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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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Eis.

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werden der bis dahin latenten Wärme des Wassersaus den E-Punkt steigt. Während des Gefrierensdehnt sich das Wasser stark aus, so daß E. spec.leichter ist als Wasser. Eine merkwürdige Eigen-schaft des Eises ist das Zusammenfrieren od.die Regelation zweier Eisstiicke, welche statt-findet, wenn dieselben im Wasser (auch in warmem)gegen einander gedrückt werden (s. Regelation).

Das E. erscheint in mächtigen Ablager-ungen auf der Erdoberfläche als Wasser-E. (E. der Meere, Seen, Flüsse, Firn-, Gletscher-E.), sowie als atmosphäriles E. (Hagel, Reif,Schnee) u. bildet seiner homogenen u. krystalli-nischen Beschaffenheit wegen eine Mineralgattung.Dasjenige, welches sich ans der Oberfläche derMeere, Seen, Flüsse u. Bäche, überhaupt ausallen fließenden und stehenden Gewässern bildet,ist eine durch u. durch kristallinische Masse. SeineHärte ist 1 , 5 , es ist milde oder wenig spröde, u.sein spec. Gew. ist kleiner als das des Wassers,nach Dufour 0,gg; demzufolge schwimmt es ansdem Wasser. In kleineren Stücken ist das E.farblos, in großen Massen grünlich oder bläulich;in reinem Zustande ist es durchsichtig, hat Glas-glanz u. muscheligen Bruch. Es ist ein schlechterLeiter der Wärme, sowie auch der Elektricität;beim Reiben wird es elektrisch. Die chemischeZusammensetzung ist diejenige des reinen Wassers,doch umschließt das E. meist zahlreiche Luftporenu. Wasser, wodurch es zuweilen einen geringenGehalt an Kochsalz besitzt. E-krystalle bilden sichnamentlich unter hohlliegenden E-decken u. erreicheneine Größe bis zu mehreren em; sie gehören demhexagonalen System an u. sind entweder dünnesechsseitige Taf.od. schlanke Prismen, welche von derGeradendfläche begrenzt, seltener durch meist treppen-förmig anfgebaute Dihexadder zugespitzt werden.Die E-decken der Flüsse u. Seen bestehen ausmiteinander verwachsenen Krystallen, welche ihreHauptachse sämmtlich senkrecht gegen die Wasser-fläche richten, daher zerfällt das Schollen-E. leichtin stängelige Stücke. Bei den stalaktitischen For-men des Eises (E-zapfen) stellen sich die Krystall-individuen senkrecht gegen die Längsrichtung derZapfen. In flachen Wassertümpeln oder in Fahr-wegen, wo der Wasservorrath völlig ausgesrorenist, finden sich oft dünne, meist stark gekrümmtePrismen mit Geradendfläche. Das Firn«E. be-steht ans rundlichen E-körnern, welche durchSchmelzung des Schnees entstanden n. durch Ge-frieren des Sickerwassers zu einem mehr oderminder festen Aggregat von blendend weißerFarbe znsammengefroren sind. Das Gletscher-E.ist eine durch wiederholtes theilweises Schmelzenu. Zusammenfrieren fest gewordene E-masse, welchevon zahllosen, netzartig sich verzweigenden Haar-spalten durchzogen wird. In großen Massen hatdas Gletschcr-E. eine schöne blaue Färbung, kleineStücke sind farblos. Atmosphäriles E. bildet sichdurch Gefrieren des in der Atmosphäre schweben-den Wasserdnnstcs n. erscheint als Hagel (Grau-peln, Schlossen), Schnee u. Reif. Der Hagelbildet rundliche Körner, welche z. Th. durchschei-nend sind u. einen concentrisch-schaligen Bau be-sitzen, oder wie abgerundete, pyramidale u. radial-strahlige Segmente größerer Kugeln erscheinen.

