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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
146
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146 Eiieiibahiisigiialweseil.

auf. Auch Siemens u. Halske in Berlin bautenschon 1847 ihre ersten Läutewerke. Die Ausrück-ung des Kramerscheu erfolgt durch einen FallhanuncrI (Fig. 1 Taf. Eisenbahnteiegraph) au einem um indrehbaren Hebel Imn, welcher für gewöhnlich mit-tels des Hakens a von einem nach der einen Seitehin etwas beweglichen, an einem durch ein Ba-lancirgewicht § ausgeglichenen Hebel rvxv sitzen-den Schnepper d gefangen n. ziemlich balancirtwar, so daß das andere Ende des Fallhammer-hebels sich mit dem Stifte n nur leicht an eineNase o der am Aulerhebel 8 des Elektromagnetes tsitzenden Gabel cp anlegte; in dem Augenblicke, woder Magnet seinen Anker x anzog, ließ die Nase oden Stift n frei, worauf der Fallhammer I sichzu bewegen anfing und dabei endlich von demSchnepper k> abrntschte, dessen Hebel anfäng-lich dem Hammerhebel folgte; sofort drehte sichnun der Schnepperhebel rückwärts, bis er aufdem Aufhaltstifte o liegen blieb, der Fallhammerdagegen fiel vollends auf den um s drehbarenAuslöshebel 8r des Schlagwerkes herab n. ließ denWindflngelaufhaltcr i u. dadurch das Schlagwerklos; hatte letzteres einen Schlag auf die Glockegcthan, so wurde der Fallhammer durch das Trieb-werk selbst wieder gehoben, u. sein Hebel fing sichwieder an dem Schnepper b n. der Nase o (od.an der Nase x, sofern der Magnet t seinen An-ker x noch nicht wieder losgelassen u. die Feder ndie Gabel noch nicht wieder in die Ruhelagezurückgeführt hatte), der Auslöshcbel iklr aber fielmit dem Hinteren Ende Ir in die nächste Falle 6der auf der Welle ^ sitzenden messingenen Sch ln fi-sch eibe 8 ein u. hemmte so wieder das Triebwerkmittels des Aufhalters i. Eine ähnliche Einricht-ung und Selbstarretirung enthalten auch andereLäutewerke, z. B. das in Fig. 2 u. 3 abgebildetevollkommenere von Siemens u. Halske, bei wel-chem der elektrische Strom mittels eines Elektro-magnetes den Sperrhaken k hebt u. dadurch denHammer 8 sreiläßt, worauf dieser ans den Hebel Hniederfällt, so daß dessen Ansatz 4 den Zapfen 0am Excenterhebel losläßt; infolge dessen kommtdas durch ein Gewicht getriebene Laufwerk in Gang,wobei das Rad mittels der Hebenägel L dieSchlaghebel I- u. I-, niederdrückt, während dasRad 1?2 den Windflügel § treibt; bei der Um-drehung der Scheibe 8 hebt das Excenter 8 mit-tels eines Mitnehmers m an der Gabel 8,, welchedabei in die Lage 8n übergeht, den Hammer 8wieder zum Haken k empor; schließlich aber kommtder Einschnitt der Scheibe 8 wieder nach un-ten, dann schnappt der Ansatz n am Hebel tz indiesen Einschnitt ein, der Ansatz g sängt denZapfen 0 u. arretirt so das Laufwerk wieder.

