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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Beutel von wasserdichtem Stoffe (z. B. Thier-blasen, Pergamentpapier- oder Kautschuksäcke), so-genannte E-bentel, füllt u. diese ans die betreffen-den Stellen legt. Vorzüglich wendet man es indieser Weise an bei entzündlichen Assertionen sowolinnerer, wie äußerer Organe (z. B. Gehirn-,Lungen-, Rippenfell- rc.-Entzündnngen), dann beiBlutandrang nach dem Kopfs, den Lungen, beiZellgewebsentzündungen, Verletzungen, Knochen-brüchen, besonders aber bei Kopfverletzungen mitoder ohne Schädelbruch, zur Stillung von Blut-ungen bei Verletzungen od. chirnrg. Operationen.

Das E. ist in den letzten 26 Jahren einHandelsartikel geworden, dessen Umsatz raschgroßartige Dimensionen angenommen hat n. nochstets im Aufschwung begriffen ist. Heute schongehört es zu den Gegenständen des Welthandels.Namentlich ist dies in NAmerika der Fall, wo Bostonden Hauptstapelplatz für diesen Handel bildet; inzweiter Linie steht New-Aork. Von diesen Emporienwird das E. nach Central-Amerika, Westindicn n.SAmerika, nach OAsien, ja bis in die Südseeu. nach Afrika verschifft u. schon vor 10 Jahrenbetrug die Ausfuhr Bostons etwa 200,000 Tonnenjährlich. Für Europa ist Norwegen das Haupt-ausfuhrgebiet für E., größtentheils aber nur nachden südl. Gegenden zur See, bes. seitdem in dennördl. Regionen die E-keller immer allgemeinergeworden sind n. die E-maschinen mehr u. mehrEingang gefunden haben. Nach gelinden Winternist auch schon Schweizer Gletschereis exportirt wor-den. Die Verpackung des Eises geschieht in der-selben Weise, wie in den E-kellern (s. o.). DerHauptconsum des Eises fällt auf die Bierbrauerei.

I. (Phhs.> Wimmemmer LI. (Geol.) Lehmann. II. Güseler.

(Med.) E. Berns. (Mercant.) Schroot.

kks (Musik), die 6. Stufe der diatonisch-chro-matischen Tonleiter, das durch ein Kreuz um einenhalben Ton erhöhte o.

Eisack (Eisach), 85 km langer Nebenfluß derEtsch in Tirol, entspringt am Südabhang desBrenner, fließt in südl. Richtung, nimmt beiBrixen die Rienz auf und mündet bei der BurgSiegmundskron unterhalb Botzen.

Eisanhang, bildet sich an den Zweigen derBäume, wenn die Temperatur derselben entwedervor eintretendem oder nach stattgehabtem Re-gen od. Than unter den Gefrierpunkt sinkt, undverursacht häufig das Abbrechen der Baumgipfeln. Äste, zuweilen das Zusammenbrechen ganzerHolzbestände. Ein solcher ungewöhnlich verheer-ender Estsbruch, dem viele tausend Klafter Holzerlagen, betraf im Nov. 1858 die Waldungen derbayer. Pfalz. Gegenmittel rc. wie beim Dnftan-hang. Wimmenauer I,.

Eisbär, s. Bär S. 657.

Eisberge (Eisflösse), die schwimmenden Eis-massen der arktischen Meere. Sie haben oft un-geheure Dimensionen. Man hat E. beobachtet,die bei 1015 km Länge und Breite über denWasserspiegel 70100 m emporragten, währendsie bei ihrem, dem Wasser nur wenig zurücksteh-enden specifischen Gewicht, um das siebenfacheihrer Höhe in das Meer eintauchen müssen. Siestammen von den arktischen Gletschern her, vondenen sie sich, unter der Einwirkung von Stürmen

Eisclen.

n. Wellen, sobald sie eine entsprechende Tiefe er-reicht habe», loslösen. Sie sind oft mit Schutt- ;Massen belastet, deren Gewicht man schon aus I !bis 2 Mill. Ctr. schätzte; dabei sind an ihrerBasis Sand- n. Felsmassen eingebettet, mit denensie den Meeresgrund bei Untiefen glätten undfurchen. Durch die polaren Meeresströmungenwerden die E. in die gemäßigten Zonen fortge-trieben, wo sie endlich, oft erst in einer Breite !von 37 n. 36 Graden, unter der vereinigten Ein-wirkung der Sonnenstrahlen und des wärmerenSeewassers, schmelzen u. dabei die mitgeführtenFelstrümmer als erratische Blöcke auf dem Meeres-gründe zurücklassen. - Lehmann.

Eisblnme, ist Llsssmbr^antligmnm orz-stal-kinnm.

Eisbrecher, 1) (Eisbock), ein Ban aus Holz, ;Eisen oder Steinen, welcher den Brückenpfeiler»stromaufwärts vorgelegt wird, um das herabkom-mende Eis zu brechen n. so seinen Druck auf diePfeiler zu schwächen oder aufznheben. Diese E.haben u. a. die Form eines stromaufwärts sichin das Wasser hinabsenkenden Keiles u. besitzen,je nach der Größe der Brückenpfeiler, der Gewaltder Strömung und des Eisdrnckes entweder garkeine Breitenausdehnung, d. h. bestehen nur auseiner einzigen Pfahl- oder Säulenreihe mit schrägaufgelegtem Eisbanm, oder aber sie sind auchseitlich verstrebt u. gehen dann auch seitlich strom-aufwärts spitz zu. 2) Der eiserne Beschlag amVorsteven bezw. Bug der Eismeerfahrer, welcherdie Beschädigung des Holzwerkes durch den Stoßdes Treibeises abwehrt. 3) Besonders construirteDampfschiffe, gewöhnlich Räderdampfer, von starkerMaschinenkraft, welche zum Zerbrechen des Eisesin Häfen n. Strömen bestimmt sind, um Störun-gen der Schifffahrt durch Eis zu verhindern oderaber frühere Eröffnung u. späteren Schluß der-selben herbeiznführen. Ursprünglich rannte manmit dem Vorsteven in das Eis hinein, suchte eszu spalten n. die abgetrennten Schollen mit denNädern zu zertrümmern, jetzt erreicht man diesenZweck leichter dadurch, daß man mit dem Vor-schiff auf das Eis hinaufläuft u. dieses durch die ,Schwere des Schiffes zerdrückt. Zu dem Ende -läuft das Vorende des Kiels schon stark nach obenauf u. geht in schlanker Curve in den Vorstevenüber. Außerhalb ihres Dienstes als E. fungirendiese Schiffe als Schleppdampfer. Fff'-

Eiscalorimeter, Apparat zur Bestimmungder specifischen Wärme durch Schmelzen von Eis;s. u. Wärme.

Eischimmel, s. Oläinm.

Eisclcn, 1) Joh. Friedr. Gottfr., Staats-rechtslehrcr, geb. 21. Sept. 1785 in Rothenburga. d. Saale; studirte Theologie, machte als frei-williger Jäger die Feldzüge 181315 mit, wid-mete sich dann in Berlin den Staatswissenschaftenn. wurde 1821 Professor in Breslau und 1829in Halle, wo er 3. Oct. 1865 starb. Er war seit1854 Mitglied des preuß. Herrenhauses; schrieb:Grmidzüge der Staatswirthschaft, Berlin 1818;Handbuch des Systems der Staatswissenschaft,Berl. 1828; Die Lehre von der Bolkswirthfchast,Halle 1843; Gesch. des Lützowschen Freicorps,ebd. 1841; Der Preußische Staat, Berlin 1 SL 2 .