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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Eis.

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legt u. besteht meistens aus zwei Thüren, deren. Zwischenraum mir schlechten Wärmeleitern erfüllti ist. Einfache E-gruben bestehen häufig nur aus^ vier doppelten Bretterwänden, deren Zwischen-raum von ca. 2 /g m mit Kohlenasche gefüllt wird.^ Der innere viereckige Raum wird mit einer Lagevon Reisig belegt, darauf das E. geschichtet u. dieses- bis zu dem den Abschluß nach oben bildenden Dachej mit einer dicken Lage von Stroh bedeckt. Kleinerek runde E-keller erhalten meist ein kegelförmiges? Strohdach u. es werden auch die Wände nur aus( zusammenbebundenem, durch Stangen gehaltenemStroh gebildet. Je dicker die Wände, je schattigerl der Ort, u. je größer die Masse des Eises, um solänger wird sich dasselbe halten. Natürlich darfdabei der E-keller so selten als thnnlich geöffnets werden. Will man Fleisch darin conserviren, so

> wird dazu am besten ein für sich zugänglicher! Vorranm eingebaut.

Künstliches E. wird entweder mit Hilfe vons schon vorhandenem Eise oder durch E-Maschinenj erzeugt. Der ersteren Methode bedient man sicht zur Herstellung der gefrorenen, mit Zucker, Milch! u. s. f. versetzten Frnchtsäste Gefrorenes( in Conditorcien. Man bringt die Mischung, dieman gefrieren lassen will, in einem verschlossenen,

> meist zinnernen Gefäße (E-büchse) in eine größere,s meist drehbare Trommel u. füllt den Zwischen-raum beider Gefäße mit einem Gemenge von

j Kochsalz u. E., wodurch die erforderliche Kältej! hervorgernfen wird. Statt des erwähnten Ge-j menges kann man auch andere Kältemischungen( verwenden. Man benennt das so znbereitete E.je nach den Ingredienzen, welche dazu benutztwerden: Ananas-, Angelica-, Anis-, Apfelsinen-,Aprikosen-,Bisquit-,Brod-,Chocoladen-, Citronen-,H Kaffe-, Kirschen-, Pfirsichen-, Mandel-, Rahm-,j Punsch-, Vanillen-, Erdbeer-, Himbeer-E. rc.Das CrAne-E., welches consistenter n. fester alsdas Obst- u. Frucht-E. ist, dient auch für Tafel-Aufsätze. Was die E-maschinen betrifft, so be-' ruht ihre Wirkung meistens darauf, daß ein Körper,der schnell verdunstet, seiner Umgebung Wärmeentzieht. So kann man Wasser unter der Glockeder Lustpumpe znm Gefrieren bringen, indemnian ein Gefäß mit concentrirter Schwefelsäurennt unter die Glocke stellt u. die Luft auspumpt.Die Schwefelsäure nimmt die Wasserdämpfe aufu. erhält die Luftleere. E-maschinen, die hieraufsich gründen, sind für Haushaltungen empfohlen;aber wegen der gefährlichen Handhabung der^ Säure bedenklich. Im Großen verwendet manH namentlich die Carreschen E-maschinen, welchedas E. dadurch bilden, daß eine sehr viel Ammo-^ niak enthaltende Lösung von Ammoniak in WasserH leicht verdunstet u. dabei benachbartes Wasserzum Gefrieren bringt. Carrbs Congelator fürj Ammoniak ist in seiner einfachsten Form in Fig. 3" der Tas. Wärme II. abgebildet. Er besteht anszwei hermetisch abgeschlossenen Gefäßen, L. (mit demAussatz L) u. 0, welche durch ein Rohr rr ver-bunden sind. Das die Ammoniakflüssigkeit ent-haltende Gefäß wird erwärmt; dann wird dasAmmoniak in das andere Gefäß 0, welches durchWasser gekühlt wird, überdestillirt. Hierauf kühlt^ man das Gesäß ^ durch kaltes Wasser ab, während