Die Größe der Hagelkörner ist in kalter Jahres-zeit nur gering (Graupeln), in heißer Jahreszeit,wo Stürme kalte Luftschichten mit warmen mischenu. eine plötzliche E-bildung Hervorrufen, erreichtdieselbe 13 om (Schlossen). Faustgroße Stückesind nur Aggregate mehrerer zusammengefrorenerKörner, daher ihre unregelmäßige Form. DerReif überkleidet, meist in kalten Nächten entstan-den, alle Gegenstände, welche die Wärme leichtausstrahlen und dadurch sehr kalt werden, wieGräser, Gebüsch, Bäume rc., mit einem Hauch-werk zarter Nüdelchen u. Täfelchen. Auf Fenster-scheiben gefriert der Wasserdunst in blumigen,vielfach zackigen Gestalten. Die zierlichsten Formenzeigt jedoch der Schnee, besonders die bei großerKälte aus klarer Luft niederrieselnden und imSonnenlichte glitzernden Schneekryställchen, welchetheils sechsfach gezackte E-täfelchen, theils sechs-vder zwölfstrahlige, selten vierstrahlige, fiederartigreich verzweigte Sterne bilden. Bei feuchter Luftn. wolkigem Himmel ballen sich die Schneesternein der Luft zu Schneeflocken, wobei die einzelnenSterne meist zertrümmert werden.

Das E. bedeckt in massigen u. ausgedehntenAblagerungen z. Th. dauernd, z. Th. temporärdie Polargegenden, die Gegenden der gemäßigtenZonen, sowie die Hochgebirge aller Gegenden. DasE. der Polargegenden wird bis 10 m mächtig,bricht im Sommer nur theilweise in Schollen,bleibt aber auch Jahre lang fest. In den ge-mäßigten Zonen bildet sich nur in der kaltenJahreszeit eine E-decke auf Flüssen u. Seen.Dabei ist von größter Bedeutung für das orga-nische Leben in diesen Gegenden die Eigenschaftdes Wassers, daß dasselbe nicht bei seinem Ge-frierpunkt, sondern bei -l- 4° 6 . seine größte Dich-tigkeit hat, daß es sich daher bei der Abkühlungvon -l- 4° bis auf v" nicht, wie die meisten Flüs-sigkeiten, zusammenzieht, sondern ausdehnt, u. daßcs endlich im Momente des Gefrierens noch einezweite u. zwar sehr bedeutende Volumvergrößer-ung, etwa um Vii seines Volums bei 0 " erfährt;so daß das E. ans Wasser, selbst auf kochendem,schwimmt. Beim Eintritt der kalten Jahreszeitsinken deshalb die an der Oberfläche stehen-der Gewässer kälter u. kälter werdenden Theilenur so lange in die Tiefe u. machen den wär-meren anfsteigenden Platz, als die ganze Wasser-masse noch nicht die Temperatur von -l- 4" 6 .u. damit zugleich ihre größte spec. Schwere er-reicht hat. Eine weitere Abkühlung an der Ober-fläche hat nicht mehr die Folge, daß diese Theilenach unten sinken, sondern, da das Wasser unter-t- 4° 6 . wieder ansängt, sich auszndehnen n. leichterzu werden, so bleibt das kälter als -I- 4" 6 . ge-wordene Wasser oben, bildet dort eineSchicht, welchesich alsbald in ihren obersten Theilen bis auf 0 ° ab-kllhlt u. mit einer E-krnste bedeckt; diese verdickt sichallmählich nach der Tiefe zu u. schützt, je stärkersie wird, um so mehr Las darunter befindlicheWasser vor dem gänzlichen Einfrieren, sobald dieGewässer nur einigermaßen tief sind. Wenn dasWasser, wie die meisten flüssigen Körper, bei sei-ner Erstarrungstemperatur seine größte specif.Schwere hätte u. sich auch im Momente des Er-starrens zusammenzöge, so würde, wenn die Lust-