Einsiedl —
Sequenzen-Sammlung u. der UsAicmator Lirwieck-loirsis (eine Beschreibung Roms im 10. Jahrh.)hervorragen. Hier besteht auch die berühmte Buch-handlung u. Buchdruckerei von Karl u. Nik. Ben-ziger, welche in E. selbst über 700 Arbeiter be-schäftigen n. Filiale in NAmerika haben. Vor demKloster fassen zwei fcstgemauerte Arkaden die Auf-gangstreppe ein, in denen allerlei geistliche u. welt-liche Dinge den Wallfahrern zum Kaufe angebotenwerden. Das Kloster hat eine Filial-Anstalt inAmerika (Benedictiner-Mission Spencer County,Indiana) seit 1853, welche 1871 durch eine päpst-liche Bulle zur selbständigen Abtei erhoben wurde.
Literatur: Tschndi, Einstedelische Chronik,1823; Beschreibung des Klosters u. der WallfahrtMaria-E., 1871; die Legende von St. Meinradu. von dem Anfänge der Hofstatt zu den E., vonGalt Morel, 1861.
Einsiedl (Remete-Szepes), Bergstadt im ungar.Comitate Zips, an der Göllnitz, Bergbau aufKupfer- u. Eisenerz, Hüttenwerke; 2122 Ew.
Einsiedler, s. Anachoreten.
Einsiedler, 1) Vogel, so v. w. Didu. 2) Stern-bild ani südl. Himmel, von Le Monnier einge-führt; stellt den Vogel E. vor, befindet sich südl.von der Wage u. hat nur geringe Sterne.
Einsiedler bei St. Johannes, Pseudonymfür Käthe.
Einsiedlerkrebse (Eremitcnkrcbse, illaAnrickas),Krustenthierfam. aus der Gruppe der Mittelkrebse,Ordnung der Schalenkrebse, Hinterleib weich, cy-lindrisch, lang, oft verdreht; um ihn zu schützenwird er in leeren Schneckengehäusen geborgen,daher der Name. Diese Gehäuse werden von demletzten, oft auch vorletzten Beinpaare festgehaltenu. mit nmhergcschleppt. Dahin der Bernhards-krebs (kuAurus Lsrnbaräug tTsabr.), Arm haarig,rauhstachelig, der rechte, sowie die rechte Scheere,größer als der linke, lebt zahlreich am Gestadeder Nordsee; 15—16 om lang. b) Diogenes(Oosnoiüba OivAvnss Lakr.), lebt auf dem Landeu. sucht seinen Aufenthalt in Gehäusen von Land-schnecken. Thoms.
Einsiedlerspiel oder Solitaire, Spiel, dasaus einem rechteckigen Brett mit 37 Löchern gespieltwird. Als Spielmittel dienen kegelartige Figuren,deren Fuß genau dem Rauminhalt der Löcherentspricht, sodaß sie leicht herausgenommen undver« resp. weitergesetzt werden können. Es wirdmeist nur mit 16 Figuren (auf jeder Seite 8)gespielt. Die Regeln sind analog dem des Da-menspiels; eine geschlagene Figur muß übersprun-gen werden, nur haben die Figuren das Rechtsowol vorwärts als auch rückwärts gehen u. schla-gen zu können. Das Spiel wird fortgesetzt bisnur eine einzige Figur übrigbleibt, der Besitzerdieser hat gewonnen. Das Spiel soll von denIndianern Amerikas, die es auf Jagdunterbrech-ungen mittels Pfeil und bestimmter Anzahl imSechseck geordneter Löcher spielten, aus uns über-kommen sein. S.
Einsilbige od. isolirende Sprachen, Spra-chen, deren ganzer Wortschatz aus einsilbigenWurzeln besteht n. welche die grammatischen Be-ziehungen der Worte im Satze zu einander nichtdurch Flexiousformen ansdrllcken, sondern nur
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durch eine fest geregelte Wortstellung, durch par-tikelartige Wörter und durch die Betonung. Zuihnen gehört das Chinesische, Annamitische, Sia-mesische, Birmanische, Tibetanische u. einige klei-nere Sprachen der hinterindischen Halbinsel. Vgl.Steinthal, Zur Charakteristik der hauptsächlichstenTypen des menschlichen Sprachbaues, Berl. 1860,S. 107 ff. M-y-r.
Einspleißen (Einsplissen), heißt ein StückHanf- oder Drahttau mittels der aufgelockertenEinzeldrähte der Enden so zwischen die zwei gleich-falls aufgelockerten Enden zweier anderen einflech-ten, daß dadurch ein einziges längeres Tau her-gestellt wird. Geschickte Takler wissen dies so gutauszuführen, daß die Spleißstelle besser hält alsdas übrige Tau.
Einspritzung (Jnjection, lat. Injoetio), das-jenige therapeutische Verfahren, durch das flüssigeArzneimittel mit einer Spritze oder ähnlich wir-kendem Apparate (Esmarch'sche Wunddouche, We-bersche Nasendouche rc.) in irgend eine natürlicheoder künstlich entstandene Höhle oder Öffnung desmenschlichen Körpers eingebracht werden, z. B.in die Nase, die Ohren, Harnröhre, Harnblase,Mutterscheide, Gebärmutter und After; ferner inStichwunden, überhauptWundka»äle,Fistelgängerc.Je nach den verschiedenen Theilen, in die die E.gemacht werden, u. dem beabsichtigten Heilzweckewerden sich die Mittel richten müssen; das Näheredarüber wird bei den einzelnen Krankheiten er-wähnt werden. In neuerer Zeit sind bes. dieE-en unter die Haut, die sog. subcutanea Jnjec-tionen, sehr in Aufschwung gekommen, zu denen mansich meistens einer kleinen Pravazschen oder Lüer-schen Spritze (s. Spritze) mit dreischneidiger Spitzebedient. Man hebt dazu an der betreffenden Stelledie Haut in eine kleine Falte ans, in die man dieSpitze der Spritze hineinsteckt, nachdem man vor-her sorgfältig darauf geachtet hat, daß keine Luft-blasen mehr in der Spritze sind, n. daß man keineVene mit in die Falte hineingefaßt hat, u. spritztdann langsam die Flüssigkeit ein. Vorzüge dieserMethode sind: eine genaue Dosirnng der auzu-wendcnden Mittel, schnell eintretende Wirkung u.die Möglichkeit, sie überall anwenden zu können,selbst dann noch, wenn aus irgend welchen Grün-den die Einführung der Mittel durch den Mundoder den Aster (in Klystieren) nicht mehr möglichist. Hauptanwendung findet diese Methode bei derAnwendung des Morphiums, den bekannten Mor-phiumeinspritzungen unter die Haut. E. Berns.
Einspruch, so v. w. Protestation, bes. einegegen eine beabsichtigte Verheirathung von einemDritten erhobene Protestation, z. B. weil einsder Brautleute anderweit die Ehe versprochenhat; im Proceß- und Strafverfahren so v. w.Gegenvorstellung gegen einen Contumacialbescheid.
Einstand (Einstandsrecht), so v. w. Näherrecht.
Entstehen, die Militärpflicht eines Anderen(Einsteller) als Stellvertreter (Einsteher) gegeneine gewisse Summe Geldes übernehmen.
Einstellen, Wild mit Jagdzeug umstellen s.Treibjagd.
Einstellung der Untersuchung ist die aufdie Ergebnisse einer Voruntersuchung gegründeteEntscheidung des Untersuchungsgerichts, daß das