0 in v gebellt, der Zwischenraum mit Alkohol ge-füllt u. v dann in ein größeres mit Wasser ge-fülltes Gefäß eingesetzt ist; so wird das Ammo-niak znrückdestilliren u. dadurch das Wasser, wel-ches das Gefäß v umgibt, zum Gefrieren bringen.Statt des Ammoniaks wird auch Äther angewendet.Eine der einfachsten dazu geeigneten Vorrichtungenversinnlichen Fig. 4 u. 5 derselben Tafel. DerCongelator ^ besteht aus einem weiteren Cy-linder, in welchen ein engerer und oben offenerCylinder L so eingesetzt ist, daß der Zwischenraumzwischen beiden einen luftdicht abgeschlossenenRaum bildet, welcher eine Anzahl von kegelför-migen, den Cylinder L umgebenden, mit Äthergefüllten Gefäßen enthält. I) ist eine Luftpumpe,ein Cylinder, in welchem ein Kolben sich luftdichthin- u. herbewegen kann, u. der sich an jeder Seite inein mit2 Ventilen versehenes Ventilkästchen (Ou. 6Höffnet. Geht der Kolben nach rechts, so öffnetsich das untere Ventil von 6 n. das obere von6'; bei der entgegengesetzten Bewegung des Kolbensöffnet sich das untere Ventil von 6' u. das oberevon 0; so daß in beiden Fällen Ätherdampf ausdem Congelator hinter dem Kolben in die Luft-pumpe ein-, zugleich aber auch der vor dem Kolbenbefindliche Ätherdampf aus der Luftpumpe aus-strömt und nach dem Condensator §, einem vonkaltem Wasser umgebenen Schlangenrohr, getriebenwird, wo er sich verdichtet u. in flüssiger Formbei ll in den Congelator zurückfließt, in welchemer durch die Wirkung der Luftpumpe fortwährendwieder verdampft. In die Zelle L ist das mitWasser gefüllte Gefäß 0 eingesetzt, der Zwischen-raum zwischen Beiden ist mit Alkohol ausgefüllt,Durch die in L. entstehende Verdunstungskältewird das Wasser in 0 znm Gefrieren gebracht.Ferner ist es eine längst bekannte Thatsache, daßstark comprimirte Luft, wenn man sie sich aus-dehnen läßt, eine sehr niedrige Temperatur an-nimmt. Im Großen ist eine darauf gegründeteE-maschine von Windhausen in Braunschweig, inDortmund wohl zuerst ausgefllhrt. Eine großeDampfmaschine besorgt dabei die Compression derLuft. Da sich hierbei die Luft stark erwärmt,muß sie durch Wasser gekühlt werden. Läßt mandieselbe dann sich ausdehnen, so wird sie so kalt,daß man sie zur E-erzeubnng od. direct zur Ab-kühlung der Räume, in die man sie strömen läßt(z. B. der Bierkellers benutzen kaumE. wird in der Medicin sowol innersich, wieäußerlich vielfach angewandt. So benutzt manes neuerdings häufig bei entzündlichen Schwell-ungen der Organe der Mund- u. Rachenhöhle,indem man kleine Stückchen E. (sogen. E-Pillen)einfach in den Mund nehmen und langsam darinschmelzen läßt, ferner wendet mau solche E-pillenan bei verschiedenen Magenerkrankungeu (Magen-blutuugen, reizbarer Magenschwäche, häufigemBrechen), in fieberhaften Zuständen zum Stillendes Durstes rc. Äußerlich wendet man es an inForm der sog. kalten Umschläge, indem man zn-sammengefaltete Stücke Leinwand, Servietten, Ta-schentücher, kleine Handtücher rc., die auf E. ge-legen haben u. die man immer schleunigst wechselnmuß, aus die betreffenden Stellen legt, oder indemman es in kleinere Stücke zerschlägt und diese in