liefert jedesmal nicht inehr als 175—250 kc. bb)Frischproceß in Convertern: Man hatte
schon öfters die Idee veutilirt, das geschmol-zene Roheisen, anstatt es wie beim Herdfrischenin seiner Vertheilung durch einen Windstrom fallenzn lassen, in größeren Massen mittels Einleitenseines oder mehrerer Windströme zu entkohlen.Eine praktische Gestaltung und damit einen enor-men Einfluß auf das ganze moderne E-Hiitten-wesen gewann der Gedanke erst durch die von H.Bessemer (s. d.) begonnenen Versuche, denen sichdie ergänzenden Arbeiten der Schweden und derÖsterreicher anschlossen. Deutschland, Frankreichu. NAmerika adoptirten die von Bessemer gemach-ten Einrichtungen, während Schweden, znm Theilauch Österreich, selbständiger vorgingen. Heute sinddie Bessemeranlagen, obwol sie allcsammt nurStahl, nicht, was Bessemer sich vorgestellt, Schmiede-eisen fabriciren, in großer Anzahl vorhanden undman gibt die Zahl der Hüttenwerke an fürEngland auf 21 Werke m. 105 Frischapparat.Preußen „ >4 „ „ 6l „
Oesterreich „ 12 „ „ 30 „
Bayern „ 2 „ „ 4 „
Sachsen „ I „ „ 4 „
Els.-Lothringen „ I „ „ 2 „
Frankreich „ 8 „ „ 25 „
Belgien „ 2 „ „10 „
NAmerika „ 8 „ „ 16 „
zusammen auf 60 Werke m. 257 Frischapparat.,welche bequem 2^ Mill. Tons Fertigproducteliefern können, aber im Stande sind, auch 5 Mill.Tons zu machen. Diese Werke sind meist erstseit 1867 entstanden, nur wenige vor dieser Zeit,n. haben eine vollkommene Umwälzung der ge-summten E-industrie zur Folge gehabt. Die An-wendung eines weichen, aber hart- und gießbarenStahls in dem Eisenbahn- u. Maschinenban, all-mählich angebahnt, hat stetig zugenommcn u. wirdaus den genannten Gebieten das Schmiedeeisenwol nach u. nach ganz verdrängen. Das Principdes Bessemerprocesses ist das, geschmolzenes Roh-eisen (3—5000 L), wie es entweder der Hohofendirect liefert, od. wie es aus Umschmelzapparatenhervorgeht, in ein bewegliches, um eine horizontaleÄxe drehbares Gefäß, das stark mit feuerfestenSubstanzen gefüttert ist, zn leiten, dann ans demin dieser Lage des Gefäßes unbedeckten Boden des-selben zahlreiche 50 — 70 Windstrahlen von je 1am Stärke Hervorbrechen zu lassen, das Gefäßanfzurichten, so daß der Wind durch das Roheisenströmen muß u. damit so lange sortzusahren, bisdie Oxydation der fremden Bestandtheile, die oftaugenblicklich, oft einige Minuten nach dem Aus-richten begonnen hat, beendet ist, wovon mansich durch Proben überzeugt. Die vollkommendurchgeführte Oxydation liefert ein zwar entkohl-tes, aber durch Öxydbeimeugungen unbrauchbargemachtes Product, welches, um technisch ver-werthet zu werden, wiederum bis zu einem ge-wissen Grade mit Kohlenstoff (an E. od. Mangangebunden) versetzt werden muß. Man erhält dannnach Maßgabe der Zusätze ein mehr od. minderweiches Product (0,20—0,sg °/o Kohlenstoff), das znverschiedenen Zwecken tauglich ist (s. Stahl). 00)Frischen in Flammenöfen (Puddeln). Zum
Puddcln kann sowol weißes als graues Roheisenangewendet werden, das erste ist aber vorzuziehenu. wird neuerdings ausschließlich dazu verwendet.Man erhält es entweder gleich als solches ausdem Hohofen od. gewinnt es aus dem grauendurch das Fein- oder Raffinirschmelzen in Fein-od. Raffinirherdcn mit Gebläse. Man schichtetdie Roheisengänze mit Cokes, nachdem der Ofenangewärmt ist, und setzt das Gebläse in Gang,worauf die Schmelzung leicht erfolgt; man rührtdie flüssige Masse öfters um n. sticht sie in feuch-ten Saud n. gußeiserne Formen ab. Das Pud-deln erfolgt nach der alten Methode so, daß man175—250 ic E. auf dem mit E-schlacken oderE-erzen garnirten Herd eines Flammenofeiis(Puddelofen), bei Luftzutritt so lange erhitzt, biscs breiartig zn werden anfängt, dann schließtman die Öffnungen, wendet das E. n. verbreitetes gleichförmig über den ganzen Herd, man fährtmit dem Dnrcharbeitcu fort, bis das E. sand-artig erscheint, es zerfällt in viele kleine Brocken,die nicht den nöthigen Hitzegrad besitzen, um aneinander anznschweißen. Nachdem die Schlackenentfernt sind, gibt man schnell eine starke Hitzen. sucht die einzelnen Brocken zn Klumpen (Balls)zn vereinigen, welche ans dem Ofen genommenu. unter Hämmern n. Lnppenqnetschmaschinen ge-zängt werden, wodurch die Masse dichter und dieSchlacken ausgepreßt werden. Die so znbereitetenBalls werden in besonderen Schwcißöfen, niedri-gen Flammenöfen, weißglühend gemacht, unterdem Hammer zu parallelepipcdischen Stücken ge-schlagen und dann zn Stäben ausgewalzt. Nachder neueren, jetzt fast ausschließlich angewendetenMethode wird das E. rasch und auf eingesetzterGarschlacke niedcrgeschmolzen, mit Krücken, deren3—7 Stück nach einander warm gemacht werden,umgerührt und damit so lange fortgefahrcn, bisdas E. dick zu werden anfängt u. bis aus dem dieOberfläche bedeckenden Schlackenbade weißglllhendeSpitzen des sich bildenden Stabeisens heraussehen,(Steigen des E-s), dann arbeitet man unter stetemWenden der Charge das E. mit Brechstangendurch, theilt den ganzen Satz in Portionen vonca. 30—50 Ic u. ballt dieselben zu Luppen, die,gehörig durchgeheizt, in einer Hitze abgezängt u.zu Flachstäben, den sogenannten Rohschienenverwalzt werden. Aus diesen Rohschienen entste-hen durch Zerschneiden, Aufeinanderschweißen,Paketiren und Auswalzen die verschiedenen Stab-eisensorten, Bleche, das Drahtmaterial u. s. f. (stE-blech, E-draht). Bald ist der Querschnitt derStäbe quadratisch (Quadrateisen), bald flach recht-eckförmig (flaches E., Reifeiscn, Bandeisen), baldkreisförmig (Nnndeisen); dünne Stäbe die nichtweiter glatt geschmiedet sind, heißen Zaineisen,Krausesten, Knoppereisen.
0) Über Stahl s. das Nähere u. d. betr.Artikel,
v) Über die E-verbindungeu (E-alaun, E-bro-mid, E-cyanid rc.) st die betr. Art.
IV. (Med.) E. bildet einen beständigen u. sehrwejentl. Bestandtheil des menschlichen Organismus.Es findet sich hauptsächlich im Blute u. zwar in:Hämoglobin der rothen Blutkörperchen (s. Blutllll. Band S. 557). Es selbst ist geschmacklos,