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Eisen.
2) Ernst Wilh. Bernhard, Bruder des Bor.,geb. 27. Sept. 1792 in Berlin; machte auch dieFeldzüge 1813 — 15 als Freiwilliger mit, wardann bis 1819 öffentlicher Lehrer der Turnkunstin Berlin, kam mit Jahn in Untersuchung, lebtespäter als Privaklehrer der Turn- n. Fechtkunstin Berlin u. st. 22. Aug. 1846 in Misdroy aufder Insel Wollin. Er stellte mit Maßmann neueTnrngeräthschasten auf u. brachte die Hanteln inDeutschland in Aufnahme. Er schr. mit Jahn:Die Deutsche Turnkunst, Berl. 1816; Das deutscheHiebfechten, ebd. 1818; Abriß des deutschen Stoß-fechtens, nach Kreußlers Grundsätzen, ebd. 1826;Die Hantelübungen, ebd. 1836; Turntafeln 1837;Merkbüchlein für Anfänger im Turnen, 1838;Über Anlegung von Turnplätzen u. Leitung vonTurnübungen, 1844; Stoßfechttafeln. Schroot.*Eisen (lat. 8orrnw), I. (8s — 56, als sechs-werthiges Doppelatom (lCsz) — 112, Chem.),das verbreitetste u. nützlichste aller Metalle. Che-misch reines E. ist von silberweißer Farbe,starkem Metallglanze u. mnschligem, schuppigem,manchmal auch krystallinischem Bruche. Sein spec.Gew. ist — 7,g7. Es nimmt leicht eine gute Po-litur an, ist hämmerbar u. besitzt eine große Zäh.igkeit, aber geringe absolute Festigkeit. In derRothglühhitze, weit unter seinem Schmelzpunkte,erweicht es, so daß zwei Stücke durch Pressen,Walzen od. Hämmern sich zu einem vereinigenlassen — es ist schweißbar. Erst in den höch-sten Temperaturen schmilzt es u. zeigt dann nachdem Erstarren krystallinische Structur. Bom Mag-neten wird es angezogen, vermag aber nicht bleibendmagnetisch zu werden. Bei gewöhnlicher Tempe-ratur bleibt es in trockener Luft unverändert, inder Rothglühhitze oxydirt es sich u. überzieht sich miteiner Schicht von E-oxyduloxyd (Hammerschlag);in feuchter Lust, sowie in Berührung mit lufthal-tigem Wasser rostet es, d. h. ^es verwandeltsich in E-oxydhydrat (Rost). Kommt es in derRothglnth mit Wasserdampf zusammen, so zersetztes das Wasser, indem sich E-oxyduloxyd u. freierWasserstoff bilden. Verdünnte Schwefelsäure undSalzsäure lösen es unter Wasserstoffentwickelungleicht auf, indem sich schwefelsaures E-oxydul(E-vitriol) resp. E-chlorür bildet. VerdünnteSalpetersäure verwandelt es rasch in salpetersau-res E-oxyd, in concentrirter Säure bleibt es voll-kommen unverändert, indem es in einen eigen-thümlichen Zustand, den passiven, übergeht. —Das aus Eisenerzen hüttenmännisch gewonneneMetall ist keineswegs rein, sondern enthält wech-selnde Mengen von Kohlenstoff, Silicium, Schwefel,Phosphor u. Mangan, wodurch seine Eigenschaf-ten ganz wesentlich modificirt werden. In chemischreinem Zustande erhält man es, indem man künst-lich dargestelltes reines E-oxyd in einem Stromevon reinem Wasserstoff möglichst schwach erhitzt u.das Product im Wasserstoffstrome vollständig er-kalten läßt; es bildet dann ein schwarzes, glanz-loses Pulver, das unter dem Polirstahle Metall-glanz annimmt n. schon bei gelindem Erwärmenan der Luft zu E-oxyd verglimmt. Steigert mandie Temperatur während der Reduction bis zurRothglnth, so erhält man eine dichtere, aus grau-weißen Blättchen bestehende Masse, die an der
Luft erst bei stärkerem Erhitzen sich entzündet u.unter Funkensprllhen zu E-oxyd verbrennt. Auchaus neutralen Lösungen von E-chlorür od. schwe-Asanrem E-oxydul (E-vitriol) läßt sich metallischesE. abscheiden, indem mau einen elektrischen Stromdurch sie leitet. Das an der negativen Elektrode sichabscheidende E. bildet je nach der Stärke desStromes und der Größe der Polplatten entwedereine graue schwammige Masse, oder kleine zer-reibliche Blättchen, enthält aber stets bedeutendeMengen von Gas (hauptsächlich Wasserstoff), nachLenz bis 185 Volumina — in seinen Poren ein-geschlossen, von denen es nur durch Erhitzen imluftleeren Raume befreit werden kann.
