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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Eisenach — Eisenbahn-Abgaben.

Industrie hat sich in dm letzten 25 Jahren ver-Lreizehnfacht, die nordamerikanische verelssacht, dieenglische verzehnfacht. (Vgl. den Art. Eisenzeit-alter.) Literatur s. n. Eisenhüttenkunde, i. Hetzer.II. Lehmann.* III. Dürre. IV. E. Berns. V. VI. Schroot.

Eisenach, Stadt im dritten Verwaltungsbez.

u. im gleichnamigen Kreise des GroßherzogthumsSachsen-Weimar-Eisenach, in anmnthiaer Gegend,am nordwestl. Ende des Thüringer Waldes undan der Mündung der Nesse in die Hörsel, bis1741 Hauptstadt des Fürstenthums Eisenach, Sta-tion am Knotenpunkte der Thüringer u. derWerrabahn, mit 5 Vorstädten; Bezirksdirection,Appellationsgericht (sür das Großherzogthnm, dasHerzogthum Sachsen-Koburg-Gotha, die Fürsten-thümer Schwarzbnrg n. Reuß), Bezirks- u. Stadt-gericht, Justizamt, Forstinspection, Volksbank;Schloß (viele Jahre Wohnsitz der Herzogin Helene

v. Orleans), Rathhaus (von 1641), am Luther-Platz das Lutherhans, in dem Luther als Schülerwohnte; 4 evangel. Kirchen (darunter dieGeorgs-u. die Nicolanskirche), kathol. Kirche, Synagoge;Gymnasium (ursprünglich lateinische Schule, 1544gegründet), Realgymnasium, Bürgerschule, Forst-lehranstalt, Schullehrerseminar, höhere Töchter-schule, sreie Zeichen- und Gewerkenschule; Land-krankenhaus, Zuchthaus; Kammgarnspinnerei, Ma-schinen- u. Planimeterfabrik, Fabrikation von Far-ben (Bleiweiß), Essig, Öl, Thonwaaren (etrurischeBasen rc.), Alabasterwaaren u. Leder, Leimfabrik;Garnison; (1875) 16,057 Ew. Geburtsort desJoh. Seb. Bach (Geburtshaus am Frauenplan),des Generals v. Steinmetz u. des Landschafts-malers Friedr. Preller und Sterbeort von FritzReuter (gest. 1874), der hier in einer hübschenVilla seine letzten Lebensjahre zubrachte. In derNähe auf hohem Felsenberge die Ruinen derBurg Mädelstein (Mittelstein), der senkrecht ge-spaltene Felsen, Mönch n. Nonne genannt, u. dieWartburg (s. d.). Die Umgegend E-s gehört über-haupt zu den schönsten Theilen des ThüringerWaldes u. enthält außer den genannten noch vieleandere reizende Punkte, wie den großherzoglichenKarthausgarten, den Eichelschen Garten, das Ma-rienthal, die Landgrafenschlucht, das Annathal mitder Drachenschlucht, das Gasthaus Hohe Sonneam Rennsteig u. s. w. Das Fürstenthum E.gehörte früher zu Thüringen. Beim Erlöschendes thüringisch-meißenschen Stammes fiel E. mitdem übrigen Thüringen an Sachsen n. KurfürstFriedrich der Sanftmüthige gab es bei der Thci-lung seinem Bruder Wilhelm. Bei dessen Tod1483 fiel es wieder zurück, kam 1485, in derTheilung zwischen Ernst u. Albert von Sachsen,zu des Elfteren Antheil u. blieb auch bei dessenNachkommen. Als die Söhne von Johann Fried-rich dem Mittleren, welcher 1595 gestorben war,einen Theil ihres Lehns, die Gegend von Kobnrgu. E., wieder erhielten n. 1596 theiltcn, stifteteder jüngere, Johann Ernst, a) die ältere LinieE.; er st. 1638 kinderlos, nachdem er seinen Bru-der beerbt hatte, u. sein Land fiel wieder an denHerzog Wilhelm von Weimar, seinen Vetter. Diesertheilte 1640 mit seinen Brüdern. Albrecht, der 7.Sohn des Herzogs Johann von Weimar, erhieltE. u. stiftete so b) die mittlere Linie E., die