Als Elektricitätsqnelle zum Betrieb der Läute-werke verwendet man meist galvanische Batterien,welche man in die Glockensignalleitung theils aufArbeitsstrom (s. d.), theils ans Ruhestrom ein-schaltet. Im letzteren Falle werden die Läutewerkebeim Unterbrechen des Ruhestroms durch Abfalleneines Elektromagnetankers ausgelöst, und dabeikann man auch an jeder Stelle der Bahn durchzweckentsprechende Unterbrechungen des Stromesnicht nur Glockensignale, sondern auch Zeichen ausMorse-Schreibapparaten geben, welche auf Ruhe-

ström in die Leitung eingeschaltet sind. Sehr vor- ^züglich für den Betrieb der Läutewerke erweist sich !der in Fig .4 abgebildete Läute-Jnductor vonSiemens u. Halske; durch Umdrehung der Kurbelwird eine eigeuthümlicheJnLuctionsspnle (derCy-linder-Jndnctor) zwischen den Schenkeln einer An-zahl von Stahlmagneten in Umdrehung versetztn. liefert dabei kräftige Jndnctionsströme, weshalbauch die AbreißfeLern an den Elektromagnetenkräftiger gemacht werden können n. demnach dieLäutewerke zuverlässiger schlagen.

Die Läutewerke geben theils einzelne Schlägeans die Glocken u. heißen dann Einschläger,theils läuten sie in Pulsen ans mehreren znjam-mengehörigen Schlägen; sehr gewöhnlich sind Pulsezu je 5 einfachen od. Doppelschlägen. Auch einn. dasselbe Läutewerk kann bald als Einschlägerverwendet werden, bald in Pulsen läuten, wennes mit zwei verschiedenen Selbstarretirnngen ver-sehen wird, von denen die eine das Laufwerk nachjedem einzelnen Schlage arretirt, die andere erstnach der zu einem Pulse gehörigen Anzahl vonSchlägen. Bei Arretirnng des Laufwerkes durcheinen in eine Falle einer Schlußscheibe (vergl.Fig. 1) einfallenden Einfallhebel, welcher beimLoslassen des Laufwerkes aus der Falle ansgeho-ben wird und dann eine Zeit lang auf demUmfange der mitumlaufenden Schlußscheibe liegenbleibt, läßt sich der angegebene Zweck dadurch er>reichen, daß man zwei Schlußscheiben mit ver-schiedenen langen massiven Sectoren zwischen zweibenachbarten Fallen auf dieselbe Achse aussteckt,diese Achse aber der Länge nach verschiebbar macht, ^so daß der Einfallhebel bald ans der einen, baldauf der anderen Schlußscheibe liegt, je nachdemdas Läutewerk als Einschläger od. in Pulsen läu-ten soll.

Die neueren von Siemens u. Halske geliefertenLäutesäulen sind mit einem Einradläute-werke versehen, welches bloß ein Rad n. dastreibende Gewicht, sonst aber weiter kein Räder-werk enthält. Die innere Einrichtung solcher Läute-säulcn ist ans Fig. 5 u. 6 zu erkennen. Besonderszweckmäßig ist bei den neuesten Läntesäulen daSganze Werk von einem Blechmantel eingeschlossen,welcher sich behufs einer Revision des Werkes andrei Führungsrippen bequem herabziehen läßt;die Glocke hängt dabei oberhalb eines an de»cylindrischen sich eng anschließenden kegelförmigen iMantels, u. aus dem einen der zwei Erker, wo-mit der letztere versehen ist, tritt der Hammerhervor, um die Glocke an ihrer Innenseite zutreffen. Auf diese Weise ist der ganz unter Dachbefindliche Hammer gegen das Einfrieren geschützt.Der Hammer ist an einer anfrechtstehendcn Achsebefestigt u. wird von Vorsprüngen an dem aufeiner horizontalen Welle sitzenden Rade in ähn-licher Weise hin n. her geworfen, wie der Weckeran einer Schwarzwälder Uhr. Zur Auslösung desLaufwerkes ist stets eine größere Reihe (21) auf-einanderfolgende (Jnductions-) Ströme von wech-selnder Richtung erforderlich, wodurch ein zufälligesAnslösen des Werkes, z. B. durch elektrische Ent-ladungen bei Gewittern, so gut wie unmöglichgemacht wird. Das treibende Gewicht sinkt imInnern der Säule herab, seine Fallhöhe wird