Bahn-übergängen absperrende Schlagbänme), theils undvorwiegend an Signalmastcn gegeben; sie be-schranken sich gewöhnlich ans die SignalbcgriffeFreie Fahrt, Langsam fahren n. Halt; behufs desLangsamfahrens wird z. B. der Anfang u. dasEnde einer Strecke, ans welcher Ausbessernngs-arbeiten nn Gange sind, durch ansgestcckle Schei-ben markirt; Stellen, aus denen dem Zuge Gefahrdroht, werden oft auch durch verschiedene hörbareSignale, namentlich Lurch Knallkapseln angezeigt,d. h. durch Blechkapseln, welche mit einer Knall-lnischullg gefüllt sind und so auf oder neben derSchiene befestigt werden, daß das darübergehendeRad der Locomotive sie mit lautem Knall zer-platzen macht. Bei Nacht werden die Bahnzn-standssignale durch farbiges Licht gegeben n. zwardeutet dabei fast allgemein weiß auf freie Fahrt,grün auf langsam fahren, roth ans Gefahr oderHalt. Von besonderer Wichtigkeit sind die Bahn-zustandssignale an Weichen, Drehscheiben, Drehbrücken, Tunnelthoren und ähnlichen Stellen derBahn; inan Pflegt daher nicht nur an allen sol-chen Stellen Signale anzubringen, welche infestem mechanischen Zusammenhänge mit den Wei-chen u. s. w. stehen n. (automatisch) über derenStellung Auskunft geben, sondern man bringt auchoft in geeigneter Entfernung von solchen gefähr-denden Stellen mechanische od. häufiger elektrischeWarnnngssignale an, welche den Locomotivsllhrerrechtzeitig von vorhandener Gefahr unterrichten.So hat man in England mehrfach in angemessenerEntfernung von Drehbrücken zwei Schienen ange-bracht, von denen die eine mit der Erde, die andere mit der Drehbrücke so verbunden wurde, daßdie niedergelassene Brücke, während ein über jenebeiden Schienen fahrender Wagen beide leitendverband, eine elektrische Batterie schloß u. dadurcheine auf jenem Wagen befindliche, in den Strom-

kreis eingeschaltete Lärmglocke ertönen ließ. Inähnlicher Weise versuchten Lartigue u. Forest 1872durch ihre elektrische Pfeife für Locomotive nden Locomotivführer zu benachrichtigen, daß einbestimmtes Signal in einer gewissen Stellung sichbefindet; dazu wurde in geeigneter Entfernungvon dem Signale eine Metallplatte ans einemHolzstempel angebracht, welche, wenn das Signalauf Halt stand, den Strom einer Elcktricitätsquellein einer bestimmten Richtung durch einen Elektro-magnet sandte, dessen Kerne auf den Polen einesHufeisenmagnetes standen, dadurch selbst magne-tisch wurden u. ihren Anker anzogen; jener elek-trische Strom dagegen vernichtete den so indncirtenMagnetismus der Kerne, worauf eine Feder denAnker abriß u. durch einen mit dem Ankerhebelverbundenen Hebel das Ventil einer ans der Lo-comotive befindlichen Dampfpfeife öffnete u. diesePfeife ertönen ließ. Decknngssignale ans der Streckepflegen jetzt in einfachster Form dem Zuge vonden Bahnwärtern mittels der Flügeltelegraphengegeben zu werden; dabei pflegen die Flügel für ge-wöhnlich wagerecht zu stehen, um in dieser Stellungdem Zuge das Einfahren auf den hinter dem Telegra-phen liegenden Streckenabschnitt zu verbieten, wo-gegen der schräg nach oben gerichtete Flügel a!sSignal sür die Erlaubniß zur Einfahrt gilt. Bei'Nacht wird dabei eine Laterne am Signalmasteemporgezogen n. vor diese bringt der wagrechkeFlügel auf der nach dem heranfahrenden Zugehin gelegenen Seite ein rothes, der schräg nachoben gerichtete Flügel ein grünes Glas, währendnach rückwärts in beiden Flügelstcllnngen das weißeLicht nngeblcndet zu sehen ist, od. auch nur in dereinen Stellung weißes Licht, in der anderen blaues.Weit wichtiger als solche Absperrsiznale auf ge-wöhnlicher Strecke sind die Decknngssignale anbesonders gefährdenden Stellen der Bahn, alsonamentlich an Bahnabzweignngen, an Bahnkreu-zungen, an Bahnübergängen im Niveau, anWeichen, beweglichen Brücken, Tnnnelthoren unddergl. Alle solche den Zug gefährdende Stellenwären zur Erhöhung der Sicherheit des Verkehrssür jeden Zug abznsperren, so lange nicht demZuge durch ein besonderes Signal die ErlaubnißznmHinwegfahren übereine solche Stelle ausdrücklichertheilt wird; natürlich wird aber der fraglicheZweck sich nur erreichen lassen, wenn dem Loco-motivführer die Erlaubniß oder das Verbot ineiner so großen Entfernung von der gefährlichenStelle ertheilt wird, daß er seinen Zug noch recht-zeitig zum Stillstände bringen kann; der Benutz-ung von örtlichen Signalen ist also der Ge-brauch von Distanzsignalen entschieden vorzu-ziehen, welche in einer Entfernung von mindestens450600 m von der Stelle der Gefahr anfzn-stellcn sind. Die als Distanzsignale verwendetenFlügel od. Scheiben werden mit Blenden versehen,welche bei Nacht vor aufgezogene Laternen tretenu. etwa bei der Haltstellung dem Zugs rothes,nach rückwärts weißes, bei der Freistellung nachbeiden Seiten grünes Licht zeigen. Die Distanz-siznale werden von der gefährdenden Stelle ausgestellt, entweder durch einen Drahtzng oder eineKette, od. durch ein Triebwerk mit elektrischerAuslösung; in beiden Fällen sind Vorkehrungen

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