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Einzelrichter — Eis.
richttmg in den Gefangenhäusern vor. Vgl. Ge-fängniß u. Gefängnißsysteme.
Einzelrichter, Gerichtsstellen erster Instanz,in welchen die richterlichen Functionen in Civil-sachen u. Criminalsachen durch einen Richter aus-geübt werden. Den Gegensatz bilden Collegial-gerichte erster Instanz, in welchen die anhängigwerdenden Civilsachen u. Criminalsachen in Gegen-wart u. unter Mitwirkung mehrerer Richter ver-handelt u. entschieden werden. In dem Entwürfedes Gerichtsverfassungsgesctzes sind die Grenzender sachlichen Zuständigkeit der E. (Amtsgerichte)u. Cvllegialgerichte (Landgerichte beziehentlich Han-delsgerichte) bestimmt. Nach dem Entwürfe derCivilproceßordnnng gilt in den zur Competeuzder Cvllegialgerichte gewiesenen Sachen der An-waltsproceß, als das ordentliche Verfahren, in denzur Competenz der E. gehörige» Sachen der Par-teiproceß, als das außerordentliche Verfahren.Mit wenigen Ausnahmen, in denen die sachlicheCompeteuz der E. oder der Cvllegialgerichte eineausschließliche ist, steht jedoch den Parteien dasRecht zu, in einer Rechtssache, welche an sich zurCompeteuz des E-s gehört, auf das Collegial-gericht und umgekehrt zu compromittiren und ei»derartiges Compromiß kann auch stillschweigenddadurch geschlossen werden, daß der Beklagte, ohnegegen das von dem Kläger gewählte Gericht zuexcipiren, zur Hauptsache verhandelt. Dagegen isteine Vereinbarung der Parteien, daß ihre Rechts-sache vom Cvllegialgerichte im Parteiprocesse od.vom E. im Auwaltsprocesse verhandelt werdensoll, unzulässig. vr- Sbhr.
Einzichen (Eiupassircn, Einreihen, Web.),beim Verrichten des Webestnhls das Ziehen derKettenfäden durch die Litzenaugen oder Häuschender Schäfte u. zwischen die Rietstäbe des Blattes.Es geschieht mittels des Einziehhakeus (Neihe-hakens) durch das Rietblatt (Kammstechen), odermit dem Einziehmesser (Blattmesser). ZweiPersonen sind dabei beschäftigt, die eine (Faden-aufgeber u. Zureicher) reicht von der Rückseite desGeschirrs die Fäden der Ordnung nach der an-deren Person zu, welche solche mit dem Haken er-faßt u. durchzieht. Beyssel.»
Einzngsgeld, so v. w. Anzugsgeld.
Eion (a. Geogr.), Stadt in Makedonien auder Mündung des Strymon; Hafenstadt von Am-phipolis; jetzt wol Kontessa.
Eipel, 1) (Jpoly) 200 stm langer Nebenfl.der Donau in Ungarn, entspringt in mehrerenQuellen am Homelkaberge in der Ostrowsky-Gruppe der Karpathen, fließt durch die ComitateNeograd n. Houth und mündet unterhalb Gran.2) Fluß in Böhmen, so v. w. Aupa.
Eirene, 1) (Myth.) so v. w. Irene. 2) (a. Lit.)Komödie des Aristophanes, s. d.
Eirencs (gr.), in Lakedämon die Jünglingevom 20. Jahre an, die einestheils berechtigtwaren, die Schaareu der Knaben zu beaufsichtigen,deren Spiele u. körperlichen Übungen zu leiten,andereutheils die Verpflichtung hatten, in derLinie selbst zu dienen.
Eis, das durch Entziehung von Wärme inden festen Aggregatzustand übergegaugeue Wasser.I. Bildung, Vorkommen n. Eigenschaften
des Eises. Der Übergang des Wassers aus demflüssigen in den festen Aggregatzustand, das Er-starren oder Gefrieren des Wassers, tritt inder Regel bei einem bestimmten Temperaturgrade,dem E-Pnnkte (0" 0. — 0" R. — -l- 32" §.) ein,demselben, bei welchem auch das Umgekehrte, dasFlüssigwerdeu oder Aufthanen des Eises, statt-findet. Um flüssig zu werden, bedarf nämlich dasE. einer gewissen Wärmemenge, welche währenddes Schmelzcus scheinbar verschwindet und dahergebundene, latente, d. i. verborgene Wärme,od. Schmelzwärme genannt wird. Die latenteWärme des Wassers ist 79" (genauer 79, 25 ");d. h. die Wärmemenge, welche beim Übergangeeines ÜF E. von 0" in Wasser von 0° gebundenn. beim Übergänge eines lc^ Wasser von 0 ° inE. von 0" wieder frei wird, ist dieselbe, durchwelche 1 kc^ Wasser von 0 " auf 79° ( 79 , 25 ") er-wärmt werden würde. Diese Wärmemenge bleibtim Wasser latent, so lange dasselbe flüssig ist, siekann in demselben weder empfunden, noch durchdas Thermometer nachgewiesen werden; sie ,wirdaber wieder frei, d. h. fühlbar und durch LasThermometer nachweisbar, sobald das Wasser sei-nen flüssigen Aggregatzustand mit dem festen ver-tauscht, gefriert. Hierzu ist stets erforderlich,daß das Wasser 1 ) auf den E-punkt abgekühltwerde u. daß es daun 2 ) durch fernere Wärme-eutzichung seine latente Wärme verliere.Beides tritt in der Regel unmittelbar nach ein-ander ein, so daß also das Wasser, sobald es ein-mal auf den E-punkt abgekiihlt ist u. ihm dannnoch ferner Wärme entzogen wird, sofort seinelatente Wärme abgibt, d. h. gefriert, unddabei seine freie Wärme behält, so daß einin das gefrierende Wasser eiugesenktes Thermo-meter, so lange das Gefrieren andanert, auf demE-pnukte stehen bleibt. Während hierbei die latenteWärme in dem Maße, wie sie allmählich sreiwird, sich in die Umgebung vertheilt, so daß ihrFreiwerden sich der directen Beobachtung entzieht,muß sich dieses Freiwerden der latenten Wärmedurch das Gefühl, wie durch das Thermometerdirect Nachweisen lassen, wenn es gelingt eine grö-ßere Wassermenge plötzlich gefrieren zu lassen,so daß eine größere Wärmemenge rascher frei wird,als sie durch Leitung in die Umgebung vertheiltwerden kann. Und dies läßt sich auch in der Thaterreichen. Unter Umständen tritt nämlich ein sog.Gefricrverzng ein, d. h. das Wasser bleibtauch bei einer Abkühlung um mehrere Grade unterden E-pnnkt noch flüssig, namentlich, wenn es vorjeder Erschütterung bewahrt bleibt; sehr leicht ge-lingt dies, wenn das Wasser sich im luftleeren od.lnftvcrdünntcn Raume befindet, oder wenn cs miteiner Ölschicht bedeckt ist, wobei es sogar kleineErschütterungen erträgt; Wasserkngeln, welche ineiner Mischung von Chloroform und Mandelölschweben, deren specif. Gewicht dem des Wassersgenau gleich ist, können auf 8 " bis 10 ", ja ganzkleine Wasserkügclchcu ans 20° 6. unter den E-punkt abgekiihlt werden, ohne zu erstarren. Solchesüberkäitetes (überschmolzenes) Wasser wird aberdurch Erschütterung, durch Einbläser, von Luft, so-wie durch Berührung mit E. sofort zum Gefriere»gebracht, wobei die Temperatur durch das Frei-