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Eicn.
seine löslichen Salze dagegen haben einen herben,lintcnartigen Geschmack. Es färbt die Zähne, be-schleunigt eine schon vorhandene Caries derselbenu. färbt den Stuhlgang grünlich bis schwärzlich.In geringeren Dosen längere Zeit angewandt,wirkt es belebend u. kräftigend auf den Stoff-wechsel, hebt den Appetit u. die Verdauung, be-wirkt eine lebhaftere Färbung der Schleimhäuteu. Wangen u. eine Steigerung der Körpertempe-ratur u. der Pulsfrequenz. In größeren Dosenstört es die Verdauung n. wirkt dadurch schädlich.In der Heilkunde spielt es schon seit den ältestenZeiten eine bedeutende Rolle und wird sowol inSubstanz (als feines Pulver), als auch in seinenVerbindungen vielfach angewandt; hauptsächlichin Zuständen, wo es darauf ankommt, die Kräftezu heben, so bes. in Schwächcznständen, die ohneFieber verlaufen (Blutarmuth, Bleichsucht), odernach schweren, langwierigen Erkrankungen (Ty-phus, Pocken rc.) zurückgeblieben sind. Eine sehrbeliebte Anwcndnngsform des E-s bilden fernerdie sog. E-wässer, d. h. eisenhaltige Mineralquellen,in denen das E-salz (meist kohlensanres Eisen-oxydnl, seltener schwefclsaurc oder andere E-salzeigewöhnlich durch reichliche freie Kohlensäure inLösung erhalten wird. Man wendet diese Quellenaußer bei den oben erwähnten Leiden auch nochbei manchen anderen, z. B. chronischen Katarrhender Harnorgane rc. an und zwar sowol innerlich,als Trinkkuren, als äußerlich, als Badekuren, oderverbindet, u. dies wol in den meisten Fällen, bei-des mit einander. Während bei den Trinkkurender so oft beobachtete günstige Erfolg dem mehroder minder reichen Gehalte an E. zuzuschreibenist, ist es bei den Badekuren fraglich, ob die E-bäder durch ihren Gehalt an E. wirken. Bielwahrscheinlicher ist der beim Gebrauch der E-bäderbeobachtete Erfolg dem Bade als solchen od. denim Bade sonst noch enthaltenen anderen Substan-zen zuzuschreiben, da eine Aufnahme des Eisensdurch die Haut durch nichts bewiesen ist. Zu denbekanntesten E-wässern gehören: Alexisbad, Alt-wasser, Hofgeismar, Driburg, Eger, Freienwalde,Lippspringe, Marienbad, Pyrmont, Schwalbach,Reinerz, Wildnngen, Spaa, Brückenau rc. Auchäußerlich werden E-salze häufig angewandt, alsadstringirende Mittel, bes. aber das E-chlorid alsblutstillendes Mittel (s. Eisenpräparate).
V. Statistisches. Die jährliche Productionvon Roheisen auf der ganzen Erde beträgt etwasüber 300 Mill. Ctr. Davon stellten dar:
Großbritannien. 1873 135,639,000
Nordamerika». Unionsstaaten 1873 54,799,000
Deutschland. 1873 37,212,000
Frankreich. 1873 28,080,000
Belgien. 1872 13,269,000
Österreich-Ungarn .... 1873 7,420,000
Rußland. 1872 7,008,000
Schweden. 1872 6,001,000
Luxemburg. 1873 5,150,000
Canada. 1872 2,054,000
Italien. 1872 1,499,000
Spanien. 1870 1,095,000
Norwegen. 1870 406,000
Südamerika. 1870 305,000
Schweiz. 1872 152,000
Asien. 1872 993,000
Afrika. 1872 406,000
Australien. 1872 203,000
Die officielle Statistik der Wiener Weltausstellungberechnete die Production auf 270,129,000 Ctr.,Wagners Chemische Technologie von 1873 auf253,252,000 Ctr., die Polytechnische Zeitung für1873 auf annähernd 300 Mill. Ctr. Die Pro-duction an sogen, fertigen Eisen, Gnßwaaren,Stabeiscn, Eisenbahnmaterial, Bleche rc. wirdalso etwa 200 Mill. Ctr. jährlich ausmachen.
VI. (Gesch.) Unsere Kenntniß der Anwendungdes Eisens reicht so weit zurück, wie überhauptunsere geschichtliche» Quellen sich erstrecken; wirwissen, daß die Ägypter sicherlich bereits 2000 v.Chr. eiserne Gerüche, wie Thllrangeln u. dgl.,verwendet haben, u. die Funde aus Ninive, diedas Britische Museum in London aufznweiscn hat,stammen mindestens aus dem 8. Jahrh. v. Chr.In den ältesten Zeiten verstand man nur Schmiede-eisen, d. h. kohlenstoffarmes Eisen, herznstellen,u. zwar geschah dieses in höchst einfachen Appa-raten, in sogen. Renuöfen. Diese Prodnctionsartherrschte ausschließlich vis in das 13. Jahrh. u.erhielt sich bis ans unsere Zeit in Indien, imInnern von Afrika, ja, selbst in Catalonien. Im13. Jahrh. trat eine Verbesserung durch die so-genannten Stiicköfen ein, welche bis ins 19. Jahrh.Verwendung fanden; noch in den 60er Jahrengab cs deren in Schweden, u. noch heute findetman sie im südlichen Ungarn. Durch eine viel-leicht zufällige Erzeugung einer höheren Tempe-ratur erhielt man in diesen Hohöfen an Stelledes Schmiedeeisens Gußeisen, das zuerst im Sie-gerlande, dann am Harz u. in England darge-stellt wurde. Einen bedeutenden Umschwung erhielt:die Eisenindustrie, als sich Mangel an Holzkohle,deni bisher ausschließlichen Brennmaterial, na-mentlich in England, dem Hanptproductions- u.Consumtionslande des Eisens, herausstellte u. mansich genöthigt sah, seine Zuflucht zur Steinkohlezu nehmen. Den ersten Versuch dieser Art machte1619 Dnd Dndlei, aber erst 1709 führte Darbyin Colebrookdale diese Methode in die Praxis ein.Von da ab verbreitete sich der Cokeshohofenbetriebmehr n. mehr, kam aber erst 1796 nach dem Con-tinent, wo in Gleiwitz der erste Cokeshohofen er-richtet wurde; 1821 folgte Cockerill in Seraing u.erst 1850 Westfalen n. Saarbrücken. Bei diesemBetriebe zeigte sich aber das seitherige Gebläse alsunzureichend; dem half 1760 Roebuck durch die Er-findung des Cylindergebläses ab, das jedoch bald durchdie Dampfgcbläse-Maschine wieder verdrängt wurde,deren erste 1784 nach Deutschland kam. Die Pro-Luctionsfähigkcit erhöhte sich bedeutend, als 1828Ncilson in Glasgow den Wind in erhitztem Zu-stande in Anwendung brachte. 1809 versuchte esder Franzose Anbertot, die Hohofengase zu ver-werthen, 1832 unternahm Faber du Fanre inWürttemberg Ähnliches, n. 1836 fand ein gleichesVerfahren in England durch Victor Sire Ein-gang. Die Herstellung des Schmiedeeisens aufrndirectem Wege wurde allgemeiner, als 1784Cort die Puddelöfen erfand, die Baldwyn Brogers1818 wesentlich verbesserte u. die 1824 zuerst inDeutschland eingesührt wurden. Die deutsche Eisen-
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