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Eis.
Temperatur auf den E-punkt gesunken wäre, dieganze Wassermasse eines Flusses, Teiches u. s. w.ebenfalls ans diese Temperatur abgekühlt sein u.bei fernerer Entziehung von Wärme würde danndas entstehende E. ans den Grund des Gewässerssinken, so daß bei andauernder Kälte die gesammteWassermasse von unten nach oben gefrieren müßte.Die Sommerwärme würde nicht ansreichen, dieseE-maffen zum völligen Schmelzen zu bringen,u. eine völlige Vereisung des Erdballs wäre dieunausbleibliche Folge. Ganz verschieden von demVorgänge der E-bildnng in stehenden ist diejenigein rasch fließenden Gewässern. Hier werdeninfolge der beständigen Bewegung die kälterenWasserschichten mit den wärmeren gemischt, so daßdie ganze Wassermasse eines Flusses, wenigstensan den Stellen rascherer Strömung, stets dieselbeTemperatur besitzt. Die E-bildung ist daher hiernicht, wie bei stehenden Gewässern, ans die Ober-fläche beschränkt, sie muß vielmehr überall da be-ginnen, wo dem Wasser, nachdem es durch seineganze Masse ans 0» abgekühlt ist, noch mehrWärme, also seine latente Wärme, entzogen wird;von dem zuerst entstandenen Eise ans geht danndie E-bildung weiter, ebenso wie jede Kristalli-sation. Eine Stelle, an welcher die E-bildunghäufig beginnt, ist das Ufer, wo dem Wasser durchden kalten Erdboden die latente Wärme entzogenwird; von dem Ufereise ans verbreitet sich inlangsam strömenden Flüssen die E-bildung all-mählich über die ganze Oberfläche. Bei raschströmenden Flüssen ist aber der Hauptherd derE-bildung der Grund des Flußbettes, u. zwaran solchen Stellen, wo dieser bedeutendere Un-ebenheiten (Steine, Felsvorsprüuge rc.) besitzt.Hier bildet sich aus bis jetzt noch nicht genügendaufgeklärten Ursachen das allbekannte Grund-E.von blätterig-schwammiger Strnctur. Dieseshaftet an den Steinen rc. am Grunde fest, steigtaber, wenn die Massen eine hinreichende Größeerlangt haben, vermöge seines geringen spec. Gew.in die Höhe, indem es dabei die anhaftendenSteine, Sand, Wasserpflanzen, Ankerketten rc.mit in die Höhe nimmt u. treibt dann den Stromentlang — Treib-E. —; sind die treibendenE-schollen in großer Zahl vorhanden, so versperrensie an Biegungen, engeren Stellen oder Wehrenden Fluß, sie frieren dann zusammen u. bilden,indem das zwischen ihnen befindliche Wasser eben-falls gefriert, eine den ganzen Wasserspiegel über-ziehende E-decke: der Fluß kommt zum Stehen.— Das Meerwasser gefriert, wie alle Salz-lösungen, erst mehrere (je nach dem Salzgehalte2H—5) Grade unter Null. Dabei scheiden sichdie in demselben gelösten Salze aus (so daß ge-schmolzenes Meer-E. süßes Wasser gibt), es bildetsich daher neben dem Eise eine stärkere Salzlös-ung. Hierauf beruht eine Methode zur Gewinn-ung von Salz aus dem Meerwasser. Das Meer-wasser hat nicht, wie das süße Wasser, ein Dich-tigkeitsmaximnm; das ans den Gefrierpunkt er-kaltete Wasser der Meeresoberfläche sinkt daher,wenn auch sehr langsam, unter; Edlund hat ge-zeigt, daß im Meerwasser leichter, als im süßenWasser, ein Gefriervorzug eintritt, und daß indiesem Falle an den Ufern durch die Brandung,
ans hoher See durch Schneefall od.durch den Schlageines Ruders, oder endlich bei starker Abkühlungdes untersinkenden überkälteten Wassers sich PlötzlichE. bildet, welches, in Form von Tafeln vonbreiiger Consistenz, „Pfannkuchen", zuweilenans sehr großer Tiefe an die Oberfläche tritt;diese Schollen bilden in größeren Massen dasPack-E. Nur in Buchten bildet sich zuweileneine glatte zusammenhängende E-decke, Bai-E.Auch als Schnee bildet das E. mächtige Ab-lagerungen, welche zum Theil noch dadurch anMächtigkeit gewinnen, daß sie im trockenen u.lockeren Zustande dllnenartig aufgeweht werden.Durch theilweises Schmelzen u. darauf folgendesZnsammenfrieren geht der Schnee in den kör-nigen Firn über, welcher in Thalweitungen derHochgebirge das Material zur Bildung desGletschereises bildet. In den Polargegendenerreichen die Gletscher oder E-ströme das Meer,brechen dort ab u. ihre Bruchstücke treiben alsE-berge zahlreich auf den Polarmeeren. In ge-mäßigteren Zonen schmelzen die Enden der Gletscherab, ehe sie Las Meer erreichen u. verwandeln sichin Wasserläufe. Über die dynamischen Wirkungendes Eises vgl. die Art. Gletscher u. Erosion.
II. TechnischeVerwendung, Aufbewahr-ung u. künstliche Darstellung des Eises.Das E. ist für manche Gewerbe ein wichtigesHilfsmittel, um niedrige Temperaturen zu er-halten. Namentlich werden in Bierbrauereiendie Gähr- u. Bierkeller im Sommer durch E.kühl erhalten, dann wird Fleisch in durch E. ge-kühlten Schränken conservirt (selbst aus heißenLändern in der Weise zum Export gebracht), über-haupt gibt es eine große Zahl von organischenStoffen, welche höhere Temperaturen nicht ver-tragen u. durch Kühlung mit E. künstlich erhaltenwerden. So werden auch für HaushaltungenE-schränke zur Aufbewahrung von Speisen sehrnützlich. Dieselben sind Schränke mit doppeltenWänden, deren Zwischenraum von etwa 18 ommit schlechten Wärmeleitern (Häcksel, Spreu, Haa-ren u. s. f.) ausgesllllt ist. Ebenso ist die Thllreaus solchen ausgefüllten Doppelwänden gebildet.Im Innern befindet sich am besten oben ein Be-hälter aus verzinktem Eisenblech, der etwa 50 ügE. faßt u. darunter ein Raum zur Aufbewahrungder Speisen u. Getränke. Da das E. allmählichabschmilzt, ist alle 8—10 Tage eine neue Füllungmit E. erforderlich.
Zur Aufbewahrung von E. im Großen dienenE°kellcr oder E-gruben. Dieselben wurdenfrüher meist unter der Erdoberfläche angelegt,neuerlich wol mehr auf derselben. Soll das E.sich gut halten, so müssen möglichst große Mengendesselben bei recht niedriger Temperatur in denKeller gebracht werden. Damit sie zu einer com-pacten Masse zusammensrieren, werden sie mitWasser begossen. Dann ist dafür zu sorgen, daßWände, Boden n. Dach aus möglichst schlechtenWärmeleitern bestehen (Stroh, Laub, Asche u. dgl.),daß der Luftzutritt von außen verhindert u. fürAbfluß des Schmelzwassers gesorgt wird, jedochso, daß der Abflußkanal stets durch Wasser abge-schlossen ist, um den Lufteintritt zu verhüten.Der Zugang wird am besten möglichst hoch