aber schon 1644 mit ihm erlosch. Das damaligeE. wurde nun unter die zwei überlebenden Brü-der Wilhelm u. Ernst getheilt, u. bei einer aber-maligen Theilung der Söhne Wilhelms von Wei-mar 1672, erhielt der 5., Georg, E. u. stifteteo) die jüngere Linie E., die aber mit dessenEnkel, Wilhelm Heinrich, 1741 für immer erlosch.E. kam nun definitiv an Weimar. Die StadtE., 1070 von Ludwig dem Springer angelegt,wurde wegen der nahen Wartburg, der Residenzder Landgrafen von Thüringen, bald eine bedeu-tend reiche Stadt. 1597 wählte es Johann Ernststatt Marksnhls zur Residenz; 1636 litt die Stadtdurch Brand u. Plünderung von Seiten derSchweden; 1640—44 u. 1672—1741 war esResidenz einer eigenen Seitenlinie von Weimar;1742 erbaute Herzog Ernst August von Weimardas neue Schloß auf dem Markte, nachdem erdas alte auf der Esplanade hatte abtragen lassen;1810 wurden beim Aufstiegen von fünf französi-schen Pulverwagen zwei Straßen vernichtet undviele Einwohner getödtet. An der Stelle der bei-den Straßen ist jetzt der Explosionsplatz. Seit1852 werden hier Kirchenconferenzen der Deut-schen evangelischen Kirche, von den Regierungenbeschickt, gehalten. 1856 tagte in E. die 12. Con-ferenz der Zollvereinsstaaten u. am 6. n. 7. Oct.1872 die Conferenz der sogen. Kathedersocialisten.Vgl. Mei, Beschreibung der Stadt E., Eisen.1821; Storch, Beschreibung der Stadt E., ebd.1837; Senft, Geognostische Beschreibung der Um-gegend von E., ebd. 1857; Schwerdt u. Jäger,E. u. die Wartburg, 2. Aust., Eisen. 1871.

(Geogr.) H. 'Berns. (GeschO Henne-Am Rhhn.*

Eisenalanne, nennt man Doppelsalze vonder Zusammensetzung des gewöhnlichen Alauns(s. d.), in denen die schweselsaure Thonerde durchschwefelsaures Eisenoxyd vertreten ist. Eisenkali-alaun, Lz^üXKO^-j-^UzO, erhält man, in-dem man eine Lösung von schwefelsaurem Kalimit einer heißen, conccntrirten, mit etwas Schwe-felsäure versetzten Lösung von schwefclsaurem Eisen-oxyd mischt n. die Mischung längere Zeit bei einerniedrigen Temperatur (0°) stehen läßt. Er bildetfarblose Oktaeder, die aber wenig beständig sindn. schon beim Liegen an der Luft sich zersetzen;auch dis Lösung zerfällt beim Erwärmen n. lie-fert erst nach längerem Stehen, namentlich nachZusatz von etwas Schwefelsäure, wiederAlaunkrystalle. Der Eisena m monala n n,(I7Hj)2(b's2)(80j)4-l-24ll20, der auf ganz ähn-lichem Wege erhalten wird, bildet ebenfalls farb-lose Oktaeder. Er ist viel beständiger n. wird auchim Großen für Färbereien dargestellt. Hetzer.

Eisenantinionerz (Berthierit), Mineral vonstahlgrauer, wenig gelblicher od. röthlichcr Farbe,nicht deutlich krystallisirt, in derben Massen vonfaseriger, od. stenglichcr Strnctur, Härte 2 — 8 ,spec. Gewicht 4—4,^; ist eine chemische Verbind-ung von Schwefelcisen mit Schwefelantimon undwird häufig zur Gewinnung von Antimon benutzt.Findet sich in Brännsdorf bei Freiberg n. einigenGegenden der Auvergne.

Eisenbahn, s. Eisenbahnban, Eisenbahnen it.

Eisenbahn-Abgaben, s. u. Eisenbahngesetz-gebung III.