II. (Min.) Das E. kommt in der Natur vor:ä.) als gediegenes E., es krystallisirt in regu-lären Oktaedern, ist spaltbar nach den Würsel-flächen, im Bruch hakig, spec. Gew. 7—7,g, hatdie Härte des Feldspaths, stahlgraue, ins Weiß-liche fallende Farbe, läuft schwarz an, wird vomMagnet stark angezogen; enthält oft auch Nickel,Chrom u. a.; sehr strengflüssig; in Salzsäure auf-löslich. Man unterscheidet a) Tellurisches E.(gegrabenes, terrestrisches oder fossiles E.), kry-stallisirt od. in Körnern und Blättchen, auch derbu. eingesprengt, ist oft ganz rein, zuweilen koh-lenstoffhaltig, selten findet sich darin Blei undKupfer. Es findet sich bei Mülhausen in Thü-ringen in E-kiesknollen eines Keuperkalksteins, so-wie bei Cbotzen in Böhmen innerhalb knolligerConcretionen, welche ans E-kiesknollen entstandensind; in großer Menge anstehend, soll es die Ge-gend am St. Johns River in Liberia aufweisen;ferner kommt es zu Minas Geraes in Brasilien,Kanaan in Connecticut, im Goldsand am Altaiu. im Platinsand des Ural vor. Nach Andrewsenthalten viele basaltische Gesteine gediegenes E. inmikroskopisch feinen Theilchen eingesprengt, b)Meteor-E. (Meteorisches E.); dieses ist kosmi-schen Ursprungs (s. u. Meteorsteine) u. findet sichoft in großen Klumpen an der Erdoberfläche,bildet zackige, zellige und poröse in den Meteor-steinen eingesprengte Massen, enthält in der RegelNickel (3 — 8"/o, selten 20"/o), zuweilen auchKobalt, Chrom, Zinn, Kupfer, Mangan undMolybdän. Zu Hraschina bei Agram in Kroatienfiel 1751 ein Stück von 35,s KZ; durch besondereGröße u. Schönheit zeichnen sich bes. die E-mafsenvon Braunau u. Seläsgen, der Gegend des Je-nissei u. des Sisim aus, ferner die von Krasno-jarsk, 800 ÜA schwer, die bei Lenardo in Ungarnvon 97 ÜA, in Mexico mehrere Klumpen von1000—1500 üxx, in Louisiana von 1500 amFlusse Bendegö in Brasilien von 8500 ÜA rc.;kleinere Massen sind häufiger und sollen bes. aufdem Maguragebirge in Ungarn, in SAmerika u.SAfrika in großer Menge gefunden werden. 8)Sehr häufig tritt das E. als Bestandtheil ande-rer Mineralien ans, die oft so reich daran find,daß sie mit Vortheil zur Gewinnung des E-s be-nutzt werden können und daher E-erze genanntwerden.
III. (Techn.) Der Grund, daß das E. einemannigfaltige Anwendung findet u. immer gefun-den hat, liegt außer seiner Wohlfeilheit in seinenEigenschaften, da es sich sowol durch Härte und